Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ungnädig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-gnä-dig
Wortzerlegung un- gnädig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [spöttisch] übellaunig, verdrießlich, etwas gereizt
  2. 2. [gehoben] verhängnisvoll, ungünstig
eWDG

Bedeutungen

1.
spöttisch übellaunig, verdrießlich, etwas gereizt
Beispiele:
der Chef ist heute ziemlich ungnädig
sie war überaus ungnädig darüber, dass ihr Mann zu spät nach Hause kam
ein ungnädiger Blick
etw. sehr ungnädig aufnehmen
sie reagierte ungnädig auf seine Frage
ungnädig antworten
2.
gehoben verhängnisvoll, ungünstig
Beispiel:
Parndorf, wohin das ungnädige Schicksal den Kaplan Ottokar Felix verschlagen hatte [ Werfelin: Österr. Erzähler1,549]

Thesaurus

Synonymgruppe
bärbeißig · gnatzig · grantig · griesgrämig · grämlich · knurrig · launisch · missgelaunt · missgestimmt · misslaunig · missmutig · missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · nicht zu(m) Scherzen aufgelegt · unausstehlich · unfroh · unleidlich · unwillig · unwirsch · unzufrieden · verdrießlich · verdrossen · übellaunig  ●  (jemandem) hat es die Petersilie verhagelt  fig., sprichwörtlich · hässig  schweiz. · schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · brummig  ugs. · dysphorisch  fachspr., medizinisch · gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · miesepetrig  ugs. · motzig  ugs. · muffelig  ugs. · sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ungemütlich  ugs. · ungenießbar  ugs. · ungnädig  ugs., ironisch · unleidig  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ungnädig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungnädig‹.

Verwendungsbeispiele für ›ungnädig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nichts ist ungnädiger, als so bleiben zu müssen, wie man ist. [Die Zeit, 14.11.1997, Nr. 47]
Und dann wird noch die Schwester ungnädig, die mich auf die Operation vorbereiten soll. [Die Zeit, 12.10.1979, Nr. 42]
Als die ungnädigsten Gäste der Stadt Kiel erwiesen sich manche, die auf Kosten der Stadt Kiel (alles in allem 50000 Mark) dorthin gekommen waren. [Die Zeit, 21.06.1974, Nr. 26]
Zur Welt ist er so ungnädig wie sie zu ihm. [Süddeutsche Zeitung, 27.01.1994]
Die Kritik war, um es vorsichtig auszudrücken, enttäuscht und ungnädig. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 910]
Zitationshilfe
„ungnädig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungn%C3%A4dig>.

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