ungnädig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungun-gnä-dig (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
spöttisch übellaunig, verdrießlich, etwas gereizt
Beispiele:
der Chef ist heute ziemlich ungnädig
sie war überaus ungnädig darüber, dass ihr Mann zu spät nach Hause kam
ein ungnädiger Blick
etw. sehr ungnädig aufnehmen
sie reagierte ungnädig auf seine Frage
ungnädig antworten
2.
gehoben verhängnisvoll, ungünstig
Beispiel:
Parndorf, wohin das ungnädige Schicksal den Kaplan Ottokar Felix verschlagen hatte [WerfelinÖsterr. Erzähler1,549]

Thesaurus

Synonymgruppe
bärbeißig · ↗grantig · ↗griesgrämig · ↗knurrig · ↗launisch · ↗missgelaunt · ↗missgestimmt · ↗misslaunig · ↗missmutig · ↗missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · ↗mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · ↗unausstehlich · ↗unleidlich · ↗unwillig · ↗unwirsch · ↗unzufrieden · ↗verdrießlich · ↗verdrossen · ↗übellaunig  ●  ↗schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · ↗brummig  ugs. · ↗dysphorisch  fachspr., medizinisch · ↗gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · ↗miesepetrig  ugs. · ↗muffelig  ugs. · ↗sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ↗ungemütlich  ugs. · ↗ungenießbar  ugs. · ungnädig  ugs., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufnahme Behandlung Gott Schicksal aufnehmen eher empfangen gnädig höchst meist oft reagieren sehr umgehen urteilen verfahren ziemlich äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ungnädig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nichts ist ungnädiger, als so bleiben zu müssen, wie man ist.
Die Zeit, 14.11.1997, Nr. 47
Zur Welt ist er so ungnädig wie sie zu ihm.
Süddeutsche Zeitung, 27.01.1994
Die Kritik war, um es vorsichtig auszudrücken, enttäuscht und ungnädig.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 910
Der alte General musterte ihn ziemlich ungnädig, sichtlich verstimmt über die Störung.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 61
Er saß still und traurig in seinem niedrigen Lehnsessel und sah, als ich vor ihn hintrat, höchst ungnädig zu mir empor.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Meine Erinnerungen an Grillparzer. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1916], S. 10987
Zitationshilfe
„ungnädig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ungnädig>, abgerufen am 24.03.2019.

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