unheimlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-heim-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›unheimlich‹ als Erstglied: ↗Unheimlichkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
ein unbestimmtes Angstgefühl, Furchtgefühl hervorrufend
Beispiele:
der unheimliche Ruf der Käuzchen
eine unheimliche Gestalt, Erscheinung kam in der Dunkelheit auf ihn zu
jmdm. ist, wird es unheimlich
uns allen war es unheimlich zumute
jmdm. erscheint etw. unheimlich
jmdn. beschleicht ein unheimliches Gefühl
jmd., etw. hat etw. Unheimliches an sich
eine etwas unheimliche Gegend [DurieuxTür218]
Es rauschte unheimlich in den Kiefern [H. W. RichterSpuren271]
[der] Werkleiter ... der ihm aber unheimlich war [Ch. WolfGeteilter Himmel83]
2.
umgangssprachlich, übertrieben ungeheuer groß
a)
zahlenmäßig, mengenmäßig außergewöhnlich umfangreich
Beispiele:
eine unheimliche Menge, Anzahl, Summe
Leute, die unheimliches Geld daran verdienen [BecherMacht der Poesie247]
b)
von außergewöhnlichem Maß, Grad
Beispiele:
eine unheimliche Angst
einen unheimlichen Hunger, Appetit haben
ein unheimliches Durcheinander
es ist unheimlich, was sie in der kurzen Zeit geschafft hat
adverbiell
Beispiele:
unheimlich arbeiten, schuften, sparen
er isst, trinkt unheimlich
sie hat sich über die Blumen unheimlich gefreut
jmd. ist unheimlich groß, dick, misstrauisch
es dauerte unheimlich lange, ging unheimlich schnell
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heimlich · unheimlich · Heimlichkeit · verheimlichen
heimlich Adj. ‘unauffällig, verstohlen, geheim’, ahd. heimlīh ‘häuslich, einheimisch, heimatlich’ (11. Jh.), mhd. heim(e)lich, auch ‘vertraut, vertraulich, zahm, geheim, verborgen’, mnd. hēmelīk, mnl. heimelijc, hēmelijc, nl. heimelijk ‘geheim, verstohlen’ sind abgeleitet (s. ↗-lich) von den unter ↗Heim (s. d.) behandelten Substantivformen. Aus einer Bedeutung ‘häuslich, dem begrenzten häuslichen Kreis angehörend’ entwickelt sich bereits im Mhd. ‘fremden Augen entzogen’, daher ‘geheim, versteckt’. unheimlich Adj. ‘nicht vertraut, beunruhigend, Unbehagen hervorrufend’, mhd. unheimlich ‘nicht vertraut, fremd’; seit dem 19. Jh. auch in steigerndem Sinne ‘außerordentlich, riesig’. Heimlichkeit f. ‘Verborgenheit, Unauffälligkeit, geheimnisvolles Tun, Geheimnis’, mhd. heim(e)līchkeit ‘Annehmlichkeit, Freude, vertraute Gemeinschaft, Geheimnis’. verheimlichen Vb. ‘bewußt nicht mitteilen, verbergen, verschweigen’ (18. Jh.), Neubildung zu heimlich; vgl. mhd. heim(e)līchen ‘heimisch, zur Heimat machen, vertrauten Umgang pflegen, sich vertraut machen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beklemmend · ↗dämonisch · ↗eigenartig · ↗geisterhaft · ↗gespenstig · ↗gespenstisch · ↗gruselig · nicht geheuer · ↗schaurig · unheimlich · ↗übernatürlich  ●  creepy  engl. · ↗Hexenwerk  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
geheimnisumwittert · ↗geheimnisumwoben · ↗mysteriös · unheimlich · ↗unverständlich
Assoziationen
Synonymgruppe
(düster) dräuend (pseudoliterarisch) · ↗bedrohlich · beklemmend · ↗beunruhigend · drohend · ↗düster · ↗finster · nichts Gutes ahnen lassen(d) · ↗unheildrohend · ↗unheilschwanger · ↗unheilvoll · unheimlich  ●  creepy  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) kann einem Angst machen · unheimlich · zum Fürchten (sein)  ●  (da) kann einem Angst und Bange werden  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
düster · ↗elbisch · ↗finster · ↗geheimnisvoll · ↗jenseitig · ↗sagenumwoben · unheimlich · ↗unirdisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Begegnung Brandserie Brandstifter Eigenleben Feuerteufel Geräusch Heckenschütze Katzenfrau Killer Mordserie Präzision Ruhe Serie Siegesserie Sog Stille Todesserie Wesen anmuten anmutend bedrohlich beinahe düster fast fremd geradezu heimlich irgendwie wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unheimlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es klingt unheimlich, aber jeder, der es bisher versucht hat, fällt inzwischen dem Vergessen anheim.
Die Zeit, 07.03.2011, Nr. 10
Überhaupt schienen sich alle unheimlich gern zu haben an diesem Abend.
Die Welt, 16.02.2006
Trotzdem machte ich mich sofort auf, diesen unheimlichen Wald zu verlassen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 259
Während er so nachdachte, zerriß ein unheimliches Heulen die Luft.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 35
Wenn ich mir das so überlege, es ist wahnsinnig unheimlich.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 88
Zitationshilfe
„unheimlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unheimlich>, abgerufen am 24.03.2019.

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