unheimlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-heim-lich
Wortbildung  mit ›unheimlich‹ als Erstglied: Unheimlichkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
ein unbestimmtes Angstgefühl, Furchtgefühl hervorrufend
Beispiele:
der unheimliche Ruf der Käuzchen
eine unheimliche Gestalt, Erscheinung kam in der Dunkelheit auf ihn zu
jmdm. ist, wird es unheimlich
uns allen war es unheimlich zumute
jmdm. erscheint etw. unheimlich
jmdn. beschleicht ein unheimliches Gefühl
jmd., etw. hat etw. Unheimliches an sich
eine etwas unheimliche Gegend [ DurieuxTür218]
Es rauschte unheimlich in den Kiefern [ H. W. RichterSpuren271]
[der] Werkleiter … der ihm aber unheimlich war [ Ch. WolfGeteilter Himmel83]
2.
umgangssprachlich, übertrieben ungeheuer groß
a)
zahlenmäßig, mengenmäßig außergewöhnlich umfangreich
Beispiele:
eine unheimliche Menge, Anzahl, Summe
Leute, die unheimliches Geld daran verdienen [ BecherMacht der Poesie247]
b)
von außergewöhnlichem Maß, Grad
Beispiele:
eine unheimliche Angst
einen unheimlichen Hunger, Appetit haben
ein unheimliches Durcheinander
es ist unheimlich, was sie in der kurzen Zeit geschafft hat
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
unheimlich arbeiten, schuften, sparen
er isst, trinkt unheimlich
sie hat sich über die Blumen unheimlich gefreut
jmd. ist unheimlich groß, dick, misstrauisch
es dauerte unheimlich lange, ging unheimlich schnell
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heimlich · unheimlich · Heimlichkeit · verheimlichen
heimlich Adj. ‘unauffällig, verstohlen, geheim’, ahd. heimlīh ‘häuslich, einheimisch, heimatlich’ (11. Jh.), mhd. heim(e)lich, auch ‘vertraut, vertraulich, zahm, geheim, verborgen’, mnd. hēmelīk, mnl. heimelijc, hēmelijc, nl. heimelijk ‘geheim, verstohlen’ sind abgeleitet (s. -lich) von den unter Heim (s. d.) behandelten Substantivformen. Aus einer Bedeutung ‘häuslich, dem begrenzten häuslichen Kreis angehörend’ entwickelt sich bereits im Mhd. ‘fremden Augen entzogen’, daher ‘geheim, versteckt’. unheimlich Adj. ‘nicht vertraut, beunruhigend, Unbehagen hervorrufend’, mhd. unheimlich ‘nicht vertraut, fremd’; seit dem 19. Jh. auch in steigerndem Sinne ‘außerordentlich, riesig’. Heimlichkeit f. ‘Verborgenheit, Unauffälligkeit, geheimnisvolles Tun, Geheimnis’, mhd. heim(e)līchkeit ‘Annehmlichkeit, Freude, vertraute Gemeinschaft, Geheimnis’. verheimlichen Vb. ‘bewußt nicht mitteilen, verbergen, verschweigen’ (18. Jh.), Neubildung zu heimlich; vgl. mhd. heim(e)līchen ‘heimisch, zur Heimat machen, vertrauten Umgang pflegen, sich vertraut machen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beklemmend · dämonisch · eigenartig · geisterhaft · gespenstig · gespenstisch · gruselig · nicht geheuer · schaurig · unheimlich · übernatürlich  ●  Hexenwerk  ugs. · creepy  ugs., engl., Jargon
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(düster) dräuend (pseudoliterarisch) · bedrohlich · beklemmend · beunruhigend · drohend · düster · finster · nichts Gutes ahnen lassen(d) · unheildrohend · unheilschwanger · unheilvoll · unheimlich  ●  creepy  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) kann einem Angst machen · unheimlich · zum Fürchten (sein)  ●  (da) kann einem Angst und Bange werden  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unheimlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unheimlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›unheimlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem machte ich mich sofort auf, diesen unheimlichen Wald zu verlassen. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 259]
Das Bild sah noch immer so unheimlich aus wie vorhin, jetzt vielleicht noch bizarrer. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 444]
Wen hat die umfangende Nacht nicht mit einem unheimlichen Grausen geschüttelt? [Klages, Ludwig: Der Geist als Widersacher der Seele, 3. Band, Teil 1: Die Lehre von der Wirklichkeit der Bilder, Leipzig: Barth 1932, S. 6249]
Unheimlich ist eigentlich kein militärischer Ausdruck, er sagt aber viel. [o. A.: Bericht eines Regimentsadjutanten vom Übergang über die Aisne, 10.06.1940]
Ihn jedenfalls werden wir nicht vergessen, von ihm werden wir lange noch unheimlich träumen. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„unheimlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unheimlich>.

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