unhold

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-hold

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben, veraltend] ...
    1. 1. böse, feindselig
    2. 2. ⟨jmdm. unhold sein⟩ jmdm. ablehnend, feindlich gesonnen sein, abhold
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben, veraltend
1.
böse, feindselig
Beispiele:
die Meisterin sagte mit unholder Miene [MörikeHutzelmännlein3,171]
Wie erging es Euch / In diesem feindlichen, unholden Lande [SchillerStuartV 6]
das Fenster gegen alles Unholde zu schließen [I. KurzVanadis573]
2.
jmdm. unhold seinjmdm. ablehnend, feindlich gesonnen sein, abhold
Beispiel:
Nur Faulsäcken und Bummlern ist der Kaiser unhold [NachbarMond314]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hold · abhold · holdselig · Holdseligkeit · Unhold · unhold
hold Adj. ‘geneigt, günstig gesinnt, zugetan’, auch (seit dem 18. Jh.) ‘anmutig, lieblich, bezaubernd’. Das Adjektiv ahd. hold (8. Jh.), mhd. mnd. holt ‘geneigt, zugetan, gnädig, treu, ergeben, dienstbar’, asächs. afries. aengl. hold, mnl. hout, anord. hollr, schwed. dän. huld, got. hulþs (germ. *hulþa-) bezieht sich im Mittelalter besonders auf das gegenseitige Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Gefolgsmann und bedeutet daher einerseits ‘gnädig, geneigt’, andererseits ‘treu ergeben’. Dazu gehören das Abstraktum ↗Huld (s. d.) und die Substantivierungen ahd. holdo m. (9. Jh.), mhd. holde m. ‘Freund, Geliebter, Diener, Dienstmann’, holde f. ‘Freundin, Dienerin’, die auch übernatürliche Wesen (Geister, Dämonen, mythische Gestalten) bezeichnen können, vgl. mhd. die guoten holden ‘Hausgeister’, des tievels holde ‘Höllengeister’, ferner Unhold (s. unten) und Frau Holle. Das Adjektiv führt im Sinne von ‘geneigt’ mit der unter ↗Halde (s. d.) dargestellten Wortgruppe auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’. abhold Adj. ‘nicht gewogen, abgeneigt, feindlich gesinnt’, mhd. abholt. holdselig Adj. ‘reizend, lieblich, anmutig’ (15. Jh.), Zusammensetzung aus hold und ↗-selig (s. d.) und früher als das Simplex (s. oben) auf die Anmut der Erscheinung bezogen; dazu Holdseligkeit f. (16. Jh.). Unhold m. ‘böser, furchterregender Geist des Volksglaubens, Teufel, Ungeheuer, roher, gewalttätiger Mensch’, asächs. unholdo, mhd. unholde ‘der Ungeneigte, Böse, Feindselige, Dämon, Teufel’, aengl. unholda, got. unhulþa sowie die fem. Formen ahd. unholda (8. Jh.), mhd. unholde (wofür im 17. Jh. Unholdin neben Unhold f.), got. unhulþō sind Substantivierungen des heute selten gebrauchten Adjektivs unhold ‘böse, feindselig, unfreundlich, abgeneigt’, ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. unhold, mhd. unholt ‘nicht geneigt, feindlich, feindselig’. Unhold bezeichnet ursprünglich ein ‘dämonisches Wesen’, im christlichen Sinne den ‘Teufel’, heute einen ‘bösartigen Menschen’, oft einen ‘Sittlichkeitsverbrecher’.

Typische Verbindungen zu ›unhold‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unhold‹.

Verwendungsbeispiele für ›unhold‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch noch immer werden wir aus dieser unholden Ägäis nicht entlassen, in die des Autors Worte uns verschlagen haben.
Die Welt, 26.05.2004
So wie Leonore ein eher unholdes Weib vorstellt, ist auch Agathe kein Unschuldsengel.
Die Welt, 02.11.1999
Hier wechseln die Lokale ihren Namen alle paar Wochen, hier wird das unholde Spiel von Vexierspiegelungen und gleitenden Schirmen auf die Spitze getrieben.
Die Zeit, 23.11.1984, Nr. 48
Die andere fügte Hochmut hinzu, Ungeduld, erratisches Gebaren, die unholde Feengabe, immer im Gespräch, immer in der Legende, der Sage zu sein.
Die Zeit, 10.12.1976, Nr. 51
Wollte denn dieser unholde Garten nirgends ein Ende finden?
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 302
Zitationshilfe
„unhold“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unhold>, abgerufen am 27.05.2020.

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