unken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungun-ken
Wortbildung mit ›unken‹ als Erstglied: ↗Unkerei
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Unheilvolles befürchten, voraussagen
Beispiele:
»wenn das nur gut geht«, unkte sie
sie unkten, es würde ein Unglück geschehen
hatte er geunkt: der wird am Galgen enden [Wasserm.Wahnschaffe2,277]
Nun hören Sie bloß auf mit Ihrem Unken [FalladaBauern137]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Unke · unken
Unke f. Kröte mit dunkler Färbung und gelben bis roten Flecken am Bauch, ‘Feuerkröte’. Ahd. unk m. (8. Jh.), unko m. (11. Jh.) ‘Schlange’, mhd. unc, unke m. ‘Schlange, Basilisk’, mnl. unc, unck ‘Eidechse, Chamäleon’ steht schwundstufig neben verwandtem lat. anguis ‘Schlange’, mir. escung ‘Aal’, lit. angìs ‘Schlange’, aruss. užь, russ. (уж) ‘Natter, kleinere Schlange’, poln. wąż ‘Schlange’, apreuß. angis ‘Schlange’ und den unter ↗Engerling (s. d.) genannten, mit r-Suffix gebildeten Wörtern. Auszugehen ist von ie. *angu̯(h)- bzw. *angu̯(h)i- ‘Schlange’ (wozu auch Formen ohne Nasal, s. ↗Eidechse). Entsprechend bezeichnet Unke ursprünglich nur Schlangen und schlangenartige Tiere; im 17. Jh. aber, als Schlangen in Deutschland seltener werden, geht der Ausdruck auf die in einem ähnlichen mythischen Zusammenhang stehenden Kröten über. Deren alter Name ahd. ūhha f. (9. Jh.), mhd. ūche f. ‘Kröte’, daneben (j-Stamm) mnd. ūtze f. ‘Kröte’, aengl. ȳce f. m. ‘Kröte, Frosch’ (wohl lautnachahmenden Ursprungs nach dem Ruf in der Laichzeit) wird (bis auf mundartliche Reste) im 17./18. Jh. aufgegeben und durch Unke (mit nunmehr fem. Genus) ersetzt (doch vgl. noch Unke für ‘Schlange’ bei Bürger). In übertragener Verwendung steht Unke für ‘Stubenhocker’ (Mitte 18. Jh.) und für ‘Schwarzseher, wer (ständig) Unheil voraussagt’ (um 1800). unken Vb. ‘jammern, Unheil vorhersagen’ (19. Jh.), älter (nach Schlangenart) ‘zischen, pfeifen’ (Ende 17. Jh.), auch ‘sich verborgen halten’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(negativ) prophezeien · ↗beschreien · ↗herbeireden  ●  unken  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyst Beobachter Branche Börsianer Experte Fachleute Händler Insider Kenner Kollege Kommentator Konkurrenz Kritiker Manager Pessimist Presse Skeptiker Spötter Trainer Wetterfrosch Zunge beispielsweise bereits dagegen damals jüngst kürzlich schon unlängst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Hotel, das eine Million Dollar am Tag verschlinge, könne nicht funktionieren, unkten sie.
Die Zeit, 27.12.2010, Nr. 52
Seine Kritiker aber unken, er habe nun vier weitere Jahre, um die Folgen der Fehler, für die er verantwortlich zeichnet, auch selbst auszubaden.
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2004
Sie hätten angesichts ihres ständigen Erfolges die Entwicklung verschlafen, unken Kritiker.
Die Welt, 23.10.1999
Schon unkt mancher, anscheinend solle nur eine Holding über die alten Strukturen gestülpt werden.
Die Zeit, 04.06.1998, Nr. 24
Doch der Erfolg, so unkt das Wall Street Journal, stehe eher auf wackligen Beinen.
C't, 1997, Nr. 15
Zitationshilfe
„unken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unken>, abgerufen am 25.03.2019.

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