unleidlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-leid-lich
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
wegen seiner schlechten Stimmung, unangenehmen Art für andere unerträglich
Beispiele:
ein unleidlicher Mensch, ein unleidliches Kind
er ist heute unleidlich
sei doch nicht immer so unleidlich!
er wurde immer unleidlicher
ich fand sie unleidlich
Ich saß mit meinem unleidlichsten Gesicht da [JahnnNiederschrift2,652]
2.
unangenehm, lästig und unerträglich
Beispiele:
eine für jmdn. unleidliche Situation
daß er diesen für ihn so unleidlichen Ort verlassen müsse [Ric. HuchConfalonieri277]
meine Tätigkeit ... wurde mir immer unleidlicher [WintersteinLeben2,110]
in unerträglichem Maß
Beispiel:
Paestus verfolgt mich mit seiner Zuneigung ganz unleidlich [BrechtCaesar113]

Thesaurus

Synonymgruppe
bärbeißig · ↗grantig · ↗griesgrämig · ↗knurrig · ↗launisch · ↗missgelaunt · ↗missgestimmt · ↗misslaunig · ↗missmutig · ↗missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · ↗mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · nicht zu(m) Scherzen aufgelegt · ↗unausstehlich · unleidlich · ↗unwillig · ↗unwirsch · ↗unzufrieden · ↗verdrießlich · ↗verdrossen · ↗übellaunig  ●  ↗schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · ↗brummig  ugs. · ↗dysphorisch  fachspr., medizinisch · ↗gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · ↗miesepetrig  ugs. · ↗muffelig  ugs. · ↗sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ↗ungemütlich  ugs. · ↗ungenießbar  ugs. · ↗ungnädig  ugs., ironisch
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie waren mich leid, Sie waren sich leid, Sie waren unleidlich.
Die Zeit, 16.08.1991, Nr. 34
Da das Kind schlecht schläft, ist es tagsüber müde und daher auch unleidlich.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 175
Am schlimmsten freilich ist das unleidliche Zerren und Würgen an der eigenen Kleidung oder gar an derjenigen des Nachbarn.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 10355
Völker, die sich für unschuldig halten, schreibt Niebuhr, sind unleidlich.
Mann, Golo: Die europäische Moderne. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 9411
Wie sollte man unter solchen Bedingungen auch nicht mal unleidlich oder ungerecht werden?
Die Welt, 23.05.2005
Zitationshilfe
„unleidlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unleidlich>, abgerufen am 22.10.2019.

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