unpässlich

GrammatikAdjektiv (in Verbindung mit »sein«)
Worttrennungun-päss-lich
formal verwandt mitpassen
Ungültige Schreibungunpäßlich
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›unpässlich‹ als Erstglied: ↗Unpässlichkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

leicht erkrankt, sich nicht ganz wohl fühlend
Beispiel:
jmd. ist unpässlich, fühlt sich unpässlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

passen · anpassen · aufpassen · verpassen · unpäßlich · Passe
passen Vb. ‘sich eignen, angemessen, recht sein, gelegen kommen, in der Größe entsprechen’ (17. Jh.; transitiv ‘angemessen, geeignet machen, genau einfügen’ seit Ende 16. Jh.), auch ‘achtgeben’ (15. Jh.), mhd. (westmd.) gepassen ‘erreichen’ (vgl. niederrhein. passen ‘gelangen, das Ziel erreichen’ und ‘zusammentreffen, übereinstimmen, angemessen sein’, 1477); über mnl. passen ‘zumessen, fügen, ordnen, abrichten, achtgeben, gelegen kommen, durchqueren’, mnd. passen ‘angemessen machen, geeignet sein, achtgeben, berücksichtigen, vorbeifahren’ entlehnt aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorüber-, vergehen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (s. ↗passieren). Als Ausdruck des Würfel- und Kartenspiels steht passen vom 17. Jh. an für ‘ein Spiel vorübergehen lassen, abgeben’, daher übertragen für ‘abwarten’ (17. Jh.), ‘nicht mithalten, verzichten’ (Ende 18. Jh.). anpassen Vb. ‘passend machen, in Übereinstimmung bringen’, reflexiv ‘sich angleichen, einordnen’ (wie nl. aanpassen), älter ‘passend sein, entsprechen’ (18. Jh.). aufpassen Vb. ‘achtgeben, aufmerksam sein, auflauern’ (17. Jh.), im Anschluß an die Fügung auf etw. passen (16. Jh.). verpassen Vb. ‘versäumen, durch Unachtsamkeit verfehlen’ (17. Jh.), in moderner Umgangssprache (zunächst wohl soldatensprachlich) auch ‘zuteilen, zukommen lassen, anprobieren’ (Anfang 20. Jh.). unpäßlich Adj. ‘unwohl, leicht erkrankt’ (um 1600), vgl. frühnhd. unbäßig (15. Jh.). Passe f. ‘eingesetztes Schulterteil eines Kleidungsstücks’ (20. Jh.), zuvor ‘vorderer, das Gesicht schützender Rand am Damenhut’ (19. Jh.), in diesem Sinne nach mfrz. frz. passe, Ableitung von afrz. frz. passer (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
unpässlich · verstimmt · ↗übel gelaunt
Synonymgruppe
angeschlagen · nicht fit · unpässlich · ↗unwohl  ●  nicht in bester Verfassung  verhüllend · nicht in der besten Verfassung  verhüllend · ↗indisponiert  geh. · neben der Spur  ugs. · wacklig auf den Beinen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

fühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unpässlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am zweiten oder dritten Tag fühlt man sich plötzlich schwach und unpäßlich, dann steigt das Wohlbefinden wieder an.
Die Zeit, 07.10.1977, Nr. 41
Frau Reinhardt war eine hübsche Frau und hatte sich noch nie unpässlich gefühlt.
Süddeutsche Zeitung, 19.02.2000
Dann aber wäre es kein Kafka mehr und unpässlich fürs Motto.
Die Welt, 23.02.2004
Konstanze war all die Ehejahre über krank, kränklich, zumindest unpäßlich.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 74
Klopfe man am Pfarrhaus an, so heiße es, der Herr sei nicht daheim oder er sei unpäßlich, in Wahrheit lasse er sich verleugnen.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 124
Zitationshilfe
„unpässlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unpässlich>, abgerufen am 15.10.2019.

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