unrecht

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-recht
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
verkehrt, unrichtig
Grammatik: häufig attributiv
a)
in der gegebenen Situation unpassend, ungelegen
Beispiele:
zu unrechter Zeit, Stunde kommen
etw. geschieht im unrechten Augenblick
komme ich unrecht?
b)
dem Richtigen entgegengesetzt, falsch
Beispiel:
umgangssprachlich(bei jmdm.) an die unrechte Adresse, an den Unrechten kommen, geraten (= an jmdn. geraten, der sich abweisend, zurückweisend verhält, der Widerstand leistet)
c)
umgangssprachlich nicht unrechtganz passabel, ganz gut
Beispiele:
jmd., etw. ist nicht unrecht
es ist gar nicht unrecht, was er sagte
die Frau ist nicht unrecht (= ist ganz sympathisch, angenehm)
2.
dem Recht, Rechtsempfinden widersprechend, entgegengesetzt
Gegenwort zu recht²
Beispiele:
es ist unrecht, so rücksichtslos mit jmdm. zu verfahren
(an jmdm.) unrecht handeln
er hat etw. Unrechtes getan
auf unrechte Gedanken kommen (= etw. Unrechtmäßiges denken) (= vermuten, dass hinter einer Sache etw. Unrechtmäßiges steckt)
jmdm. unrecht tun (= jmdn. ungerecht beurteilen, behandeln)
man gab dem Kläger unrecht (= wies seine Klage als unberechtigt zurück)
sprichwörtlich unrecht Gut tut selten gut
sprichwörtlich unrecht Gut gedeiht nicht
3.
unrecht, Unrecht habeneine falsche Meinung vertreten
Beispiele:
jmdm. unrecht, Unrecht geben (= jmds. Meinung als falsch ablehnen)
wenn man alt wird, sieht man ein, daß jeder nur ein bißchen recht und auch immer unrecht hat [MoloEin Deutscher383]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gut Handlung Tun also behalten dahaben einmal erworben freilich gar gedeihen gesetzwidrig gewiß immer insofern keineswegs leider möglicherweise natürlich nicht oft recht schreien sicher sicherlich so tun vermutlich vielleicht wohl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unrecht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ganz unrecht hat sie nicht, zumindest optisch sind nicht alle Restaurants einladend.
Süddeutsche Zeitung, 07.04.1998
Er hat nie unrecht, weil er in gelangweilter Pose darauf verzichtet, recht zu behalten.
Der Tagesspiegel, 26.04.1997
Und wenn Du sagst, ich sei leichtsinnig, dann tust Du mir wirklich unrecht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 15.02.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Vielleicht ist das hier unrecht, was ich schreibe, ich glaube es aber nicht.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 19.09.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16550
Man würde ihm unrecht tun, wollte man es wissenschaftlich kritisieren.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 419
Zitationshilfe
„unrecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unrecht>, abgerufen am 08.12.2019.

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