unschätzbar

GrammatikAdjektiv · häufig attributiv
Aussprache
Worttrennungun-schätz-bar
Wortzerlegungun-schätzbar
eWDG, 1976

Bedeutung

von außergewöhnlich hohem Wert
Beispiel:
diese Juwelen sind unschätzbar, haben einen unschätzbaren Wert
übertragen außerordentlich groß
Beispiele:
jmdm. einen unschätzbaren Dienst erweisen
er hat sich [Dativ] unschätzbare Verdienste um den Wiederaufbau der Stadt erworben
etw. hat eine unschätzbare Bedeutung
etw. ist jmdm., für jmdn. ein unschätzbarer Vorteil, Gewinn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatz · schatzen · schätzen · schätzbar · unschätzbar · Schätzung
Schatz m. ‘angehäufte Kostbarkeiten (besonders Schmuck, Edelsteine, Geld), Wertgegenstände, Reichtümer (vgl. Kunst-, Bodenschätze), geachtete, geliebte Person’, ahd. scaz ‘Münze, Geld, Reichtum’ (8. Jh.), mhd. scha(t)z ‘verarbeitetes Edelmetall, Geld und Gut, Reichtum, Tribut, Steuer, Wert, Preis’, asächs. skatt, mnd. schat, mnl. scat, nl. schat, aengl. sceatt, anord. skattr ‘Steuer, Schatz’, schwed. skatt, got. skatts ‘Münze, Geld’, afries. sket, schet, schat ‘Geld, Vieh’ (germ. *skatta-) haben keine außergerm. Verwandten und sind etymologisch ungeklärt. Die wohl älteste, im Afries. bezeugte Bedeutung ‘Vieh’ findet sich wieder in wahrscheinlich aus dem Germ. entlehntem aslaw. skotъ ‘Vieh, Haustier’, russ. skot (скот) ‘Vieh’, so daß man eine Entwicklung von ‘Vieh’ als Zeichen des Reichtums zu ‘Geld, Besitz’ annehmen kann (vgl. dazu lat. pecū ‘Vieh’ und pecūnia ‘Vermögen, Geld’, s. ↗Vieh und die dort dargestellte Entwicklung im Germ.). de Vries Nl. 609 f. (wo zahlreiche, letztlich nicht befriedigende Herleitungsversuche angeführt werden) erwägt, da Bedeutungen wie ‘Zins, Steuer’ dem Germ. fremde Begriffe seien, Rückführung der Formen auf ein östliches Wanderwort. Im 13. Jh. steht Schatz im Sinne von ‘niedergelegter, angehäufter Reichtum’ neben ↗Hort (s. d.) und wird im 15. Jh. Bezeichnung für ‘das Liebste, das größte Glück, den liebsten Menschen’. schatzen Vb. ‘Reichtümer ansammeln’ (bis ins 17. Jh.), ahd. scazzōn (9. Jh.), mhd. schatzen; die daneben im Mhd. bezeugte Bedeutung ‘besteuern, mit einer Abgabe belegen’ lebt weiter in dem Denominativum ↗brandschatzen (s. d.). schätzen Vb. ‘den Wert (eines Vermögens) beurteilen, taxieren, vermuten’, übertragen ‘achten, verehren’, mhd. schetzen ‘Geld abnehmen, besteuern, Lösegeld auferlegen, nach Wert oder Zahl veranschlagen, glauben, meinen’. schätzbar Adj. ‘so beschaffen, daß der Wert bestimmt, daß taxiert werden kann’ (17. Jh.); vgl. vom Substantiv abgeleitetes spätmhd. schazbære ‘kostbar’. unschätzbar Adj. ‘nicht taxierbar’ (17. Jh.), ‘sehr kostbar, außerordentlich wertvoll’ (16. Jh., besonders geläufig seit dem 18. Jh.). Schätzung f. ‘ungefähre Berechnung, Taxierung, Verehrung, Achtung’, mhd. schatzunge, schetzunge ‘Besteuerung, Taxierung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
nicht abschätzbar · unschätzbar · ↗unübersehbar
Synonymgruppe
(sehr) wertvoll · ↗unbezahlbar · unschätzbar · von unschätzbarem Wert  ●  nicht mit Geld aufzuwiegen  fig. · nicht mit Geld zu bezahlen  fig. · nicht mit Gold aufzuwiegen  fig.
Assoziationen
  • außerhalb der finanziellen Möglichkeiten · nicht zu finanzieren · ↗unerschwinglich  ●  ↗unbezahlbar  Hauptform
  • Juwel · ↗Kronjuwel · wertvolles Schmuckstück
  • Gold  ●  Aurum  lat.
  • (jemandem) lieb und teuer · ↗erstrebenswert · ↗kostbar · ↗lohnenswert · ↗wertvoll
  • für Geld nicht zu bekommen · für Geld nicht zu haben · mit Geld nicht zu bezahlen · nicht mit Geld zu bezahlen  ●  gibt es nicht (für Geld) zu kaufen  ugs., variabel
  • ein (eine) (...) ersten Ranges · einer (eine / eines) der bedeutendsten (...) · einer (eine / eines) der wichtigsten (...) · gehören zu den bedeutendsten (...) · gehören zu den wichtigsten (...) · von herausragender Bedeutung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beitrag Bereicherung Bonus Dienst Fund Fundgrube Fundus Gabe Gut Hilfsmittel Imagegewinn Kapital Kostbarkeit Kulturgut Kunstsammlung Kunstwerk Meisterwerk Nutzen Privileg Quelle Reichtum Reservoir Standortvorteil Verdienst Vorteil Vorzug Wert Wettbewerbsvorteil Wohltat wertvoll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unschätzbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Preis schien gering für eine Ware von unschätzbarem Wert.
Bild, 10.02.2001
Das Material, das er vor dem Leser ausbreitet, ist allerdings unschätzbar.
Die Zeit, 08.07.1999, Nr. 28
In solchen Lagen bewährt sich als unschätzbares Gut der gute Ton, der von Herzen kommt und selbstverständlich ist.
Gleichen-Russwurm, Alexander von: Der gute Ton. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1932], S. 21499
In solcher Zeit treue Freunde zu haben ist von unschätzbarem Werte, und ich darf sagen, daß es mir an solchen nicht gefehlt hat.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1196
Der Geschichte ist er eben dadurch von unschätzbarem Werte als Typus der Richtung einer ganzen Zeit.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 3589
Zitationshilfe
„unschätzbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unschätzbar>, abgerufen am 21.01.2019.

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