Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

unselig

Grammatik Adjektiv · häufig attributiv
Aussprache 
Worttrennung un-se-lig
Wortzerlegung un- selig
Wortbildung  mit ›unselig‹ als Erstglied: Unseligkeit · unseligerweise
eWDG

Bedeutungen

1.
vom Unglück verfolgt, höchst bedauernswert, unglückselig
Beispiele:
ein unseliger Mensch
die Unselige!
Dieser unselige Lopez! [ FrischDon JuanIntermezzo nach IV]
2.
Unglück, Verderben bringend, verhängnisvoll, unheilvoll
Beispiele:
eine unselige Veranlagung, Leidenschaft, Schwäche
eine unselige Rolle spielen
ein unseliger Streit
ein unseliges Erbe
der unselige Nebel war die Ursache des Unfalls
Zeiten unseligen Angedenkens (= verhängnisvolle Zeiten, an die man sich nicht gern erinnert)
Wahrscheinlich fürchtete sie eine Wiederholung jener unseligen Nacht [ RinserMitte161]

Typische Verbindungen zu ›unselig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unselig‹.

Verwendungsbeispiele für ›unselig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch dann kam das unselige Jahr 1958, als die ersten Ölquellen entdeckt wurden. [Die Zeit, 10.01.2011, Nr. 02]
Sicher hat auch das mit der unseligen deutschen Geschichte zu tun. [Die Zeit, 01.11.1985, Nr. 45]
Hess spricht weiter, und er redet von der »unseligen Suche nach menschlicher Schuld«. [Die Zeit, 25.01.1960, Nr. 04]
Vor allem schien es, als wäre die unselige These von der deutschen Kollektivschuld nun endgültig widerlegt. [Die Zeit, 21.04.1949, Nr. 16]
Dennoch schwebte über seiner tüchtigen und flüssig geschriebenen Arbeit ein unseliger Stern. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 1013]
Zitationshilfe
„unselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unselig>.

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