unterbleiben

GrammatikVerb · unterblieb, ist unterblieben
Aussprache
Worttrennungun-ter-blei-ben
Wortzerlegungunter-bleiben
eWDG, 1976

Bedeutung

nicht geschehen, nicht stattfinden
Beispiele:
die Besuche unterblieben bald
die Sache ist leider unterblieben
das hat zu unterbleiben, muss unterbleiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bleiben · verbleiben · Verbleib · unterbleiben · übrigbleiben · Überbleibsel · bleibenlassen · Hinterbliebene(r) · Bleibe
bleiben Vb. ‘einen Ort nicht verlassen, einen bestimmten Zustand beibehalten, übrig sein’, ahd. bilīban ‘(weg-, unter)bleiben’ (8. Jh.), mhd. belīben, blīben, mnd. mnl. blīven, nl. blijven, aengl. belīfan sind Präfixbildungen zu einem untergegangenen Simplex germ. *līƀan, zu dem auch die Kausativa ahd. leiben ‘hinterlassen, übriglassen’, aengl. lǣfan, anord. leifa gehören. Die germ. Formen verbinden sich mit aind. limpáti ‘schmiert, klebt (an)’, griech. lípos (λίπος) ‘Fett’, lit. lìpti ‘kleben (bleiben), klebrig sein’, aslaw. prilьpěti ‘anhaften’ und führen auf ie. *leip- ‘mit Fett beschmieren, kleben’, eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, schmieren’ (s. ↗Leim), so daß für bleiben von ‘klebenbleiben, haften’ auszugehen ist (dazu s. auch ↗leben). Möglich ist für germ. Formen mit der Bedeutung ‘übrigbleiben, -lassen’ aber auch ursprüngliche Zugehörigkeit zur Wurzel ie. *leiku̯- (s. ↗elf und ↗leihen). verbleiben Vb. ‘an einem Aufenthaltsort oder in einem Zustand bleiben’, ferner ‘übereinkommen’, mhd. verblīben, verlīben ‘bleiben, ausbleiben’; dazu Verbleib m. ‘das Verweilen, Aufenthaltsort’ (aus der Kanzleisprache des 18. Jhs.). unterbleiben Vb. ‘nicht geschehen, nicht stattfinden’, seit frühnhd. Zeit belegt, doch vgl. spätmhd. underblībunge. übrigbleiben Vb. ‘als Rest zurückbleiben’ (15. Jh.), älter (heute umgangssprachlich, vornehmlich nordd.) überbleiben, mhd. überbelīben, mnd. ōverblīven, nl. overblijven; vgl. ahd. urbarlīban ‘übrigbleiben’ (9. Jh.); dazu Überbleibsel n. ‘kleiner Rest’ (17. Jh.); vgl. nl. overblijfsel. bleibenlassen Vb. ‘unterlassen, nicht mehr tun’, mhd. in der Fügung belīben lāʒen. Hinterbliebene(r) m. f. ‘Angehörige(r) eines Verstorbenen, Leidtragende(r)’ (18. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu dem heute untergegangenen Verb hinterbleiben ‘zurückbleiben’ gegenüber einem Scheidenden, Weggehenden. Bleibe f. ‘Aufenthaltsort, Unterkunft, Herberge’ (19. Jh.), besonders durch die Jugendbewegung verbreitet; älter, heute aber aufgegeben, sind gleichbed. Bleibeort m. und Bleibestätte f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
auf sich warten lassen · ↗ausbleiben · ↗ausfallen · ↗entfallen · nicht stattfinden · unterbleiben · ↗verschwinden · ↗wegfallen  ●  fällt aus wegen Nebel  ugs. · ↗verfliegen  ugs.
Assoziationen
  • hätte schon längst (...) · in Verzug · längst fällig · müsste längst (...) · sollte längst (...) · ↗überfällig  ●  das wurde (auch) Zeit!  ugs. · spät kommt ihr, doch ihr kommt  geh., Zitat, variabel
  • (es) kommt nicht zu · ↗ausbleiben · nicht eintreten  ●  (es) gibt nicht  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abdruck Anrechnung Arztbesuch Belehrung Benachrichtigung Bestrafung Eheschließung Einmischung Einordnung Erfassung Geldmangel Handlunge Instandsetzung Investition Kostengrund Nachruf Neueinstellung Reparatur Schicklichkeitnsgrund Schuldzuweisung Steuerabzug Unterrichtung Vorverurteilung Waffenlieferung Zeitgrund ebensogut leider solange tunlichst Übermittlung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unterbleiben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das sei unterblieben und nun gehe es für ihn um das Problem der Beseitigung einer bereits bestehenden Anlage.
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2001
Nach einer vertraulichen Information an die Presse soll die Verwendung des Begriffs »Großdeutsches Weltreich« unterbleiben.
o. A.: 1939. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1983], S. 2756
Das sei bei einem der sieben Künstler erforderlich gewesen, aber unterblieben.
Die Zeit, 01.07.1966, Nr. 27
Das Düngen sollte unterbleiben, zu stark gedüngte Pflanzen blühen schlecht oder erst sehr spät.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 61
Die Übermittlung unterbleibt, wenn dadurch schutzwürdige Interessen des Betroffenen beeinträchtigt werden.
o. A.: Sozialgesetzbuch (SGB) - Verwaltungsverfahren -. In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998
Zitationshilfe
„unterbleiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unterbleiben>, abgerufen am 22.03.2019.

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