unternehmen

Grammatik Verb · unternimmt, unternahm, hat unternommen
Worttrennung un-ter-neh-men
Wortzerlegung unter-nehmen
Wortbildung  mit ›unternehmen‹ als Erstglied: ↗Unternehmer  ·  mit ›unternehmen‹ als Grundform: ↗Unternehmen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. planen, beginnen und durchführen, etw. machen, tun
Beispiele:
eine Reise, Fahrt, Exkursion, Wanderung, Tour, einen Ausflug (ins Gebirge, an die See) unternehmen
einen Versuch, Vorstoß unternehmen
eine militärische Operation unternehmen
er unternahm nichts ohne ihren Rat
umgangssprachlichetw. auf eigene Faust unternehmen
er hat es unternommen, die Sache aufzuklären
sie haben alles unternommen, um den Verunglückten zu helfen
etw. zu seiner Freude, seinem Vergnügen tun
Beispiele:
was wollen wir heute Abend noch unternehmen?
mit dieser Summe kann man nicht viel unternehmen
2.
etw. (gegen jmdn., etw.) unternehmen(gegen jmdn., etw.) vorgehen, einschreiten
Beispiele:
man muss doch etw. dagegen unternehmen!
gegen jmdn., etw. Schritte unternehmen
dagegen kann man leider nichts unternehmen
ich werde nichts gegen ihn unternehmen
wir werden erst dann etw. unternehmen, wenn der Fall geklärt ist
hast du in dieser Angelegenheit schon etwas unternommen?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nehmen · benehmen · benommen · Benommenheit · unbenommen · Benehmen · Benimm · unternehmen · Unternehmen · Unternehmer · vernehmen · Vernehmung · vernehmlich · Nahme
nehmen Vb. ‘mit den Händen ergreifen, fassen, wegnehmen, entziehen’, ahd. neman (8. Jh.), mhd. nemen, asächs. niman, neman, mnd. mnl. nēmen, nl. nemen, afries. nema, aengl. niman, engl. (älter) to nim, anord. nema, got. niman (germ. *neman) sind vergleichbar mit griech. némein (νέμειν) ‘aus-, ver-, ordnungsgemäß zuteilen, lenken, leiten, verwalten, sich aneignen, besitzen, bebauen, Weideland zuteilen, (ab)weiden, verzehren’, lett. (mit sekundärer Palatalisierung des Anlauts) n̹emt, awest. nəmah- ‘Darlehen’, air. nem ‘Gift’, lat. numerus ‘Zahl, Anzahl’, lit. núoma, núomas, lett. noma ‘Miete, Pacht’, so daß eine Wurzel ie. *nem- ‘zuteilen, nehmen’ (von der Vorstellung der hingestreckten Hand), auch (von ‘zuteilen’ ausgehend) ‘anordnen, rechnen, zählen’ angesetzt werden kann. benehmen Vb. ‘wegnehmen, entziehen’, ahd. bineman (8. Jh.), mhd. benemen; reflexiv ‘sich verhalten, sich aufführen’, anfangs ‘sich besprechen, mit jmdm. verständigen’ (18. Jh.). benommen Part.adj. ‘schwindlig, betäubt’ (19. Jh.), eigentlich ‘weggenommen, behindert’; Benommenheit f. ‘das Gefühl, keinen klaren Kopf zu haben, Betäubtheit’ (Mitte 19. Jh.). unbenommen Part.adj. ‘nicht verwehrt, unversagt’, eigentlich ‘unbehindert’, meist in der Fügung unbenommen sein, mhd. unbenomen sīn. Benehmen n. ‘das Verhalten nach Regeln von Sitte und Takt (im Umgang mit Menschen)’ (1. Hälfte 18. Jh.); dazu umgangssprachlich Benimm m. (19. Jh.). unternehmen Vb. ‘beginnen, betreiben, machen’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.); vgl. ahd. untarneman ‘unterbrechen, dazwischentreten’ (10. Jh.), mhd. undernemen ‘abschneiden, unterbrechen, verhindern, wegnehmen’, reflexiv ‘sich gegenseitig fassen, sich jmds. annehmen, etw. übernehmen, antreten’; Unternehmen n. ‘was unternommen wird, Vorhaben, Absicht’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘wirtschaftliche Unternehmung, Betrieb’ (18. Jh.), dazu Unternehmer m. ‘wer einen Gewerbe- oder Industriebetrieb besitzt (und leitet)’ (18. Jh.), nach engl. undertaker, frz. entrepreneur; älter allgemein ‘wer etw. in die Wege leitet’ (Ende 17. Jh.). vernehmen Vb. ‘geistig erfassen und aufnehmen, hören, verstehen’, ahd. firneman ‘verstehen, verbrauchen’, auch ‘zur Kenntnis nehmen, erkennen’ (8. Jh.), mhd. vernemen ‘fest-, gefangennehmen, (an)hören, erfahren, erfassen, begreifen’; als Ausdruck der Gerichtssprache ‘jmdn. befragen und anhören, verhören’ (18. Jh.); Vernehmung f. ‘geistige Erfassung’ (15. Jh.), ‘gerichtliches Verhör’ (Ende 17. Jh.); vernehmlich Adj. ‘hörbar, laut, deutlich’ (18. Jh.), älter ‘mit einem der Sinne wahrnehmbar’, auch ‘verständig, klug’ (15. Jh.). Nahme f. ‘das Nehmen, das Gewonnene’, ahd. nāma ‘Beschlagnahme, Ergreifung’ (um 800), mhd. nāme ‘gewaltsames Nehmen, Raub, Beute’, Verbalabstraktum zu nehmen; heute nur in Präfixbildungen wie Abnahme (17. Jh.), Annahme (15. Jh.), Aufnahme (15. Jh.), Einnahme (15. Jh.), Entnahme (18. Jh.), Übernahme, (mhd. übernāme), Zunahme (Mitte 17. Jh.), die von den entsprechenden Präfixverben abgeleitet sind.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) unternehmen · aktiv sein  ●  nicht nur vor dem Fernseher sitzen  variabel, fig. · nicht (nur) zu Hause herumhocken  ugs., fig.
Assoziationen
  • Gesellschaft suchen · nicht zu Hause versauern · unter Leute gehen · unter Menschen gehen
  • (seine) Wohnung verlassen · aus dem Haus gehen · ↗ausgehen · außer Haus gehen · unter Menschen gehen · vor die Tür gehen  ●  (sich) in der Öffentlichkeit zeigen  mediensprachlich · ↗rausgehen  ugs., regional
  • aus dem Quark kommen  ugs., fig. · aus dem Schuh kommen  ugs., fig. · aus den Puschen kommen  ugs., fig. · aus der Hüfte kommen  ugs. · ↗den Arsch hochkriegen  derb, fig. · ↗den Hintern hochkriegen  ugs., fig. · in die Gänge kommen  ugs., Hauptform · in die Hufe kommen  ugs. · in die Puschen kommen  ugs. · in die Pötte kommen  ugs. · in die Strümpfe kommen  ugs., fig.
  • (das) Leben (zu) nehmen (wissen) · (mitten) im Leben stehen · (sein) Leben (zu) meistern (wissen) · (sein) Leben gestalten · (sein) Leben in die Hand nehmen · am Leben teilhaben · ↗lebenstüchtig (sein)
Synonymgruppe
(etwas) nicht unwidersprochen hinnehmen · (etwas) unternehmen (gegen) · (sich) etwas nicht bieten lassen

Typische Verbindungen zu ›unternehmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unternehmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›unternehmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schule unternehme auf diesem Gebiet einfach zu wenig, da müsse man sich schon mal selbst informieren.
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2002
Trotzdem wächst der Druck auf die Regierung, etwas zu unternehmen.
Der Tagesspiegel, 20.01.2002
Auch lagen die eben von ihm unternommenen Arbeiten auf dem gleichen Gebiete.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Er habe daher letzteren aufgefordert, mit ihm etwas zu unternehmen.
Friedländer, Hugo: Räuberhauptmann Kneißl vor dem Schwurgericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 635
Die Vierhundert waren nicht in der Lage, irgend etwas gegen diese Entwicklung zu unternehmen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 11562
Zitationshilfe
„unternehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unternehmen>, abgerufen am 19.04.2021.

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