unterordnen

GrammatikVerb · ordnete unter, hat untergeordnet
Nebenform seltenunterordnen · Verb · unterordnete, hat untergeordnet
Aussprache
Worttrennungun-ter-ord-nen (computergeneriert)
Wortzerlegungunter-ordnen
Wortbildung mit ›unterordnen‹ als Erstglied: ↗Unterordnung  ·  mit ›unterordnen‹ als Grundform: ↗untergeordnet · ↗unterordnend
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
sich jmdm., jmds. Willen unterordnensich freiwillig nach jmdm. richten, sich freiwillig jmds. Willen fügen
Beispiele:
es fällt ihm nicht leicht, sich (anderen) unterzuordnen
sich freiwillig einem Kollektiv unterordnen
sich jmds. Willen, Befehl, Wunsch unterordnen
jmdn., etw. jmdm., einer Institution unterordnenjmdn., etw. der Rangfolge, Reihenfolge nach unter jmdn., eine Institution stellen
Beispiel:
das Büro, der Referent wurde dem Ministerium untergeordnet
meist im Part. Prät.
Beispiele:
untergeordnete Dienststellen
diese Fragen wurden auf untergeordneter staatlicher Ebene entschieden
2.
etw. einer Sache unterordnen
a)
etw. in eine (feste) Stufenordnung eingliedern
Gegenwort zu überordnen
Beispiele:
etw. einer Systematik unterordnen
ein (einem Oberbegriff) untergeordneter Begriff
eine Pflanze einer bestimmten Art unterordnen
diese Tiergattung ist den Säugetieren untergeordnet
nur im Part. Prät. u. Part. Präs.
Sprachwissenschaft untergeordneteiner übergeordneten syntaktischen Einheit als unselbstständig zugeordnet
Beispiele:
ein untergeordneter Satz (= Glied-, Nebensatz)
eine unterordnende (= einen Nebensatz und einen Hauptsatz verbindende, subordinierende) Konjunktion
›obwohl‹ ist eine unterordnende Konjunktion
b)
etw. zugunsten einer anderen Sache zurückstellen
Beispiele:
sie ordnete ihre eigenen Pläne denen ihres Mannes unter
Lenin betonte, daß die nationale Frage dem Klassenkampf des Proletariats untergeordnet ist [Einheit1956]
selten
Beispiel:
diesem Ziel ordneten sie ihr ganzes persönliches Leben unter
c)
attributiv oft im Part. Prät.
untergeordnetweniger wichtig, von geringerer, zweitrangiger Bedeutung
Beispiele:
diese Frage ist von untergeordneter Bedeutung
etw. spielt eine untergeordnete Rolle
etw. ist von untergeordnetem Interesse

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) Weisungen fügen · ↗(sich) anpassen · ↗(sich) beugen · (sich) unterordnen · ↗(sich) unterwerfen · tun, was man gesagt bekommt  ●  (nach jemandes) Pfeife tanzen  fig. · ↗gehorchen  Hauptform · ↗spuren  ugs. · ↗subordinieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
konzentrieren · ↗subsumieren · unterordnen · ↗verdichten · ↗zusammenfassen
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bedürfnis Belang Diktat Einzelinteresse Erfordernis Erwägung Ganze Gemeinwohl Gesamtinteresse Interesse Interessen Kalkül Kommerz Machterhalt Machtinteresse Parteidisziplin Privatleben Streben Willen Wohl Ziel Zielen Zwang bedingungslos bereitwillig einordnen ordnen widerspruchslos widerstandslos willig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unterordnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fällt es Ihnen da nicht schwer, sich teilweise halb so alten Regisseuren unterzuordnen?
Der Tagesspiegel, 18.08.2001
Sie sind es schlicht nicht gewohnt, ihre wirtschaftlichen Probleme den Interessen einer Gemeinschaft unterzuordnen.
Süddeutsche Zeitung, 05.10.1996
Wer mit anderen musiziert, fügt sich in eine Gemeinschaft ein und lernt, sich den Gesetzen der Harmonie unterzuordnen.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 35
Seine Frau hatte einen guten Teil ihres Lebens daran gewendet, ihn müde zu machen, ihn sich unterzuordnen.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 243
Sie haben sich von vornherein den von außen aufgenommenen Bestimmungen unterzuordnen.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 292
Zitationshilfe
„unterordnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unterordnen>, abgerufen am 17.02.2019.

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