unterstellen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung un-ter-stel-len
Wortzerlegung unter-stellen
Wortbildung  mit ›unterstellen‹ als Erstglied: ↗Unterstellmöglichkeit · ↗Unterstellraum · ↗Unterstellung1 · ↗Unterstellung2
eWDG

Bedeutungen

I.
Grammatik: Präsens ‘stellt unter’, Präteritum ‘stellte unter’, mit Hilfsverb ‘hat’, Partizip II ‘untergestellt’DWDS
1.
sich zum Schutz vor Regen, Unwetter unter ein schützendes Dach stellen
Beispiele:
sich bei heftigem Regen in einem Hauseingang, unter einem Dachvorsprung unterstellen
stell dich irgendwo unter, wenn es regnen sollte!
etw. unterstellen
Beispiel:
ich hatte das Fahrrad unter einem Schutzdach, Baum untergestellt, bis es aufhörte zu regnen
2.
etw. zur Aufbewahrung vorläufig unterbringen, einstellen
Beispiele:
seine Möbel bei jmdm. unterstellen
der Handwagen ist im Schuppen untergestellt
er hat seinen Wagen auf jmds. Grundstück, in jmds. Garage untergestellt
3.
umgangssprachlich etw. unter etw. stellen
Beispiel:
der Hahn tropfte, ich habe ein Gefäß untergestellt
II.
Grammatik: Präsens ‘unterstellt’, Präteritum ‘unterstellte’, mit Hilfsverb ‘hat’, Partizip II ‘unterstellt’DWDS
1.
jmdn., etw. jmdm., einer Institution unterstellenjmdn., etw. jmdm., einer Institution dienstlich unterordnen
Beispiele:
jmdm. ein Sachgebiet, eine Abteilung unterstellen
diese Heime, Betriebe sind den Räten der Stadtbezirke direkt unterstellt
er wurde dem Direktor direkt unterstellt
die Mitarbeiter sind der Werkleitung unmittelbar unterstellt
2.
jmdm. etw. unterstellenvon jmdm. in böser Absicht etw. Falsches behaupten, jmdm. etw. unterschieben
Beispiele:
jmdm. eine böse Absicht, schlechte Gedanken, Motive, Beweggründe unterstellen
wie können Sie mir unterstellen, dass ich so etwas getan habe!
3.
etw. (vorläufig) als möglich annehmen
Beispiele:
wir wollen einmal unterstellen, dass die Angaben richtig sind
hier ist stillschweigend unterstellt, daß sich alle natürlichen Qualitäten auf physikalische Qualitäten reduzieren lassen [ KlausKybernetik509]

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Schuld geben (an) · (die) Schuld zuweisen · ↗(jemandem etwas) anlasten · (jemandem etwas) unterstellen · (jemandem etwas) zur Last legen · ↗(jemanden) verdächtigen
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
davon ausgehen · ↗erwarten · unterstellen · ↗voraussetzen
Assoziationen
  • das erwarte ich (auch)! · das will ich (doch) hoffen! · inschallah!  ●  (wir) wolln's hoffen  ugs. · (wir) wolln's mal hoffen  ugs. · das walte Hugo!  ugs., veraltet, Spruch, ruhrdt., berlinerisch · das will ich (aber) auch hoffen!  ugs. · das will ich (auch) schwer hoffen!  ugs. · na hoffentlich!  ugs.
Synonymgruppe
(probeweise) annehmen · (versuchsweise) davon ausgehen, dass · unterstellen
Synonymgruppe
(etwas) abwälzen auf · (jemandem etwas) fälschlich zuschreiben · ↗(jemandem etwas) unterjubeln · ↗(jemandem etwas) unterschieben · (jemandem etwas) unterstellen  ●  (jemandem etwas) in die Schuhe schieben  fig. · (jemandem etwas) unter die Vorhaut jubeln  derb, selten
Assoziationen
  • (die) Schuld geben (an) · (die) Schuld zuweisen · ↗(jemandem etwas) anlasten · (jemandem etwas) unterstellen · (jemandem etwas) zur Last legen · ↗(jemanden) verdächtigen
  • (jemandem) bitter Unrecht tun · (jemanden) unfair behandeln · (jemanden) ungerecht behandeln
Synonymgruppe
(etwas) annehmen · (etwas) unterstellen · ungeprüft voraussetzen  ●  einfach behaupten  ugs.
Assoziationen
  • (sich etwas) ausdenken · in Umlauf bringen · in die Welt setzen (Gerücht) · unter die Leute bringen · ↗verbreiten  ●  (sich) Geschichten ausdenken  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem etwas) nachsagen · (jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (sich) in herabwürdigender Weise äußern (über) · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · ↗diffamieren · ↗diskreditieren · ↗herabsetzen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · ↗schlechtmachen · ↗schmähen · ↗verleumden · ↗verunglimpfen  ●  ↗(jemandem etwas) anhängen  fig. · (jemanden) in eine bestimmte Ecke stellen  fig. · in Misskredit bringen  fig. · (jemandem etwas) am Zeug flicken  ugs., veraltend · ↗(jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · (jemanden) mit Dreck bewerfen  ugs. · ↗anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unterstellen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unterstellen‹.

Verwendungsbeispiele für ›unterstellen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings wollte sie nicht so weit gehen, eine absichtliche kriminelle Handlung zu unterstellen.
Die Welt, 11.03.2005
Also waren diese Männer von dem Zeitpunkt an, da Sie Ihr Amt in Wien antraten, Ihnen unterstellt, nicht wahr?
o. A.: Einhundertneununddreißigster Tag. Montag, 27. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 29454
Wir haben den besten Willen, nichts zu verschleppen; das können Sie ohne weiteres unterstellen.
o. A.: Achtundachtzigster Tag. Freitag, 22. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15947
Formell sind also beide Zonen lediglich der italienischen beziehungsweise jugoslawischen Verwaltung unterstellt.
o. A.: Zone B. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1974]
Dort hatten sie vor über zehn Jahren ihre Fahrräder untergestellt, die Genossen vom Arbeiter-Radfahrerbund "Solidarität".
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Zitationshilfe
„unterstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unterstellen>, abgerufen am 26.02.2021.

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