untertänig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-ter-tä-nig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›untertänig‹ als Erstglied: ↗Untertänigkeit  ·  mit ›untertänig‹ als Letztglied: ↗alleruntertänigst
eWDG, 1976

Bedeutung

veraltend, abwertend einem Vorgesetzten gegenüber übertrieben unterwürfig, ergeben, devot
Beispiele:
in untertänigem Ton um etw. bitten
eine untertänige Verbeugung, Haltung, Gesinnung
veraltet Ihr untertänigster Diener (= drückt besondere Höflichkeitsbezeugung aus)
Kniebusch, der seinem Herrn immer untertänig gewesen war und stets nach seinen Wünschen gehandelt hatte [FalladaWolf2,57]
die untertänige Stellung der Frau gegenüber dem »Löwen« Mann [BebelFrau171]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

untertan · Untertan · untertänig
untertan Adj. ‘(einem Höherstehenden) untergeben, unterworfen, dienstbar, hörig, gefügig’, heute nur noch prädikativ in Wendungen wie sich etw. untertan machen ‘etw. seinen Zwecken unterwerfen’, jmdm. untertan sein ‘von jmdm. abhängig, ihm unterworfen sein’. Das Adjektiv ahd. untartān (9. Jh.), mhd. undertān ‘untergeben, unterworfen, unterjocht, verpflichtet’, auch ‘dazwischengetan, untermischt, unter-, verschieden’, ist eigentlich das Part. Prät. eines in frühnhd. Zeit untergegangenen Verbs ahd. untartuon (8. Jh.), mhd. undertuon ‘unterwerfen, verhindern, untermischen, verschieden machen’ (s. ↗tun). Dazu die Substantivierung Untertan m. ‘dem Landesherrn verpflichteter Bürger, Höriger, Leibeigener, der Obrigkeit gegenüber devoter, gefügiger Mensch, Untergebener’, mhd. undertān(e). untertänig Adj. ‘einem Vorgesetzten gegenüber übertrieben unterwürfig, ergeben’, früher auch Ausdruck besonderer Höflichkeitsbezeugung, ahd. untartānīg (Hs. 13. Jh.), mhd. untertænec, undertænic ‘untertan’.

Thesaurus

Synonymgruppe
blind ergeben · ↗devot · ↗hörig · ↗hündisch · ↗knechtisch · ↗kriecherisch · ↗sklavisch · ↗speichelleckerisch · untertänig · ↗unterwürfig  ●  ↗(jemandem) untertan  geh. · ↗servil  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauer Bitte Dank Diener Gemeinde Gruß Landschaft Nationalismus Ton bitten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›untertänig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Union wäre dann so etwas wie des Kanzlers untertänige Opposition.
Die Welt, 24.04.1999
Ihr habt euch über den Tisch ziehen lassen, brav, gehorsam und untertänig.
Der Tagesspiegel, 15.11.2003
Auch unter ihnen sind die untertänigen Völker zahlreich vertreten, namentlich Juden.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23416
Damals haßte ich diese Art, sich untertänig und höflich zu benehmen, ich wußte es eben nicht besser.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 0
Sehr wohl, ich melde untertänigst, es ist alles in Ordnung.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Unbestechliche. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923], S. 597
Zitationshilfe
„untertänig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/untertänig>, abgerufen am 18.02.2019.

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