untertan

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-ter-tan

Bedeutungsübersicht+

  1. a) [gehoben] ⟨sich etw. untertan machen⟩ sich etw. dienstbar machen
  2. b) [veraltend] ⟨jmdm. untertan sein⟩ jmds. Willen völlig unterworfen sein
    1. [historisch] von einem absolut regierenden Herrscher, besonders einem Feudalherren, ökonomisch, rechtlich abhängig sein
eWDG

Bedeutungen

a)
gehoben sich [Dativ] etw. untertan machensich etw. dienstbar machen
Beispiele:
der Mensch macht sich die Natur untertan
Die Küche unserer Tage ist dem Zweck untertan (= ist zweckdienlich, zweckentsprechend) [ Kultur im Heim1966]
b)
veraltend jmdm. untertan seinjmds. Willen völlig unterworfen sein
Beispiel:
Wahrscheinlich war sie ihm verfallen, hörig, untertan [ M. WalserEhen45]
historisch von einem absolut regierenden Herrscher, besonders einem Feudalherren, ökonomisch, rechtlich abhängig sein
Beispiel:
die leibeigenen Bauern waren den Feudalherren untertan
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

untertan · Untertan · untertänig
untertan Adj. ‘(einem Höherstehenden) untergeben, unterworfen, dienstbar, hörig, gefügig’, heute nur noch prädikativ in Wendungen wie sich etw. untertan machen ‘etw. seinen Zwecken unterwerfen’, jmdm. untertan sein ‘von jmdm. abhängig, ihm unterworfen sein’. Das Adjektiv ahd. untartān (9. Jh.), mhd. undertān ‘untergeben, unterworfen, unterjocht, verpflichtet’, auch ‘dazwischengetan, untermischt, unter-, verschieden’, ist eigentlich das Part. Prät. eines in frühnhd. Zeit untergegangenen Verbs ahd. untartuon (8. Jh.), mhd. undertuon ‘unterwerfen, verhindern, untermischen, verschieden machen’ (s. ↗tun). Dazu die Substantivierung Untertan m. ‘dem Landesherrn verpflichteter Bürger, Höriger, Leibeigener, der Obrigkeit gegenüber devoter, gefügiger Mensch, Untergebener’, mhd. undertān(e). untertänig Adj. ‘einem Vorgesetzten gegenüber übertrieben unterwürfig, ergeben’, früher auch Ausdruck besonderer Höflichkeitsbezeugung, ahd. untartānīg (Hs. 13. Jh.), mhd. untertænec, undertænic ‘untertan’.

Thesaurus

Synonymgruppe
devot · ↗hörig · ↗untertänig  ●  blind ergeben  abwertend · ↗hündisch  stark abwertend · ↗knechtisch  abwertend · ↗kriecherisch  stark abwertend · ↗sklavisch  stark abwertend · ↗speichelleckerisch  stark abwertend · ↗unterwürfig  abwertend · (jemandem) untertan  geh. · ↗servil  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›untertan‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›untertan‹.

Verwendungsbeispiele für ›untertan‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der biblische Auftrag war unmißverständlich knapp, nämlich: Macht Euch die Erde untertan.
Die Zeit, 16.05.1997, Nr. 21
Erst macht er sich die Erde untertan, dann fürchtet er, selbst zum Untertan der von ihm geschaffenen Geräte zu werden.
Der Tagesspiegel, 12.05.1997
Es ist richtig, ich habe ihn schwören lassen, daß er mir immer treu sein werde, nicht aber, daß er immer meinem Willen untertan sein werde.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Grafen Komarowski vor dem Schwurgericht zu Venedig. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 848
Das Weib sei dem Manne untertan! steht in der Bibel.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 232
Sie ist ihm untertan, hat ihm aber nicht Vorschriften zu machen.
Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 74
Zitationshilfe
„untertan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/untertan>, abgerufen am 27.01.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Untertagschicht
untertags
Untertagevergasung
Untertagespeicherung
Untertageschicht
Untertanengebiet
Untertanengeist
Untertanenhaltung
Untertanenseele
untertänig