untertauchen

GrammatikVerb · tauchte unter, hat/ist untergetaucht
Aussprache
Worttrennungun-ter-tau-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungunter-tauchen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
jmdn. unter die Wasseroberfläche drücken
Beispiel:
er hat seinen Freund beim Schwimmen untergetaucht
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
(zeitweise) völlig unter die Wasseroberfläche tauchen
Beispiele:
er tauchte im Meer, in den Wellen unter
erst als er untergetaucht war, tötete ich den Hecht [S. LenzBrot156]
bildlich
Beispiel:
gehoben Jeanne will gerade in den Erinnerungen untertauchen [JohoPeyrouton10]
3.
in etw. untertauchen
mit Hilfsverb ›ist‹
übertragen aus dem Blickfeld verschwinden
a)
Beispiele:
jmd. taucht in einer Menschenmenge, im Menschengewühl unter
[sie] tauchte langsam und lautlos in dem dämmerigen Ladeninnern unter [RinserMitte86]
b)
umgangssprachlich aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwinden und unerkannt leben
α)
aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwinden und unerkannt leben, um sich der gesetzlichen, strafrechtlichen Verfolgung zu entziehen
Beispiele:
dem Mörder gelang es, in der Großstadt unterzutauchen
der Verbrecher ist irgendwo in Amerika untergetaucht
β)
aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwinden und unerkannt leben, um sich der Verfolgung durch ein Regime zu entziehen
Beispiel:
viertausend Juden konnten untertauchen, sie werden von Berlinern versteckt, ernährt [HochhuthStellvertreterI 3]

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) verbergen · ↗(sich) verstecken · nicht mehr erreichbar sein  ●  untertauchen  fig. · ↗abtauchen  ugs., fig. · auf Tauchstation gehen  ugs., fig. · in der Versenkung verschwinden  ugs., fig. · von der Bildfläche verschwinden  ugs., fig.
Assoziationen
  • entschwunden · ↗fort · hat sich verflüchtigt · nicht auffindbar · nicht aufzufinden · nicht zu finden · spurlos verschwunden · ↗unauffindbar · ↗verloren · verloren gegangen · vermisst (werden) · ↗verschollen · verschwunden · vom Winde verweht  ●  ↗abgängig  Amtsdeutsch, fig. · ↗weg  Hauptform · (sich) in Luft aufgelöst haben  ugs. · abhanden gekommen  ugs. · ↗dahin  geh. · ↗flöten  ugs. · flöten gegangen  ugs. · ↗futsch  ugs. · futschikato  ugs., scherzhaft · ↗hops  ugs. · ↗perdu  ugs., franz. · ↗sonst wo  ugs. · verschütt gegangen  ugs. · von Windows verweht  ugs., scherzhaft · wie vom Erdboden verschluckt  ugs. · wie weggeblasen  ugs.
  • (sich) bedeckt halten · (sich) im Hintergrund halten · im Hintergrund bleiben · im Hintergrund stehen · nicht weiter in Erscheinung treten · nicht öffentlich in Erscheinung treten  ●  die Füße stillhalten  fig.
  • (das) Weite suchen · die Flucht ergreifen · ↗entkommen · ↗fliehen · ↗flüchten · ↗weglaufen · zu entkommen versuchen  ●  Fersengeld geben  veraltend · (sich) aus dem Staub machen  ugs. · ↗(sich) dünn(e) machen  ugs. · ↗(sich) verdrücken  ugs. · ↗abhauen  ugs. · ↗ausfliegen  ugs., ironisch · ↗stiften gehen  ugs. · ↗türmen  ugs. · ↗verduften  ugs. · zu entkommen suchen  geh.
  • (sich) vergraben · ↗(sich) verkriechen · ↗abtauchen · keinen Fuß vor die Tür setzen · nicht (mehr) aus dem Haus gehen · nicht die Wohnung verlassen · zu Hause bleiben  ●  mit dem Arsch zu Hause bleiben  derb · schön zu Hause bleiben  ugs.
  • (irgendwo) Unterschlupf finden · ↗(irgendwo) unterkommen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschiebung Anonymität Anraten Asylbewerber Ban Drahtzieher Dschungel Dunkel Gesuchte Gewühl Illegalität Komplize Kriegsende Mafioso Menschengewühl Menschenmenge Mittelmaß Morddrohung Mundlos Trio Trubel ausreisen einreisen entkommen fliehen irgendwo spurlos tauchen unbehelligt unerkannt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›untertauchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als einer ihrer Aufträge mißlingt, taucht sie verletzt bei Lino unter und öffnet sich ihm.
Die Welt, 15.07.2005
In diesem Pool tauchen sie alle unter, ohne sich je frei schwimmen zu können.
Süddeutsche Zeitung, 06.09.1999
Und so tauchten sie stets unbemerkt in den Bergen unter.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 456
Er tauchte, wie man so sagt, in der Masse unter.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 35
Er war zu etwas geworden, das für das menschliche Bewußtsein in ein immer stärkeres Dunkel untergetaucht war.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 249
Zitationshilfe
„untertauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/untertauchen>, abgerufen am 21.08.2018.

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