unterzeichnen

GrammatikVerb · unterzeichnet, unterzeichnete, hat unterzeichnet
Aussprache
Worttrennungun-ter-zeich-nen
Wortzerlegungunter-zeichnen
Wortbildung mit ›unterzeichnen‹ als Erstglied: ↗Unterzeichner · ↗Unterzeichnung  ·  mit ›unterzeichnen‹ als Letztglied: ↗mitunterzeichnen
eWDG, 1976

Bedeutung

ein Schriftstück unterzeichnenein Schriftstück unterschreiben
Beispiele:
ein (offizielles) Schreiben, Protokoll unterzeichnen
einen Vertrag, Aufruf, Appell, ein Abkommen unterzeichnen
ein Gesetz wird unterzeichnet (= einem Gesetz wird Rechtskraft verliehen)
Salomon unterzeichnete noch die Post auf dem Kontor [G. HermannGebert45]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeichnen · Zeichner · zeichnerisch · Zeichnung · auszeichnen · ausgezeichnet · Auszeichnung · bezeichnen · Bezeichnung · unterzeichnen · Unterzeichnung · verzeichnen · Verzeichnis
zeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen, (durch Striche) bildlich wiedergeben’, ahd. zeihhanen ‘kennzeichnen, bezeichnen, anzeigen, Wunder tun’ (8. Jh.), mhd. zeichen(en) ‘mit einem Zeichen versehen, (be)zeichnen, aufschreiben, verzeichnen, anzeigen’, asächs. tēknian, mnd. tēken(en), mnl. tēkenen, teikenen, nl. tekenen ‘zeichnen’, aengl. tǣcnan ‘bezeichnen’ (daraus durch Schwund des stammhaften -n- aengl. tǣcan ‘zeigen, erklären, lehren’, engl. to teach ‘unterrichten’), anord. teikna ‘Zeichen geben, bezeichnen’, schwed. teckna ‘zeichnen’, got. taiknjan ‘zeigen’ und ahd. zeihhanōn ‘bezeichnen, bezeugen’ (9. Jh.), aengl. tācnian, tǣcnian ‘kennzeichnen, anzeigen’ sind jan- bzw. ōn-Ableitungen von dem unter ↗Zeichen (s. d.) behandelten germ. Substantiv. Als frühe Bedeutung ist anzusetzen ‘mit Zeichen versehen’; dazu tritt bald ‘mit einem Zeichen ausdrücken, anzeigen, nachbilden’, woraus (spätmhd.) ‘niederschreiben’ und ‘in Linien, Strichen (künstlerisch) gestalten’ (16. Jh.), dann auch ‘seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen, unterschreiben’ (seit dem 17. Jh. in der Kaufmannssprache, sonst meist unterzeichnen, s. unten). Zeichner m. ‘wer (künstlerische, technische) Zeichnungen anfertigt’ (um 1600), älter ‘wer etw. mit einem Zeichen versieht’ (16. Jh.); vom Substantiv mhd. zeichen ‘Wunder’ ist abgeleitet mhd. zeichenære ‘wer Zeichen und Wunder tut, Wundertäter’, an ahd. zeihhan schließt sich an ahd. zeihhanāri ‘Träger des Feldzeichens, Bannerträger’ (11. Jh.). zeichnerisch Adj. ‘das Zeichnen betreffend’ (17. Jh.). Zeichnung f. ‘vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführte bildliche Darstellung, natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen’ (17. Jh.); vgl. ahd. zeihhanunga (um 800), mhd. zeichenunge ‘Bezeichnung, Kennzeichnung’. auszeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, prämieren’, (reflexiv) ‘sich durch besondere Kennzeichen unterscheiden, sich (aus einer Menge) herausheben’, mhd. ūʒzeichenen ‘kennzeichnen, anmerken, auswählen’; ausgezeichnet Part.adj. ‘hervorragend, vorzüglich’ (18. Jh.); Auszeichnung f. ‘Preisangabe, Hervorhebung, Ehrung, Orden, Titel’ (18. Jh.), zuvor (vereinzelt) ‘das Auswählen’ (15. Jh.). bezeichnen Vb. ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren, (be)nennen, charakterisieren’, ahd. bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichenen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’; Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd. bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’. unterzeichnen Vb. ‘(ein Schriftstück) mit seinem Namen unterschreiben’, eigentlich ‘sein (Namens)zeichen unter etw. setzen’; Unterzeichnung f. (beide 16. Jh.). verzeichnen Vb. ‘schriftlich festhalten, aufführen, falsch, in unzutreffenden Formen zeichnen’, übertragen ‘falsch oder übertrieben darstellen, entstellen’; Verzeichnis n. ‘Zusammenstellung in Form einer Liste, Aufstellung, Register’ (beide 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abzeichnen · ↗signieren · unterzeichnen  ●  ↗unterschreiben  Hauptform · seinen 'Kaiser Wilhelm' daruntersetzen  ugs., scherzhaft, Redensart · ↗unterfertigen  geh., Amtsdeutsch, veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unterzeichnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abkommen Absichtserklärung Atomwaffensperrvertrag Aufruf Außenminister Dekret Dezember Dokument Erklärung Friedensabkommen Friedensvertrag Gesetz Handelsabkommen Kaufvertrag Koalitionsvertrag Konvention Kooperationsabkommen Kooperationsvertrag Memorandum Petition Protokoll Präsident Staatsvertrag Vereinbarung Vertrag Vertreter Vorvertrag Zusammenarbeit Zusatzprotokoll ratifizieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unterzeichnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›unterzeichnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

China hat schon länger angekündigt, das Abkommen unterzeichnen zu wollen.
Süddeutsche Zeitung, 19.06.1998
Die Zahl unterzeichne die Wirklichkeit, hieß es schon vor einem Monat.
Der Tagesspiegel, 04.03.1998
Ich frage Sie, waren nicht Sie es, der Frank überredete, diese Verordnung so schnell wie möglich zu unterzeichnen?
o. A.: Einhundertzwölfter Tag. Dienstag, 23. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18806
Ich unterzeichnete aber, da man mir sonst Mangel an Mut vorwerfen konnte, und das war gut.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1480
Von den vor allem lutherischen Kirchen und streng bekenntnisgebundenen kirchlichen Gemeinschaften haben bisher einige nicht unterzeichnet.
o. A. [rl]: Leuenberger Konkordie. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1974]
Zitationshilfe
„unterzeichnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unterzeichnen>, abgerufen am 26.02.2020.

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