Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

unumwunden

Grammatik Adjektiv (nicht mit »sein«)
Aussprache 
Worttrennung un-um-wun-den
eWDG

Bedeutung

ohne Umschweife, rückhaltlos offen, geradezu
Beispiele:
etw. unumwunden eingestehen, zugeben
unumwunden seine Meinung, die Wahrheit sagen
unumwunden fragen, antworten
unumwunden mit jmdm. über etw. reden
eine unumwundene Frage, Bitte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

winden · Winde · umwinden · unumwunden
winden Vb. ‘drehen, (um)wickeln, schlingen, flechten’, reflexiv ‘ranken, sich krümmen, sich schlängeln’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. wintan (8. Jh.), mhd. winden, winten ‘(sich) drehen, um-, einwickeln, sich umdrehen, angreifen’, asächs. windan ‘sich wenden, bewegen’, mnd. mnl. nl. winden, afries. winda, aengl. windan, engl. to wind, anord. schwed. vinda ‘winden, drehen’, got. biwindan ‘umwinden’ (germ. *windan) führt mit aind. vandhúram ‘Wagenkorb’, griech. áthras (ἄθρας, aus *ϝαθ-) ‘Wagen’ auf ie. *u̯endh- ‘drehen, winden, flechten’ (wozu auch Wand, wandeln, wandern, wenden, Windel, windschief, s. d.). Winde f. ‘Hebegerät mit einer Kurbel zum Aufwickeln eines Seils’, ahd. waʒʒarwinta ‘Vorrichtung zum Wasserschöpfen’ (10. Jh.), mhd. winde. Zugleich Pflanzenname (Acker)winde, mit sich um eine Stütze windendem Stengel, ahd. winda (11. Jh.), mhd. winde. umwinden Vb. ‘herumschlingen, mit etw. umwickeln’ (15. Jh.). unumwunden Part.adj. ‘ungezwungen, deutlich, offen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) ins Gesicht (sagen) · direkt · in aller Offenheit · offen · rundheraus · schonungslos · unbeschönigt · unumwunden · unverblümt · unverhohlen  ●  (einmal ganz) undiplomatisch  fig. · schlankweg  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unumwunden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unumwunden‹.

Verwendungsbeispiele für ›unumwunden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unumwunden gibt er zu, manchmal selbst mit seiner Arbeit zu hadern. [Die Zeit, 26.06.2013 (online)]
Es wird hoffentlich gut gehen ", gab der Minister unumwunden zu. [Die Zeit, 17.12.2012, Nr. 51]
Die Idee mit dem Referendum sei "ein Fehler" gewesen, räumte er im Kabinett unumwunden ein. [Die Zeit, 07.11.2011, Nr. 45]
Das sage ich unumwunden, denn ich halte sie an sich für das richtige Signal in dieser Zeit. [Die Zeit, 09.07.2003, Nr. 28]
Sie hat eine so unumwundene, scharfe Art, jeden Fehler, jede kleinste Schwäche zu charakterisieren. [Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 14]
Zitationshilfe
„unumwunden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unumwunden>.

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