unumwunden

GrammatikAdjektiv (nicht mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungun-um-wun-den (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

ohne Umschweife, rückhaltlos offen, geradezu
Beispiele:
etw. unumwunden eingestehen, zugeben
unumwunden seine Meinung, die Wahrheit sagen
unumwunden fragen, antworten
unumwunden mit jmdm. über etw. reden
eine unumwundene Frage, Bitte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

winden · Winde · umwinden · unumwunden
winden Vb. ‘drehen, (um)wickeln, schlingen, flechten’, reflexiv ‘ranken, sich krümmen, sich schlängeln’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. wintan (8. Jh.), mhd. winden, winten ‘(sich) drehen, um-, einwickeln, sich umdrehen, angreifen’, asächs. windan ‘sich wenden, bewegen’, mnd. mnl. nl. winden, afries. winda, aengl. windan, engl. to wind, anord. schwed. vinda ‘winden, drehen’, got. biwindan ‘umwinden’ (germ. *windan) führt mit aind. vandhúram ‘Wagenkorb’, griech. áthras (ἄθρας, aus *ϝαθ-) ‘Wagen’ auf ie. *u̯endh- ‘drehen, winden, flechten’ (wozu auch ↗Wand, ↗wandeln, ↗wandern, ↗wenden, ↗Windel, ↗windschief, s. d.). Winde f. ‘Hebegerät mit einer Kurbel zum Aufwickeln eines Seils’, ahd. waʒʒarwinta ‘Vorrichtung zum Wasserschöpfen’ (10. Jh.), mhd. winde. Zugleich Pflanzenname (Acker)winde, mit sich um eine Stütze windendem Stengel, ahd. winda (11. Jh.), mhd. winde. umwinden Vb. ‘herumschlingen, mit etw. umwickeln’ (15. Jh.). unumwunden Part.adj. ‘ungezwungen, deutlich, offen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) ins Gesicht (sagen) · ↗direkt · in aller Offenheit · ↗offen · ↗schonungslos · unbeschönigt · unumwunden · ↗unverblümt · ↗unverhohlen  ●  ↗schlankweg  ugs.
Assoziationen
  • direkt · ↗frei · frei heraus · ↗freimütig · ↗geradeheraus · ↗offen · ↗offenherzig · ↗rundheraus · ↗unverblümt  ●  ↗gradheraus  ugs.
  • (frei) von der Leber weg · (so) wie (jemandem) der Schnabel gewachsen ist · frank und frei · frei heraus · ↗geradeheraus · ↗offen · ohne Hemmung · ↗rundheraus · ↗unverblümt · ↗unverhohlen  ●  auf gut Deutsch (gesagt)  ugs. · einfach drauflos  ugs. · frei zum Munde heraus (ironisch altertümelnd)  geh.
  • dreist · ↗frech · frechweg · ↗glatt · ↗kaltschnäuzig · unverfrorenerweise · ↗unverschämterweise
  • (etwas) klar aussprechen · (ganz) offen sein · (jemandem) nichts vormachen · (mit etwas) nicht hinterm Berg halten · (mit jemandem) Fraktur reden · (sich) unmissverständlich ausdrücken · auf den Punkt bringen · auf den Punkt kommen · deutlich werden · deutliche Worte finden · deutlicher werden · klare Worte finden · offen reden · offen und ehrlich seine Meinung sagen · unbeschönigt seine Meinung äußern · unverblümt benennen  ●  die Karten offen auf den Tisch legen  fig. · kein Blatt vor den Mund nehmen  fig. · offen aussprechen  Hauptform · (eine) klare Ansage (machen)  ugs. · (etwas) auf gut Deutsch sagen  ugs. · ↗Klartext (reden)  ugs. · Klartext reden  ugs. · Tacheles reden  ugs. · aus seinem Herzen keine Mördergrube machen  ugs. · das Kind beim Namen nennen  ugs. · nicht (lange) um den heißen Brei herumreden  ugs. · nicht drumherum reden  ugs. · reinen Wein einschenken  ugs., fig. · zur Sache kommen  ugs.
  • (einfach) sagen müssen  ●  ↗(aus jemandem) herausplatzen  ugs. · ↗(jemandem) entfahren  geh. · (sich etwas) nicht verkneifen (können)  ugs.
  • (jemandem) zeigen, wie er wirklich ist · (jemanden) mit sich selbst konfrontieren  ●  (jemandem) den Spiegel vorhalten  fig.
  • (die) Verantwortlichkeit (klar) benennen · (klar) sagen was los ist · Namen nennen · sagen, wer dahintersteckt  ●  Ross und Reiter nennen  Redensart, fig. · das Kind beim Namen nennen  Redensart, fig. · die Dinge beim Namen nennen  Redensart, fig., Hauptform · sagen was Sache ist  ugs. · sagen, was ist  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekenntnis anerkennen antworten auch ausdrücken aussprechen bejahen bekennen denn ebenso eingestehen einräumen erklären erstmals feststellen formulieren gestehen gestern heute inzwischen jedoch kürzlich lauten räumen sagen ziemlich zugeben zugestehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unumwunden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unumwunden gibt er zu, manchmal selbst mit seiner Arbeit zu hadern.
Die Zeit, 26.06.2013 (online)
Unumwunden übernahm er die Verantwortung für die Fehler, die seiner Regierung angelastet wurden.
Der Tagesspiegel, 27.09.2000
Sie hat eine so unumwundene, scharfe Art, jeden Fehler, jede kleinste Schwäche zu charakterisieren.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 14
Denn wie hätten so unumwundene Gesinnungen und Drohungen sonst gedruckt und veröffentlicht werden können?
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 60
Weil der Angriff immer die beste Verteidigung ist, sagte Oswald das unumwunden.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 117
Zitationshilfe
„unumwunden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unumwunden>, abgerufen am 19.12.2018.

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