unverblümt

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-ver-blümt
Wortzerlegung un- verblümt
Wortbildung  mit ›unverblümt‹ als Grundform: Unverblümtheit
eWDG

Bedeutung

offen, geradeheraus
Beispiele:
jmdm. unverblümt die Wahrheit, Meinung sagen
etw. unverblümt aussprechen, erklären
unverblümt etw. fordern
etw. mit unverblümter Offenheit, Direktheit sagen
seine Drohungen waren unverblümt (= unmissverständlich)
Millionen protestierten […] gegen den unverblümten (= aggressiven) Kriegskurs [ Tageszeitung1970]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blume · blumig · geblümt · verblümt · unverblümt · Blumenkohl · Karfiol
Blume f. Blüten hervorbringende krautige Pflanze. Gemeingerm. Gebrauch von Bildungen mit m-haltigen Suffixen bezeugen ahd. bluomo m. (8. Jh.), bluoma f. (9. Jh.), mhd. bluome m. f., asächs. blōmo m., mnd. blōme f., mnl. bloeme, blomme, nl. bloem f., anord. blōmi m., blōm n., schwed. blomma, got. blōma m. (germ. *blōmō-). Sie gehören zu der unter blühen (s. d.) behandelten Wurzelerweiterung ie. *bhlē-, *bhlō-. blumig Adj. ‘blumenreich’ (17. Jh.), Ableitung vom Substantiv. geblümt Part.adj. ‘mit Blumen verziert’, zu älterem blümen ‘mit Blumen schmücken’, mhd. blüemen; vgl. ahd. bluomōn (9. Jh.). verblümt Part.adj. ‘durch Umschreibung verhüllt’, zu älterem, mit blümen gleichbed. verblümen, mhd. verblüemen, das heute meist in der verneinten Form unverblümt Adj. ‘geradeheraus, ohne Rücksicht’ (16. Jh.) gebraucht wird. Blumenkohl m. Übersetzung (Ende 16. Jh.) von ital. cavolfiore ‘Blumenkohl’ (aus ital. cavolo ‘Kohl’ und fiore ‘Blume’), das auch als Karfiol m. eingedeutscht wird (2. Hälfte 16. Jh.) und noch heute im Obd. üblich, aber im Rückzug begriffen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
direkt · frei · frei heraus · freimütig · geradeheraus · offen · offenherzig · rundheraus · unverblümt  ●  gradheraus  ugs.
Oberbegriffe
  • beschreibend (positiv)
Synonymgruppe
nicht geschönt · unbeschönigt · ungeschönt · unverblümt  ●  ehrlich  fig. · ungefiltert  fig. · ungeschminkt  fig. · so wie es ist  ugs.
Assoziationen
  • (frei) von der Leber weg · (so) wie (jemandem) der Schnabel gewachsen ist · frei heraus · geradeheraus · in aller Offenheit · offen · ohne Hemmung(en) · rundheraus · ungeniert · unverblümt · unverhohlen  ●  auf gut Deutsch  ugs., fig. · einfach drauflos  ugs. · frank und frei  geh., veraltend · frei zum Munde heraus (ironisch altertümelnd)  geh. · ohne falsche Bescheidenheit  ugs., ironisierend · ohne falsche Scham  ugs., ironisierend
  • ich sag es, wie es ist  ●  ich will ganz ehrlich zu dir sein  floskelhaft · machen wir uns (da) nichts vor  ugs. · mal ehrlich  ugs.
  • (jemandem etwas) ins Gesicht (sagen) · direkt · in aller Offenheit · offen · rundheraus · schonungslos · unbeschönigt · unumwunden · unverblümt · unverhohlen  ●  (einmal ganz) undiplomatisch  fig. · schlankweg  ugs.
Synonymgruppe
nackt · unverblümt · unverhüllt
Synonymgruppe
(jemandem etwas) ins Gesicht (sagen) · direkt · in aller Offenheit · offen · rundheraus · schonungslos · unbeschönigt · unumwunden · unverblümt · unverhohlen  ●  (einmal ganz) undiplomatisch  fig. · schlankweg  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(frei) von der Leber weg · (so) wie (jemandem) der Schnabel gewachsen ist · frei heraus · geradeheraus · in aller Offenheit · offen · ohne Hemmung(en) · rundheraus · ungeniert · unverblümt · unverhohlen  ●  auf gut Deutsch  ugs., fig. · einfach drauflos  ugs. · frank und frei  geh., veraltend · frei zum Munde heraus (ironisch altertümelnd)  geh. · ohne falsche Bescheidenheit  ugs., ironisierend · ohne falsche Scham  ugs., ironisierend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unverblümt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unverblümt‹.

Verwendungsbeispiele für ›unverblümt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Klingt alles frisch, unverblümt, so hieß das in jenen fernen Zeiten wohl. [Die Zeit, 10.09.1998, Nr. 38]
Wahrscheinlich wollte Will beweisen, daß er auch als Frau erfolgreich sein würde – womit er Recht hat: so unverblümt karrierebewußte Frauen findet man nur selten. [konkret, 1981]
Seine unverblümte Ausdrucksweise gefällt uns; und die allgemeine Richtung, die er einschlägt, verspricht uns gangbare Wege. [Die Zeit, 21.09.1962, Nr. 38]
Aber kaum ein Land argumentiert so unverblümt rückwärts gewandt mit Begriffen wie "nationale Ehre". [Süddeutsche Zeitung, 05.11.2003]
Der Kanzler schreckt jetzt nicht mehr davor zurück, unverblümt von der Einheit Deutschlands zu sprechen. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 236]
Zitationshilfe
„unverblümt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unverbl%C3%BCmt>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
unverbleit
unverbindlich
unverbildet
unverbesserlich
unverbesserbar
unverborgen
unverbraucht
unverbrieft
unverbrüchlich
unverbunden