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unvermögend

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung un-ver-mö-gend
Wortzerlegung un- vermögen -end2

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. kein Vermögen besitzend, mittellos
  2. 2. [gehoben, veraltend] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
kein Vermögen besitzend, mittellos
Beispiele:
jmd. ist unvermögend
eine nicht unvermögende Witwe (= Witwe, die ein ziemlich ansehnliches Vermögen besitzt)
2.
gehoben, veraltend
Grammatik: ohne Steigerung
Beispiel:
Er … ritt langsam in die öde Ebene, unvermögend (= nicht imstande), den Blick zu der schimmernden Stadt … zu heben [ Bergengr.Heiraten215]

Thesaurus

Synonymgruppe
(finanziell) nicht gut dastehen · arm · auf öffentliche Unterstützung angewiesen · bedürftig · dürftig · einkommensschwach · finanzschwach · hilfebedürftig · mittellos · notleidend · ohne das Nötigste · prekär · sozial schwach · unvermögend · verarmt · ärmlich
Assoziationen
  • (ein) kümmerliches Leben fristen · in ärmlichen Verhältnissen (leben) · kümmerlich leben · unter ärmlichen Bedingungen  ●  (sein) Leben fristen  Hauptform · unter äußerst bescheidenen Verhältnissen leben  positiv, verhüllend · zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig (haben)  Spruch · äußerst bescheiden leben  positiv, verhüllend · vegetieren  ugs.
  • (schon) bessere Tage gesehen haben · abgewirtschaftet · an den Bettelstab gekommen · arm geworden · auf den Hund gekommen · heruntergekommen · ruiniert · verarmt · verelendet  ●  in Armut abgesunken  geh. · in Armut gesunken  geh. · prekarisiert  fachspr., Jargon
  • arbeitslos (sein) · arbeitssuchend · beschäftigungslos · erwerbslos · nicht erwerbstätig · ohne Arbeit · ohne Arbeitsverhältnis · ohne Beschäftigungsverhältnis · unbeschäftigt  ●  brotlos  fig. · keine Arbeit haben  variabel · ohne Job (dastehen)  ugs.
  • abgehalftert · abgerissen · abgetakelt · abgewirtschaftet · am Ende · desolat · in einem schlechten Zustand · marode · mies · ruiniert · schäbig · ungepflegt · verdorben · verkommen · verlottert · verludert · verlumpt · verschlissen · verwahrlost · verwildert · zerfasert · zerfleddert · zerlumpt · zerschlissen  ●  (äußerlich) heruntergekommen  Hauptform · schleißig  österr. · (herumlaufen) wie ein Penner  derb, abwertend · abgefuckt  derb, jugendsprachlich · abgeranzt  ugs. · abgerockt  ugs., salopp · abgewrackt  ugs. · auf den Hund gekommen  ugs. · gammelig  ugs. · muchtig  ugs., berlinerisch · vergammelt  ugs.
  • alles ausgegeben haben · kein Geld mehr haben · keinen Cent mehr haben · nicht einen Cent haben  ●  auf dem Trockenen sitzen  fig.

Verwendungsbeispiele für ›unvermögend‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem habe er inzwischen eine "feste Beziehung" zu einer "nicht unvermögenden" Dame. [Süddeutsche Zeitung, 04.06.1999]
Die Polizei war dem arbeitslosen, aber nicht unvermögenden Mann seit zehn Tagen auf der Spur. [Süddeutsche Zeitung, 08.05.1998]
Nun ist die Erde aber sehr groß und komplex, der menschliche Geist im Vergleich dazu eher klein und unvermögend. [C't, 1992, Nr. 5]
Das Kind erlebt sich selbst dann eher als unvermögend und fremdbestimmt und verliert seine Anstrengungsbereitschaft, eigene Ziele zu verfolgen. [Die Zeit, 09.05.2011, Nr. 19]
Da er ein gutes Gehalt bezog und seine Frau nicht unvermögend war, lebte er in auskömmlichen Verhältnissen. [Blume, Friedrich: Bach. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 7955]
Zitationshilfe
„unvermögend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unverm%C3%B6gend>.

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