unwiederbringlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-wie-der-bring-lich (computergeneriert)
formal verwandt mitwiederbringen
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben endgültig vergangen, verloren
Beispiele:
ein unwiederbringlicher Verlust
glückliche, unwiederbringliche Augenblicke, Stunden
ein unwiederbringliches Glück
etw. ist unwiederbringlich vergangen, verloren
Jede Minute, die war, ist unwiederbringlich [Borchert64]
das ... Spannungsverhältnis zwischen Vergangenem und Zukünftigem, Unwiederbringlichem und Lebendigem [Urania1972]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bringen · Mitbringsel · umbringen · unwiederbringlich
bringen Vb. ‘herbeischaffen’. Das ursprünglich starke Verb mit schwachen Präteritalformen ahd. bringan (8. Jh.), mhd. bringen, asächs. aengl. bringan, mnd. bringen, engl. to bring, got. briggan hat im Westgerm. ein (ohne Bedeutungsdifferenzierung) im Ablautverhältnis der Kausativa dazu gebildetes schwaches Verb ahd. brengen (9. Jh.), mhd. (md.) brengen, asächs. brengian, mnd. nl. brengen, aengl. brengan (germ. *brangjan) neben sich. Vertreter in den nord. Sprachen fehlen; dän. norw. bringe, schwed. bringa sind aus dem Mnd. entlehnt. Außergerm. Entsprechungen sieht man im Kelt., vgl. kymr. he-brwng ‘bringen, führen’, und in toch. B praṅk-, toch. AB präṅk- ‘entfernen’ und erschließt daraus ie. *bhrenk-, *bhronk- ‘bringen’. Die weitere Herkunft ist nicht geklärt; erwogen wird Zusammenhang mit der Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’. Mitbringsel n. ‘kleines Reisegeschenk, Souvenir’ (2. Hälfte 19. Jh.), aus mitbringen abgeleitet. umbringen Vb. ‘töten, ermorden’, spätmhd. umbebringen ‘abwenden, abwehren, ums Leben bringen’ (um 1400). unwiederbringlich Adj. ‘unersetzlich, nicht wiederherstellbar’, spätmhd. unwiderbrinclich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(für immer) verloren · ↗unrettbar (dahin) · unwiederbringlich
Assoziationen
Synonymgruppe
endgültig · ↗final · ↗irreversibel · ↗unumkehrbar · ↗unwiderruflich · unwiederbringlich  ●  nicht mehr zu ändern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aus und vorbei · ein für alle mal vorbei · nicht wiederholbar · unwiederbringlich (vergangen)  ●  war einmal und ist nicht mehr  ugs.
Assoziationen
  • abgelaufen · beendet · es war einmal (und ist nicht mehr) · gelaufen · ↗gewesen · ↗herum · ↗passé · vergangen · ↗vorbei · vorbei (sein) mit · ↗vorüber  ●  ↗passee  alte Schreibung bis 2017 · tot und begraben (z.B. Hoffnungen)  fig. · Essig (sein) mit  ugs. · aus (sein) mit  ugs. · aus und vorbei  ugs. · ↗dahin  geh. · das war (ein)mal  ugs. · rum  ugs. · ↗verflossen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augenblick Chance Etappe Gelegenheit Kaufgelegenheit Kulturgut Kunstwerk Mischung Moment Schade Schaden Schatz Vergangenheit Verlust Zerstörung Zeugnis absterben einmalig löschen meist sonst verlieren verloren verlorengehen vermutlich verschwinden versinken wohl zerstören zerstört

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unwiederbringlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein unwiederbringlicher Verlust sei das abgesagte Treffen nicht, sagte ein deutscher Teilnehmer vorangegangener Treffen.
Der Tagesspiegel, 17.09.2001
Wenn ein kleines Volk jahrhundertelang seine Kultur, seine Literatur, seine Sprache verleugnen muß, geht vieles unwiederbringlich verloren.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 311
Und jeder Tag, der nicht genutzt wird, ist unwiederbringlich vorbei.
Die Zeit, 19.09.1957, Nr. 38
An vielen Stellen war die Erde unwiederbringlich weggespült, und das nackte Gestein trat hervor.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 59
Hinter ihm lagen - unwiederbringlich - die frohen Wandertage den Rhein entlang.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 16
Zitationshilfe
„unwiederbringlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unwiederbringlich>, abgerufen am 18.02.2019.

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