unzufrieden

Grammatik Adjektiv · Komparativ: unzufriedener · Superlativ: am unzufriedensten
Aussprache  [ˈʊnʦuˌfʀiːdn̩]
Worttrennung un-zu-frie-den
Wortzerlegung un- zufrieden
Wortbildung  mit ›unzufrieden‹ als Erstglied: Unzufriedenheit
Wahrig und DWDS

Bedeutung

missmutig, ärgerlich, nicht zufriedengestellt; enttäuscht, besonders hinsichtlich vorhandener (Lebens-)‍Bedingungen und Bedürfnisse
in gegensätzlicher Bedeutung zu zufrieden
Kollokationen:
als Adjektivattribut: ein unzufriedener Kunde, Mensch, Bürger, Spieler, Mitarbeiter
mit Adverbialbestimmung: sehr, immer, höchst unzufrieden [sein]
als Adverbialbestimmung: sich unzufrieden zeigen, äußern; unzufrieden wirken
als Prädikativ: unzufrieden sein, bleiben
in Koordination: zufrieden oder unzufrieden
Beispiele:
Die glücklichsten Menschen in Deutschland kommen aus dem ländlich geprägten Schleswig‑Holstein, die unzufriedensten aus Berlin[…]. [Bild am Sonntag, 27.11.2016]
Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. Doch ich sehe so viele unzufriedene, mürrische Gesichter. [Bild, 18.06.2008]
Weil er mit den Funktionen seines Navigationsgerätes unzufrieden war, hat ein Mann aus Niederbayern das Gerät aus dem fahrenden Auto geworfen. [Die Welt, 23.05.2019]
Wahlen zeigen, wie zufrieden oder unzufrieden wir mit den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen sind. [Die Zeit, 22.08.2013]
Es sah so aus, als könne der Serbe dem Spanier einen K.o. verpassen. Beim Stand von 4:4 boten sich [Novak] Djokovic drei Breakchancen. Er sah frisch aus, zuversichtlich, wirklich stark. [Rafael] Nadal dagegen wirkte unzufrieden, zögerlich, angeknockt. [Süddeutsche Zeitung, 30.01.2012]
Er [der Fußballspieler] wirkte verkrampft, war häufig schlecht gelaunt, leicht gereizt, mit sich und der Umwelt unzufrieden. [Die Welt, 14.11.2006]
[…] mit unzufriedenen und frustrierten Mitarbeitern lassen sich schlecht Kundenwünsche erfüllen. [Die Welt, 02.01.2006]
Heute bin ich unzufriedener mit unserer Regierung als je zuvor. [Der Tagesspiegel, 08.08.2002]
Mein Mann war sehr unzufrieden, da er sich eine Tochter gewünscht hatte. [Friedländer, Hugo: Interessante Kriminal-Prozesse. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911]]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Friede · Frieden · befrieden · befriedigen · umfrieden · einfriedigen · friedlich · friedfertig · zufrieden · Zufriedenheit · Unzufriedenheit · unzufrieden
Friede, Frieden m. ‘Zustand der Ruhe, Harmonie, Beilegung einer (kriegerischen) Auseinandersetzung’, älter auch ‘geschütztes, umzäuntes Gebiet’. Ahd. fridu (8. Jh.), mhd. vride, vrit, asächs. friðu, mnd. mnl. vrēde, nl. vrede, aengl. friþu, friþ, anord. friðr, schwed. frid (germ. *friþu-) ist ein mit ie. tu-Suffix gebildetes Verbalabstraktum im Sinne von ‘Zustand der Schonung, des Wohlwollens’ zu der unter frei (s. d.) angegebenen Wurzel. Der ehemalige stark flektierende u-Stamm tritt im Mhd. teilweise zur konsonantischen Flexion über, so daß Doppelformen entstehen, z. B. Genitiv Friedes und Friedens (noch bei Adelung), Dativ und Akkusativ Friede und Frieden (bis heute); auslautendes -n der schwachen obliquen Kasus dringt seit dem 18. Jh. in den Nominativ und ergibt auch hier die Doppelform Friede und Frieden. befrieden Vb. ‘beruhigen, friedlich stimmen, den Friedenszustand herbeiführen’, mhd. bevriden ‘Friede, Schutz verschaffen, einzäunen’; vgl. ahd. fridōn ‘schützen, schonen’ (9. Jh.), gifridōn (um 1000), mhd. vriden ‘Frieden bringen, friedlich beilegen, schützen, erhalten, einen Zaun machen’. befriedigen Vb. ‘beschützen’ (15. Jh.), ‘versöhnen, begütigen, zufriedenstellen’ (16. Jh.). umfrieden Vb. ‘umgeben, einzäunen’, mhd. umbevriden; dann umfriedigen (16. Jh.). einfriedigen Vb. (17. Jh.). friedlich Adj. ‘ruhig, um Frieden bemüht’, mhd. vridelich, auch ‘Schutz gewährend’; vgl. ahd. fridulīhho Adv. (11. Jh.). friedfertig Adj. ‘friedliebend, friedlich’ (16. Jh.). zufrieden Adj. ‘mit sich und der Welt in Einklang, einverstanden’, zusammengezogen aus der präpositionalen Fügung zu Frieden, zunächst in Verbindung mit Verben der Richtung (z. B. setzen, stellen, kommen), seit dem 16. Jh. als Adverb (vgl. noch zufriedengeben, zufriedenlassen), seit dem 17. Jh. auch als Adjektiv gebraucht und flektiert. Zufriedenheit f. Unzufriedenheit f. (17. Jh.), unzufrieden Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bärbeißig · gnatzig · grantig · griesgrämig · grämlich · knurrig · launisch · missgelaunt · missgestimmt · misslaunig · missmutig · missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · nicht zu(m) Scherzen aufgelegt · unausstehlich · unfroh · unleidlich · unwillig · unwirsch · unzufrieden · verdrießlich · verdrossen · übellaunig  ●  (jemandem) hat es die Petersilie verhagelt  fig., sprichwörtlich · hässig  schweiz. · schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · brummig  ugs. · dysphorisch  fachspr., medizinisch · gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · miesepetrig  ugs. · motzig  ugs. · muffelig  ugs. · sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ungemütlich  ugs. · ungenießbar  ugs. · ungnädig  ugs., ironisch · unleidig  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›unzufrieden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unzufrieden‹.

Zitationshilfe
„unzufrieden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/unzufrieden>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
unzivilisiert
unziemlich
unzertrennlich
unzertrennbar
unzerstört
unzugänglich
unzukömmlich
unzulänglich
unzulässig
unzulässigerweise