urbar

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ur-bar
Wortbildung  mit ›urbar‹ als Erstglied: ↗Urbarmachung  ·  mit ›urbar‹ als Binnenglied: ↗Wiederurbarmachung
eWDG, 1976

Bedeutung

den Boden urbar machenNaturlandschaft in landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Nutzfläche umwandeln
Beispiele:
Moor, Heide, die Wüste urbar machen
Das Oderbruch wurde urbar gemacht [ B. FrankTrenck133]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

urbar Adj. ‘zur land- oder forstwirschaftlichen Nutzung vorbereitet’ (17. Jh.), zumeist urbar machen ‘Naturlandschaft in land- oder forstwirtschaftliche Nutzfläche umwandeln, kultivieren’ (18. Jh.). Das zuerst durch bair. urbor (1640) im Hd. bezeugte Adjektiv stammt aus dem Nd., vgl. mnd. ōrbarlīk, ōrberlīk ‘Nutzen bringend, vorteilhaft’, ōrbarhēt ‘Nutzen, Vorteil’, mnl. ōrbare ‘nützlich’, nl. oorbaar ‘schicklich, dienlich, vorteilhaft, einträglich’. Diesem zugrunde liegt ein Substantiv mhd. urbor, urbar ‘zinstragendes Grundstück, Zinsgut, Zins von einem solchen Gute, Rente abwerfendes Grundstück, Rente, Einkünfte’, nhd. Urbar n. ‘mittelalterliches Güter- und Abgabenverzeichnis großer Grundherrschaften, Grundbuch’, mnd. ōrbar, ōrbor, ōrber ‘Rente, Nutzen, Vorteil’, mnl. ōrbare, oorbare, orbore, orber(e), nl. (älter) oorbaar ‘Einkommen, Ertrag, Nutzen, Vorteil, Brauch, Aufgabe, Beschäftigung’, eine ablautende Bildung zu dem im Nhd. untergegangenen präfigierten starken Verb ahd. irberan ‘(Frucht) hervorbringen, erzeugen, gebären, durch Hervorbringen, Gebären erschöpfen’ (9. Jh.), mhd. erbern ‘zum Vorschein bringen, aufdecken, hervorbringen, gebären’, reflexiv ‘entstehen’, mnd. erbēren ‘hervorbringen, gebären’; zur Herkunft s. ↗gebären. Im 18. Jh. wird die alte Bedeutung von urbar (‘ertragreich, -bringend’) im Sinne von ‘zum Anbau geeignet’ auf die Erstbestellung des Bodens eingeengt.

Thesaurus

Synonymgruppe
ertragreich · ↗fruchtbar · urbar  ●  ↗gut  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›urbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›urbar‹.

Verwendungsbeispiele für ›urbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber solange weiße Farmer ihr Land nicht verkaufen, kann die Regierung nur neues Land zur Zuteilung urbar machen.
Die Zeit, 22.03.1991, Nr. 13
Es habe Gebiete urbar gemacht, von denen es nicht gänzlich ausgeschlossen werden dürfe.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1945]
Man hatte ihnen Land versprochen, doch das Land mußte erst urbar gemacht werden.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 338
Allein in dem zu Polen gekommenen Teil Wolhyniens haben die Deutschen mindestens 120000 ha urbar gemacht.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 920
Endlich ist es hier möglich, an einem geschlossenen Beispiel aufzuzeigen, wie ein neues wissenschaftliches Feld geordnet und urbar gemacht wird.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„urbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/urbar>, abgerufen am 20.09.2020.

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