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väterlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈfɛːtɐlɪç]
Worttrennung vä-ter-lich
Wortzerlegung Vater -lich
Wortbildung  mit ›väterlich‹ als Erstglied: väterlicherseits
eWDG

Bedeutungen

1.
vom (leiblichen) Vater stammend
Beispiel:
das väterliche Erbteil, Geschäft
dem (leiblichen) Vater eigen, gemäß
Beispiele:
väterliche Liebe, Pflicht, väterlicher Stolz
er betrachtete die Entwicklung seines Sohnes mit väterlicher Sorge
2.
fürsorglich und liebevoll wie ein leiblicher Vater
Beispiele:
er war ihm ein väterlicher Freund
er hat väterlich für ihn gesorgt, sich seiner väterlich angenommen
jmdn. väterlich beraten, betreuen, unterstützen
jmdm. väterlich zureden
jmdn. väterlich ermahnen
väterlich an jmdm. handeln
wie vom leiblichen Vater kommend
Beispiele:
jmdm. einen väterlichen Rat, väterliche Ratschläge erteilen
etw. mit väterlichem Lächeln, mit väterlicher Stimme sagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Vater · väterlich · Vaterland · vaterländisch · Vaterunser
Vater m. ‘männlicher Elternteil’, ahd. fater (8. Jh.), mhd. vater, asächs. fadar, mnd. mnl. vāder, nl. vader, aengl. fæder, engl. father, anord. faðir, schwed. fader, got. fadar (Hapaxlegomenon, sonst atta), germ. *fader und aind. pitā́ (Stamm pitár-), griech. patḗr (πατήρ), lat. pater, air. athir (aus *pətēr) sind mit dem Suffix für Verwandtschaftsnamen ie. -ter- (s. Mutter) gebildet. Als gemeinsame Ausgangsform ergibt sich ie. *pətḗr ‘Vater, Haupt der Großfamilie’, deren weitere Deutung nicht gesichert ist. Zu einem Lallwort der Kindersprache ie. *pā? Oder zu der unter Futter2 (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *pō(i)- ‘Vieh weiden, hüten’ und weiter ‘schützen’? väterlich Adj. ‘den Vater betreffend, ihm gemäß, wie ein Vater handelnd’, ahd. faterlīh (8. Jh.), mhd. vater-, veterlich. Vaterland n. ‘Land, in dem man geboren ist, zu dessen Volk man gehört’, ahd. faterlant (11. Jh.), mhd. vaterlant, nach gleichbed. lat. patria; vaterländisch Adj. ‘das Vaterland betreffend, liebend, ehrend’ (18. Jh.). Vaterunser n. das mit diesen Worten beginnende Gebet Jesu (Matth. 6, 9ff.), s. Paternoster.

Typische Verbindungen zu ›väterlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›väterlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›väterlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und da er so offenkundig nichts von mir wissen wollte, hielt ich es auch später nicht für angezeigt, die väterliche Spur zu verfolgen. [Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 71]
Da legt er väterlich den Arm um die Frau und führt sie mit sanftem Druck ans Fenster. [Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 12]
Und jetzt hatte ich mehr zu fürchten als nur den väterlichen Zorn. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 2082]
Zunächst freilich suchte Adam mehr den väterlichen Erwartungen zu entsprechen. [Die Zeit, 17.08.2009, Nr. 33]
Vor 16 Jahren übernahm er den väterlichen Betrieb, ein kleines Gut mit großen Schulden. [Die Zeit, 10.11.2005, Nr. 46]
Zitationshilfe
„väterlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/v%C3%A4terlich>.

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