Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

vögeln

Grammatik Verb · vögelt, vögelte, hat gevögelt
Worttrennung vö-geln
Wortbildung  mit ›vögeln‹ als Erstglied: Vögelei  ·  mit ›vögeln‹ als Letztglied: Gevögel2 · durchvögeln
Wahrig und DWDS

Bedeutung

derb jmd. vögelt (jmdn., mit jmdm.)Geschlechtsverkehr ausüben, koitieren
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: eine Frau, einen Mann vögeln
Beispiele:
»Ich habe alle Frauen gevögelt, alle Drogen probiert und jeden Drink getrunken«. [Bild, 20.10.2005]
Was sagt es über ein Paar aus, wenn es eher von »vögeln« spricht oder von »Liebe machen«? [Die Zeit, 04.05.2016 (online)]
Mann und Frau fahren in ein Love‑Hotel und vögeln, ohne ihre Namen auszutauschen oder gar ihre Telefonnummern, ohne viel zu reden über sich und ihre Jobs. [Der Spiegel, 03.12.2012 (online)]
»Du hast also mit ihm gevögelt [Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz. Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 93]
Der ermordete Ernst W[…] sei gern »zu den Mädchen vögeln« gegangen. [Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vogeln2 · vögeln
vogeln2 vögeln Vb. ‘miteinander schlafen’, spätmhd. vog(e)len ‘begatten’ von Tieren, besonders von Vögeln, danach auch (meist mit Umlaut) vögeln von Menschen (15. Jh.). Herkunft ungewiß. Vielleicht hervorgegangen aus fegeln, mhd. vegeln, einem Iterativum zu fegen ‘reinigen, kehren’, auch ‘reiben, mit kurzen, raschen Bewegungen wischen’ (s. d.), mhd. vegen (in diesem Sinne semantisch vergleichbar mit ficken, s. d.), mit früher (teils euphemistischer, teils lautspielerischer) Angleichung an Vogel bzw. vogeln, vögeln.

Vogel · vogeln1 · Vogler · Vogelbeere · vogelfrei · Vogelperspektive · Vogelschau
Vogel m. gefiedertes, in der Regel flugfähiges Wirbeltier, ahd. fogal, fugal (8. Jh.), mhd. vogel, asächs. fugal, mnd. vōgel, vāgel, mnl. voghel, nl. vogel, aengl. fugol, engl. fowl (‘Haushuhn’, selten ‘Vogel’), anord. fugl, schwed. fågel, got. fugls (germ. *fugla-). Herkunft unbekannt. Etymologisch wenig befriedigend ist der Versuch, unter Annahme einer Dissimilation des l von germ. *flugla- auszugehen und dieses mit Suffix germ. -la- (ie. -lo-) zu dem unter fliegen (s. d.) behandelten Verb zu stellen. Ebenfalls unsicher ist eine Verbindung mit lit. paũkštis ‘Vogel’, das (mit unterschiedlich weitergebildeten) lit. putýtis ‘Küchlein’, aslaw. pъtica, russ. ptíca (птица) ‘Vogel’ sowie den unter Fohlen (s. d.) genannten Formen an die Wurzel ie. *pōu-, *pū̌- ‘klein, gering, wenig’, vielfach für ‘Junges, Tierjunges, kleines Tier’ anzuschließen ist. Die umgangssprachliche Wendung den Vogel abschießen ‘als Bester abschneiden, die beste Leistung erreichen’ (16. Jh.) stammt vom Vogelschießen, dem Schützenfest auf der Vogelwiese. Auf den Menschen übertragen kommen in frühnhd. Zeit Fügungen auf wie ein lockerer, loser Vogel ‘ein leichtsinniger, leichtfertiger Mensch’, ein seltener Vogel ‘ein sonderbarer, wunderlicher Mensch’. Die umgangssprachliche Wendung einen Vogel haben ‘fixe Ideen haben, überspannt, verrückt sein’ ist literarisch seit dem 19. Jh. bezeugt. vogeln1 Vb. seltener vögeln, ‘Vögel fangen, Vogelfang treiben’, ahd. fogalōn ‘auf Vogelfang ausgehen, Vogelschau anstellen’ (8. Jh.), mhd. vog(e)len, asächs. fugolon, mnd. mnl. vōgelen, aengl. fugelian, fuglian. Auch frühnhd. vogeln ‘aus dem Vogelflug weissagen’. Vogler m. (heute selten) ‘Vogelfänger, -steller’, ahd. fogalāri (9. Jh., für lat. auceps, auch ‘Wahrsager’, für lat. augur), mhd. vogelære, vogeler, noch bekannt als Beiname König Heinrichs I., der Vogler. Vogelbeere f. rote Frucht der Eberesche, als Lockspeise beim Vogelfang verwendet (17. Jh.). vogelfrei Adj. ‘frei von Herrschaftsdiensten, frei wie ein Vogel in der Luft’ (Ende 15. Jh.), ‘rechtlos, ohne gesetzlichen Schutz, geächtet’ (16. Jh.), eigentlich ‘den Vögeln (zum Fraße) freigegeben’, da dem Körper eines Geächteten das Grab versagt wurde. Vogelperspektive f. ‘Sicht von hoch oben, von einem hochgelegenen Blickpunkt aus’ (2. Hälfte 18. Jh.), frz. à vue d’oiseau ‘aus der Sicht des Vogels’ nachgebildet, dafür auch Vogelschau f. (19. Jh.).

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
(jemanden) beschlafen · (seinen) ehelichen Pflichten nachkommen · (sich) lieben · Geschlechtsverkehr haben · Verkehr haben · verkehren  ●  (mit jemandem) intim werden  verhüllend · (mit jemandem) schlafen  verhüllend · (sich) vergnügen (mit)  verhüllend · (sich) verlustieren (mit)  verhüllend · Sex haben  Hauptform · (den) Lachs buttern  derb · (ein) Rohr verlegen  derb · (eine) Nummer schieben  ugs. · (es) treiben (mit)  ugs. · (jemanden) flachlegen  ugs. · (jemanden) knallen  derb · (jemanden) vernaschen  ugs. · Liebe machen  ugs. · Sex machen  ugs. · begatten  fachspr. · bimsen  derb · bumsen  ugs. · den Beischlaf vollführen  fachspr., Amtsdeutsch · einen wegstecken  ugs. · erkennen  geh., biblisch · es kommt zum Geschlechtsverkehr  fachspr., Amtsdeutsch · ficken  derb · im Bett landen (mit)  ugs., verhüllend · in die Kiste gehen  ugs. · knattern  ugs. · kohabitieren  geh. · koitieren  geh. · kopulieren  fachspr. · nageln  derb · pimpern  derb · poppen  ugs. · pudern  ugs., österr. · rammeln  ugs. · schnackseln  ugs. · vögeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„vögeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/v%C3%B6geln>.

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