valent

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache [vaˈlɛnt]
Worttrennung va-lent
formal verwandt mitValenz
Wortbildung  mit ›valent‹ als Letztglied: multivalent · univalent  ·  formal verwandt mit: Valenz
Herkunft zu valerelat ‘stark, valent sein’
Wahrig und DWDS

Bedeutungen

1.
Chemie durch Valenz (1) miteinander verknüpft; eine bestimmte (chemische) Wertigkeit besitzend
Beispiele:
In diesem Jahr wird[…] von den gesetzlichen Krankenkassen der 4fach valente (4 Grippestämme betreffend) Impfstoff empfohlen und bezahlt. [Ein Piks gegen die Grippe, 20.10.2018, aufgerufen am 02.09.2021]
Na‑Ionen sind […] im Glas nicht valent gebunden, sondern vagabundieren durch die Glasmatrix, die hauptsächlich vom SiO₂ (= Siliziumdioxid) bestimmt wird. [Glasbearbeitungsvorrichtung, 21.01.2016, aufgerufen am 02.09.2021]
Das Arznei‑Telegramm […] rät, bis zu einer Klärung [der Todesfälle nach Sechsfachimpfung] auf bewährte, weniger valente Impfstoffe zurückzugreifen. [Fünf Todesfälle nach Sechsfachimpfung, 01.04.2015, aufgerufen am 02.09.2021]
Es wird angenommen, dass die Nanopartikel 10 beispielsweise durch Van‑der‑Waals‑Kräfte an das Kristall 20 gebunden werden. Die Nanopartikel 10 sind daher nicht valent gebunden. [Nanopartikelstrukturen, 29.06.2001, aufgerufen am 02.09.2021]
2.
die Wertigkeit (2) einer Sache betreffend; hochwertig, wertvoll
Synonym zu wertig
Beispiele:
Dabei [bei der Untersuchung von Missbrauchsvorwürfen] solle kein Thema von vornherein ausgeschlossen, alle müssten aber auch wissenschaftlich valent untersucht werden. [Fränkischer Tag, 25.09.2018]
So ist es denn wohl auch kein Zufall, dass »wertig« überwiegend in Negativ‑Bezügen anzutreffen ist (»nicht wertig genug«) und somit meist die Quintessenz einer kritischen Äußerung gegenüber der (Kreativ‑)‍Leistung eines Anderen darstellt. Dennoch: Selbst die respektheischende Wirkung der Verwendung von »wertig« lässt sich […] toppen – stammt der Begriff »Wertigkeit« doch ursprünglich aus der Chemie, wo er gelegentlich durch den inhaltsgleichen Begriff »Valenz« ersetzt wird. […] Noch bedeutungsschwerer wirkt, wer seine Kritik künftig in die Worte »Das ist nicht valent genug!« kleidet … [Vom (sprachlichen) Wert der Wertigkeit, 01.08.2015, aufgerufen am 12.04.2018]
Die Sänger freilich werden zu sehr eingespannt, als dass sie sich voll entfalten könnten, obwohl sie von der immer noch ästhetisch valenten Inszenierung Herbert Wernickes so angenehm in Ruhe gelassen werden. [Landshuter Zeitung, 18.07.2015]
»Basierend auf den Befunden erscheint es uns naheliegend, die für viele Einzelsprachen belegte Häufung von /iː/ in positiv valenten Wörtern wie in ›Liebe‹ und die Häufung von /oː/ in negativ valenten Wörtern wie in ›Tod‹ durch sogenanntes Articulatory Feedback zu erklären.« Einfach übersetzt: Wir bewerten Wörter mit I besser als welche mit O. Sprachverwender lernen inflationär häufiger, dass die Artikulation des schön schlanken Buchstaben »mit positiven Gefühlen einhergeht« und tendieren daher zu dessen Verwendung bei der Beschreibung »positiv valenter Sachverhalte«. [Lieber ideale i-Slogans, 11.04.2014, aufgerufen am 02.09.2021]
Es ist eine Art Erzählung, mit Zeichen der Zeichen, also mit graphischen »Symbolen«, die über sich mitteilen sollen, daß sie Symbole sind, jedoch keine Redundanz besitzen, außer daß sie ästhetisch relevant, valent sein können. [die tageszeitung, 17.12.1990]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„valent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/valent>.

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