variieren

GrammatikVerb · variierte, hat variiert
Aussprache
Worttrennungva-ri-ie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›variieren‹ als Erstglied: ↗Variierung · ↗variabel · ↗variierbar
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. so umwandeln, abwandeln, dass etw. Neues und Selbstständiges entsteht, das Charakteristische des Abgewandelten aber noch deutlich sichtbar ist
Beispiele:
das vierteilige Modell, diese Weste lässt sich immer wieder beliebig variieren
bunte Platten variieren das äußere Bild der Bauten
einen Text, Ruf, Pfiff, die Stimme variieren
er verstand es, seine Anreden zu variieren
eine Maschine ... die in der Lage ist, ihr Programm entsprechend den erzielten Resultaten und Umständen zu variieren [KlausKybernetik397]
etw. variiertetw. verändert sich, ist verschieden
Beispiele:
der Umfang der einzelnen Beiträge, die Berechnung der Kosten, die Höhe seines Einkommens variiert, je nach ...
das Gefieder dieses Vogels variiert von gelbbraun bis graubraun
Alles Menschliche ist ihnen gemein, aber es variiert auf das vielfältigste [HagelstangeSpielball237]
2.
Musik ein Thema melodisch, harmonisch oder rhythmisch umbilden, abwandeln
Beispiel:
die Melodie eines Liedes, ein Thema variieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

variieren · variabel · Variante · Variation
variieren Vb. ‘abwandeln, geringfügig ändern, durch kleine Veränderungen unterschiedlich, abwechslungsreich gestalten’, auch ‘sich ändern, sich unterschiedlich verhalten, von Gleichartigem (in geringem Maße) abweichen, anders, verschieden sein’, entlehnt (Anfang 16. Jh., in intransitiver Verwendung Mitte 16. Jh.) unter Einfluß von gleichbed. afrz. frz. varier, aus lat. variāre ‘Mannigfaltigkeit, Abwechslung in etw. bringen, verändern, bunt machen, verschieden, bunt sein, (ab)wechseln, veränderlich sein’, zu lat. varius ‘mannigfaltig, bunt, abwechselnd, verschiedenartig’. Im Dt. erscheint das Verb zunächst in der Form varir(e)n, varieren, seit dem 17. Jh. variiren (von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an variieren geschrieben), anfangs als grammatischer Terminus ‘morphologisch abwandeln, flektieren’, dann bald allgemeiner, oft mit Bezug auf Musik, bildende Kunst oder Literatur. variabel Adj. ‘veränderlich, wandelbar, wechselnd, schwankend’ (allgemein seit 2. Hälfte 19. Jh., vorher besonders vom Wind ‘wechselnd, unbeständig’, Mitte 17. Jh., von Menschen ‘wankelmütig, launenhaft’, Anfang 17. Jh.), Entlehnung aus afrz. frz. variable ‘veränderlich, wechselnd, unbeständig’, spätlat. variābilis ‘veränderlich’; zu lat. variāre (s. oben). Variante f. ‘leicht veränderte Form innerhalb eines Typus, Abwandlung, Abweichung, Spielart’, zunächst Fachausdruck der Textkritik für ‘abweichende Lesart einer Textstelle bei mehreren Fassungen des Textes’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach gleichbed. frz. variante, dem substantivierten Femininum von mfrz. frz. variant ‘wechselhaft, unbeständig’, lat. variāns (Genitiv variantis), Part. Präs. von lat. variāre. Variation f. ‘Veränderung, Abwandlung, das Abgewandelte’ (2. Hälfte 16. Jh.), aus lat. variātio (Genitiv variātiōnis) ‘Verschiedenheit, Veränderung’; anfangs ‘Abwandlung des Ausdrucks’ in der Stilistik und ‘Flexion’ in der Grammatik, seit Anfang des 17. Jhs. Gestaltungsprinzip in der Musik ‘melodische, harmonische oder rhythmische Abwandlung eines musikalischen Abschnitts, eines Themas’, dann (2. Hälfte 18. Jh.) auf andere Bereiche übertragen, seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. speziell in der Biologie ‘Abweichung von der ererbten Form der betreffenden Art’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine Sache) variieren · ↗abwandeln · ↗diversifizieren · ↗modifizieren  ●  ↗verändern  Hauptform
Unterbegriffe
Mathematik
Synonymgruppe
schwanken  ●  variieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) (voneinander) unterscheiden · unterschiedlich sein · variieren · voneinander abweichen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzahl Auftragslage Belieben Breite Grundthema Größe Helligkeit Intensität Jahreszeit Lautstärke Leitmotiv Lieblingsthema Länge Millimeter Motiv Schätzung Tageszeit Tempo Thema Tonhöhe Topos Zusammensetzung beträchtlich erheblich geringfügig je kombinieren nachdem stark verfeinern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›variieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da die Anbieter unterschiedliche Leistungen erbringen, variieren die Preise erheblich.
Die Welt, 04.10.2005
Hat hier einer den großen Meister kongenial zu variieren versucht?
Der Tagesspiegel, 16.10.2002
Sobald Sie sich sicher genug fühlen, können Sie mit dem Ausdruck »unkontrolliert« variieren.
Delonge, Franz-Benno: Rückhaltlose Aufklärung, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000 [2000], S. 53
Um 1900 ist es Anna A., die ihn anregte, hellere lichte Farben, reich variiert zu verwenden.
o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 6252
Und wie das Ziel verschieden ist, so variiert auch die Art des Reisens.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 28851
Zitationshilfe
„variieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/variieren>, abgerufen am 23.04.2019.

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