Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

veräußern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-äu-ßern
Wortbildung  mit ›veräußern‹ als Erstglied: Veräußerer · Veräußerung · veräußerbar
 ·  mit ›veräußern‹ als Letztglied: weiterveräußern
eWDG

Bedeutung

etw. von seinem eigenen Besitz, das einen ziemlich großen Wert hat, verkaufen, um zu Geld zu kommen
Beispiele:
seinen Besitz, Schmuckstücke veräußern
ich habe nichts zu veräußern
ein Recht an, auf etw. an jmdn. veräußern
ein Recht auf etw. an jmdn. übertragen
Beispiel:
er zeigte nicht die geringste Neigung, sein Recht auf die Wohnung, an der Wohnung an jmdn. zu veräußern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

äußern · Äußerung · entäußern · veräußern
äußern Vb. ‘zum Ausdruck bringen, aussprechen’, reflexiv auch ‘zum Ausdruck kommen, sich zeigen’. Im Mhd. steht neben den von den Adverbien ūʒ (s. aus) und ūʒen (s. außen) abgeleiteten Verben ūʒen, iuʒen, ūʒenen, iuʒenen bereits ūʒern, iuʒern, das seinerseits entweder zu ursprünglich adverbialem mhd. ūʒer (s. außer) oder zu adjektivischem mhd. ūʒer (s. äußer) gehört. Der Bedeutungsum-fang des Verbs ist im Mittelalter (für die hd. Form wie für mnd. ūteren) und auch in frühnhd. Zeit erheblich größer als in der Gegenwart. Das Verb enthält in vielfacher, besonders rechtlicher Hinsicht die Vorstellung ‘herausgeben’, auch ‘veräußern, bekanntgeben, ausweisen, ausschließen’. Reflexiv gebraucht meint es ‘sich entledigen, entäußern, sich fortmachen’. Einige der genannten Verwendungsweisen leben in den Verben veräußern, entäußern (s. unten) weiter. Im 18. Jh. bedeutet äußern vornehmlich ‘an sich sehen lassen, zeigen’ (eigentlich ‘nach außen treten lassen’). Diese Bedeutung ist seitdem, zumindest bei transitivem Gebrauch, ganz auf den mündlichen oder schriftlichen Ausdruck, (Gefühle und Meinungen) ‘aussprechen’, beschränkt. – Äußerung f. ‘Bemerkung, sichtbares Zeichen, Ausdruck’, mhd. ūʒerunge ‘Äußerung, Rede, Entfernung, Ausweisung’. entäußern Vb. reflexiv ‘sich einer Sache begeben’, mhd. entiuʒern reflexiv, neben entiuʒen, entūʒenen (entsprechend den Nebenformen zum Simplex, s. oben). veräußern Vb. ‘Besitz verkaufen’, mhd. veriuʒern, verūʒern ‘veräußern, verkaufen’, reflexiv ‘sich nach außen kehren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
transferieren · veräußern · übertragen
Synonymgruppe
absetzen · abstoßen · losschlagen · veräußern · zu Geld machen  ●  an den Mann bringen  männl. · an die Frau bringen  weibl. · verkaufen  Hauptform · (an jemanden) loswerden  ugs. · (jemandem) unterjubeln  ugs., salopp · abgeben  ugs. · raushauen  ugs., salopp · verhökern  ugs., salopp · verklopfen  ugs. · verkloppen  ugs., salopp, norddeutsch · verramschen  ugs., negativ · verschachern  ugs., negativ · verscheppern  ugs., salopp · verscherbeln  ugs., salopp · verscheuern  ugs., salopp · versilbern  ugs. · verticken  ugs., salopp · vertickern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›veräußern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›veräußern‹.

Verwendungsbeispiele für ›veräußern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn Kunst darf ein Museum nur dann veräußern, wenn für das Geld andere Kunst gekauft wird. [Die Zeit, 19.07.2006, Nr. 30]
Auch muß der Käufer sich verpflichten, in dieser Zeit nicht weiter zu veräußern. [Die Zeit, 02.03.1992, Nr. 09]
Sie sieht sich eines Tages gezwungen, den Schmuck zu veräußern. [Die Zeit, 22.07.1977, Nr. 30]
Das trifft aber nur dann zu, wenn man gezwungen ist, unbedingt zu tiefen Kursen zu veräußern. [Die Zeit, 12.02.1973, Nr. 07]
Dollarnoten, die Sie hier auf dem Film auch gesehen haben, wird kaum jemand veräußert haben. [o. A.: Einhundertdreißigster Tag. Mittwoch, 15. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25274]
Zitationshilfe
„veräußern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ver%C3%A4u%C3%9Fern>.

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