Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

veröden

Grammatik Verb · verödet, verödete, ist/hat verödet
Aussprache 
Worttrennung ver-öden
Wortbildung  mit ›veröden‹ als Erstglied: Verödung
eWDG

Bedeutungen

1.
öde, menschenleer werden
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
wenn der letzte Zug abgefahren war, verödete der Bahnhof völlig
nach Dienstschluss ging er durch die verödeten Gänge des Hauses
wenn nicht Jahrmarkt ist, liegt der Platz verödet da
2.
Medizin ein Gefäß medikamentös oder chirurgisch lahmlegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
sich [Dativ] die Krampfadern veröden lassen
3.
etw. verödet
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
a)
Beispiel:
eine Landschaft verödet (= wird unfruchtbar)
b)
Medizin
Beispiel:
ein Gefäß, Nerv, eine Drüse verödet (= verkümmert, stirbt ab)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

öde · Öde · veröden
öde Adj. ‘verlassen, leer’, ahd. ōdi ‘leer, verlassen’ (um 1000), mhd. œde ‘leer, unbebaut, unbewohnt’, aengl. īeþe, anord. auðr ‘leer, wüst’, got. auþs oder auþeis ‘leer, verlassen’ (germ. *auþja-) ist vergleichbar mit griech. á͞utōs (αὔτως) ‘gerade so, für sich allein, lediglich, nichtig’, autós (αὐτός) ‘selbst’ (s. auto-), á͞usios (αὔσιος) ‘eitel, vergeblich’, air. ūathad ‘Einzelheit, Vereinzelung’. Erschließbar sind ie. *auto-, *auti̯o-, die als Bildungen mit t-Formans zur Wurzel ie. *au-, *u̯ē̌- ‘herab, weg von’ (wozu auch Westen, s. d.) gestellt werden können. – Öde f. ‘Einsamkeit, Verlassenheit, unfruchtbares, unbebautes Land’, ahd. ōdī ‘Einöde, Verwüstung’ (8. Jh.), mhd. œde ‘unbebauter und unbewohnter Grund, Wüste’. veröden Vb. ‘austrocknen, unfruchtbar werden’ (seit 17. Jh.), zuvor schon ahd. firōden ‘verwüsten, zerstören’ (8. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) entvölkern · verlassen · wegziehen  ●  veröden  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›veröden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›veröden‹.

Verwendungsbeispiele für ›veröden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da die ganze Praxis auf diese Handlung konzentriert war, verödete das fromme Leben. [Stupperich, R.: Russische Sekten. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 27839]
Die Kinder nahmen ihn immer weniger an, und der Platz verödete zusehends. [Süddeutsche Zeitung, 12.11.1999]
Jede Kultur lebt vom Austausch, und wenn der nicht mehr richtig funktioniert, verödet sie. [Süddeutsche Zeitung, 08.05.1996]
Die Stadt verödete und ist bis heute nicht wieder besiedelt. [o. A.: Lexikon der Kunst – V. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 33994]
Man kann aber sicher nicht behaupten, daß diese Städte verödet sind. [Die Zeit, 06.10.1989, Nr. 41]
Zitationshilfe
„veröden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ver%C3%B6den>.

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