veröden

GrammatikVerb · verödete, ist/hat verödet
Aussprache
Worttrennungver-öden (computergeneriert)
Wortbildung mit ›veröden‹ als Erstglied: ↗Verödung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
öde, menschenleer werden
Beispiele:
wenn der letzte Zug abgefahren war, verödete der Bahnhof völlig
nach Dienstschluss ging er durch die verödeten Gänge des Hauses
wenn nicht Jahrmarkt ist, liegt der Platz verödet da
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
Medizin ein Gefäß medikamentös oder chirurgisch lahmlegen
Beispiel:
sich [Dativ] die Krampfadern veröden lassen
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. verödet
a)
Beispiel:
eine Landschaft verödet (= wird unfruchtbar)
b)
Medizin
Beispiel:
ein Gefäß, Nerv, eine Drüse verödet (= verkümmert, stirbt ab)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

öde · Öde · veröden
öde Adj. ‘verlassen, leer’, ahd. ōdi ‘leer, verlassen’ (um 1000), mhd. œde ‘leer, unbebaut, unbewohnt’, aengl. īeþe, anord. auðr ‘leer, wüst’, got. auþs oder auþeis ‘leer, verlassen’ (germ. *auþja-) ist vergleichbar mit griech. á͞utōs (αὔτως) ‘gerade so, für sich allein, lediglich, nichtig’, autós (αὐτός) ‘selbst’ (s. ↗auto-), á͞usios (αὔσιος) ‘eitel, vergeblich’, air. ūathad ‘Einzelheit, Vereinzelung’. Erschließbar sind ie. *auto-, *auti̯o-, die als Bildungen mit t-Formans zur Wurzel ie. *au-, *u̯ē̌- ‘herab, weg von’ (wozu auch ↗Westen, s. d.) gestellt werden können. Öde f. ‘Einsamkeit, Verlassenheit, unfruchtbares, unbebautes Land’, ahd. ōdī ‘Einöde, Verwüstung’ (8. Jh.), mhd. œde ‘unbebauter und unbewohnter Grund, Wüste’. veröden Vb. ‘austrocknen, unfruchtbar werden’ (seit 17. Jh.), zuvor schon ahd. firōden ‘verwüsten, zerstören’ (8. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) entvölkern · ↗verlassen · ↗wegziehen  ●  veröden  Hauptform
Assoziationen
  • abgelegen · ↗abgeschieden · ↗abseitig · ↗außerhalb · ↗einsam · einsam und verlassen · ↗menschenleer · öde  ●  ↗entlegen  Hauptform · (da) ist der Hund verfroren  ugs. · (da) sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht  ugs., sprichwörtlich · (eine) einsame Gegend  ugs. · ab vom Schuss  ugs. · am Arsch der Welt  derb · fernab der Zivilisation  geh. · in der Pampa  ugs. · in der Walachei  ugs., sprichwörtlich, fig. · jottwedee  ugs., berlinerisch · jwd  ugs., berlinerisch · weit ab vom Schuss  ugs. · weit vom Schuss  ugs.
  • vereinsamt · ↗verlassen · verwaist · zurückgelassen
  • abgeschieden · einsam und verlassen · entvölkert · ↗gottverlassen · kein Mensch weit und breit · ↗menschenleer · ↗unbewohnt · ↗verlassen · wie ausgestorben · öd · öde  ●  am Arsch der Welt  derb · hinterm Wald  ugs. · in der Walachei  ugs. · jwd  ugs., berlinerisch, Abkürzung · leer gefegt  ugs. · leergefegt  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ader Altstadt City Dorf Einkaufsstraße Feld Fläche Gefäß Gegend Geschäftsschluß Innenstadt Krampfader Landschaft Landstrich Laser Quartier Region Stadtteil Stadtzentrum Wiese Zentrum allmählich dadurch geistig sonst verarmen verfallen verkommen zunehmend zusehends

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›veröden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kinder nahmen ihn immer weniger an, und der Platz verödete zusehends.
Süddeutsche Zeitung, 12.11.1999
Da die ganze Praxis auf diese Handlung konzentriert war, verödete das fromme Leben.
Stupperich, R.: Russische Sekten. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 27839
Die Stadt verödete und ist bis heute nicht wieder besiedelt.
o. A.: Lexikon der Kunst - V. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 33994
Die Wirtschaft verödet, die Finanzen sind zerrüttet, Millionen ohne Arbeit.
o. A.: "Tag der Nation" in der Potsdamer Garnisonkirche, 21.03.1933
Denn ohne Malerei, Musik, Theater und Poesie würde sie veröden.
Bild, 06.04.2000
Zitationshilfe
„veröden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/veröden>, abgerufen am 19.03.2019.

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