verbauen

Grammatik Verb · verbaut, verbaute, hat verbaut
Aussprache  [fɛɐ̯ˈbaʊ̯ən]
Worttrennung ver-bau-en
Wortzerlegung ver-bauen1
Wortbildung  mit ›verbauen‹ als Erstglied: ↗Verbauung · ↗verbaubar
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. durch einen Bau versperren, zubauen
Beispiele:
jmdm. die Aussicht auf etw. durch ein Gebäude verbauen
er hatte den Zugang zu seinem Garten mit Feldsteinen verbaut
die schmale Tür, die in den Keller führte, war durch ein altes Sofa verbaut (= verstellt)
übertragen jmdm., sich [Dativ] etw. verbauenjmdm., sich etw. unmöglich machen, versperren
Beispiel:
jmdm., sich die Möglichkeiten, den Weg zum Fortkommen, die Zukunft verbauen
2.
bei der Errichtung eines Baues
a)
Baumaterial verbrauchen
Beispiele:
die Bauarbeiter haben den ganzen Kalk, alle Steine verbaut
beim Bau der Staumauer wurden Zehntausende von Kubikmetern Granit und Beton verbaut
übertragen Geldmittel für die Errichtung eines Baues verbrauchen
Beispiele:
ich werde doch nicht mein ganzes Geld verbauen
viele Millionen Euro wurden in den neuen Abschnitt der Fernstraße verbaut
b)
Baumaterial verwenden
Beispiel:
das Holz muss erst imprägniert werden, ehe es verbaut werden kann
3.
etw. schlecht, falsch, unzweckmäßig bauen
Beispiele:
dieser Baumeister hat die Häuser völlig verbaut
das Häuschen mit seinen vielen Erkern ist ganz und gar verbaut
die enge, verwinkelte, kurzum völlig verbaute Altstadt
übertragen
Beispiel:
salopper hat sein Examen verbaut (= nicht bestanden)
4.
auf einem Gelände (ein) Gebäude errichten
Beispiel:
der ehemalige Fußballplatz, die Kleingartenkolonie soll verbaut werden
5.
fachsprachlich etw. durch den Einbau von Befestigungen absichern
Beispiele:
erst seit der Wildbach verbaut ist, haben die Überschwemmungen aufgehört
die Strecken und Querschläge müssen durch Hölzer oder Stempel verbaut werden

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) unmöglich machen · ↗(etwas) verunmöglichen · (sich etwas) verbauen · (sich) die Chance nehmen · (sich) die Möglichkeit nehmen
Assoziationen
Synonymgruppe
bebauen · ↗zubauen  ●  verbauen  auch figurativ

Typische Verbindungen zu ›verbauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verbauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Zeug kann jetzt irgendwo anders verbaut oder verbraucht werden.
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 187
Aber ich verbaue mir die Möglichkeit, so etwas wie mit dir die ersten Tage zu erleben, wenn ich mir verbiete, mich zu verlieben.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 107
In freiwilligen Arbeitsstunden waren die Kulturfondsgelder im Erdgeschoß verbaut worden.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 187
Im Gegensatz zur Einzelkornstruktur werden hierbei die Bodenteilchen hauptsächlich mit Hilfe von Kleinlebewesen zu Krümeln verbaut.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 6
Auch den alten Häusern, die heute noch die Josefstadt beherbergt, droht über kurz oder lang die Spitzhacke und auch ihre letzten Gärten werden verbaut werden.
Wildgans, Anton: Musik der Kindheit, Ein Heimatbuch aus Wien. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 2768
Zitationshilfe
„verbauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verbauen>, abgerufen am 10.05.2021.

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