verbläuen

GrammatikVerb
Worttrennungver-bläu-en (computergeneriert)
Ungültige Schreibungverbleuen
Rechtschreibregeln§ 16
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp jmdn. durchprügeln, nachhaltig verprügeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bleuen · verbleuen · einbleuen · Bleuel · Pleuelstange
bleuen Vb. ‘schlagen’, ahd. bliuwan (8. Jh.), mhd. bliuwen, asächs. bleuwan, got. bliggwan ‘schlagen’, dazu auch mnl. nl. blouwen ‘Flachs brechen’, mundartlich ‘die Arme umeinander schlagen’. Jede weitere germ. und außergerm. Verwandtschaft bleibt unsicher, so daß ein Ansatz ie. *bheleu- ‘schlagen’ (Pokorny 1, 125) ungewiß ist und in dem Verb daher der bewahrte Rest eines vorie. Wortes vermutet wird (de Vries Nl. 67). Häufiger als das Simplex sind nhd. verbleuen Vb. ‘verprügeln’, ahd. firbliuwan (9. Jh.), mhd. verbliuwen, und einbleuen Vb. ‘durch Prügel beibringen’, übertragen ‘nachdrücklich einschärfen’ (16. Jh.), beide Verben in volksetymologischer Anlehnung an blau häufig in der Schreibung -bläuen Bleuel m. ‘hölzerner Schlegel’, ahd. bliuwil (9./10. Jh.), mhd. bliuwel ‘Mörserkeule, Stampfer’; einer Nebenform Pleuel folgt als Wort der modernen Technik Pleuelstange f. ‘Kolben-, Schubstange’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) (eine) Schlägerei liefern · (sich) (gegenseitig) verbleuen · ↗(sich) (gegenseitig) verdreschen · ↗(sich) (gegenseitig) verhauen · ↗(sich) prügeln · ↗(sich) schlagen  ●  ↗(sich) (gegenseitig) verkloppen  ugs. · ↗(sich) kloppen  ugs. · (sich) prügeln wie die Kesselflicker  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verbleuen, das mit dem Wort blau nichts zu tun hat, wird volksetymologisch zu blau gestellt und soll fortan verbläuen geschrieben werden.
Süddeutsche Zeitung, 15.09.1995
Das Publikum im Zuhörerraum lauerte allabendlich auf der Straße in der laut ausgesprochenen Absicht, die Angeklagten, insbesondere den Pastor Breithaupt zu verbläuen.
Friedländer, Hugo: Die Vorkommnisse in der Fürsorgeanstalt Mieltschin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 26041
Zitationshilfe
„verbläuen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verbläuen>, abgerufen am 19.10.2019.

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