verblümt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungver-blümt (computergeneriert)
formal verwandt mitBlume
Wortbildung mit ›verblümt‹ als Letztglied: ↗unverblümt  ·  mit ›verblümt‹ als Grundform: ↗Verblümtheit
eWDG, 1977

Bedeutung

durch Umschreibung verhüllt, nicht geradeheraus
Beispiele:
er drückt sich in verblümten Redensarten aus
verblümt reden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blume · blumig · geblümt · verblümt · unverblümt · Blumenkohl · Karfiol
Blume f. Blüten hervorbringende krautige Pflanze. Gemeingerm. Gebrauch von Bildungen mit m-haltigen Suffixen bezeugen ahd. bluomo m. (8. Jh.), bluoma f. (9. Jh.), mhd. bluome m. f., asächs. blōmo m., mnd. blōme f., mnl. bloeme, blomme, nl. bloem f., anord. blōmi m., blōm n., schwed. blomma, got. blōma m. (germ. *blōmō-). Sie gehören zu der unter ↗blühen (s. d.) behandelten Wurzelerweiterung ie. *bhlē-, *bhlō-. blumig Adj. ‘blumenreich’ (17. Jh.), Ableitung vom Substantiv. geblümt Part.adj. ‘mit Blumen verziert’, zu älterem blümen ‘mit Blumen schmücken’, mhd. blüemen; vgl. ahd. bluomōn (9. Jh.). verblümt Part.adj. ‘durch Umschreibung verhüllt’, zu älterem, mit blümen gleichbed. verblümen, mhd. verblüemen, das heute meist in der verneinten Form unverblümt Adj. ‘geradeheraus, ohne Rücksicht’ (16. Jh.) gebraucht wird. Blumenkohl m. Übersetzung (Ende 16. Jh.) von ital. cavolfiore ‘Blumenkohl’ (aus ital. cavolo ‘Kohl’ und fiore ‘Blume’), das auch als Karfiol m. eingedeutscht wird (2. Hälfte 16. Jh.) und noch heute im Obd. üblich, aber im Rückzug begriffen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
durch die Blume · ↗hintenrum · in Andeutungen · ↗indirekt · verblümt · ↗versteckt
Assoziationen
Antonyme
  • unbeschönigt

Typische Verbindungen
computergeneriert

kaum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verblümt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wollen auch mehr als diese, mehr nämlich als die gehobene, verblümte Beschreibung einer erschreckenden Gegenwart.
Die Zeit, 18.06.1953, Nr. 25
Das war die mehr oder weniger verblümte Aufforderung, die Usurpation nochmals zu versuchen.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3981
Den diplomatisch-orientalisch verblümten, indirekten Fragen der lächelnden Journalisten nach Hofer weicht der deutsche Politiker dabei geschickt aus.
Die Welt, 12.04.1999
Sie forderten Peking kaum verblümt zur Aufwertung seiner Währung auf.
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2004
Auch muß ein Vortrag mit passenden Gleichnissen, verblümten Wendungen und anderen Redefiguren geschmückt und von lebhaften, witzigen Einfällen beseelt sein.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 28812
Zitationshilfe
„verblümt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verblümt>, abgerufen am 13.11.2019.

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