verblassen

GrammatikVerb · verblasste, ist verblasst
Aussprache
Worttrennungver-blas-sen (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

blass werden, seine Färbung verlieren, einbüßen
Beispiele:
der Stoff, die Schrift verblasst mit der Zeit
die Farben der Tapete, des Teppichs waren verblasst
die Vorhänge auf der Sonnenseite sind rasch verblasst
eine verblasste Fotografie
wenn die Sonne aufgeht, verblassen die Sterne (= verlieren die Sterne ihren Glanz, ihre Helligkeit und sind bald nicht mehr zu sehen)
übertragen nachlassen, schwinden
Beispiele:
die Erinnerung an die schönen Tage verblasste nur langsam
ihr Bild war in seinem Inneren völlig verblasst
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blaß · erblassen · verblassen · Blässe · bläßlich
blaß Adj. ‘von schwacher Farbe, bleich’, ahd. blas ‘weißstirnig’ (auch in der Zusammensetzung blasros ‘Pferd mit weißem Stirnfleck’, Hs. 13. Jh.), mhd. blas, auch ‘kahl, schwach, gering, bleich’, asächs. blas ‘glänzend weiß’ gehören mit ↗Blesse (s. d.) und den dort behandelten Wörtern zu einer nur im Germ. nachweisbaren Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’, die als ie. *bhles-, *bhlos- anzusetzen wäre, wozu auch mnl. bles, anord. blesōttr ‘mit weißem Stirnfleck’, ferner mhd. mnd. blas ‘Fackel, brennende Kerze’, aengl. blæse ‘Fackel, Feuer’. Das Adjektiv blaß gewinnt seine heutige Bedeutung ‘bleich’ offenbar erst gegen Ende des 13. Jhs. Luther verwendet das Adjektiv nicht, gebraucht aber erblassen. Die seit dem Frühnhd. bezeugten Verben erblassen und verblassen ‘blasser werden’ werden bis Anfang des 19. Jhs. ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander gebraucht. Erst danach wird erblassen im Sinne eines plötzlichen Blaßwerdens sowie übertragen für ‘sterben’, verblassen bei Sachen im Sinne von dauernder Verfärbung verwendet. Blässe f. ‘blasses Aussehen’ (Mitte 17. Jh.). bläßlich Adj. ‘ein wenig blaß’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) legen · geringer werden · kleiner werden · ↗nachlassen · verblassen · ↗verringern
Synonymgruppe
Farbe verlieren · blass werden · bleich werden · erblassen · ↗erbleichen · verblassen
Synonymgruppe
verblassen · ↗verklingen · ↗verwelken

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aura Bedeutungslosigkeit Erinnerung Farbe Feindbild Glamour Glanz Glorienschein Hoffnungsschimmer Kontur Mythos Nimbus Regenbogen Ruhm Schrecken Stern Strahlkraft Tinte Unkenntlichkeit Urlaubsbräune allmählich dagegen dahinter daneben entschwinden langsam rasch vergilben vollends zusehends

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verblassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn das gelänge, würden Probleme wie die der sozialen Sicherheit verblassen.
Der Tagesspiegel, 06.04.1998
Dann könnte das imposante Bild der ersten Tage schnell verblassen.
Süddeutsche Zeitung, 24.02.1997
Einige Texte sind zwar ziemlich verblaßt, doch sind die Noten größtenteils gut erhalten.
Pease, Edward J.: Pixérécourt. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 37421
Gegenüber diesen Fragen verblassen die herkömmlichen Probleme des Gebrauchs anderer Mittel in der P. merklich.
Goldammer, K.: Politik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 26641
Aber als sie fort war und er allein nach Hause ging, verblaßten ihre Argumente.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 197
Zitationshilfe
„verblassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verblassen>, abgerufen am 16.10.2019.

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