verbleichen

GrammatikVerb · verblich, ist verblichen
Aussprache
Worttrennungver-blei-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungver-bleichen1
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
blass, bleich werden, seine Färbung verlieren
Beispiele:
diese billigen Farbdrucke verbleichen sehr schnell
das Abendrot verblich nach kurzer Zeit
die Sterne verbleichen (= verlieren Glanz und Helligkeit und werden allmählich unsichtbar)
der Mond verbleicht, wenn die Sonne aufgeht
oft im Part. Prät.
Beispiele:
ein von Sonne und Regen verblichener Filzhut
verblichene Stoffe, Teppiche
ein Rock in verblichenem Blau
eine verblichene (= verblasste) Fotografie
ein verblichener (= matter, glanzloser) Spiegel
seine Kleidung war abgeschabt und verblichen
die Inschrift war verblichen
übertragen nachlassen, schwinden
Beispiel:
die Erinnerung an die schönen Urlaubstage verblich nur langsam
2.
dichterisch, übertragen sterben
Beispiele:
sie trugen ihn ins Haus, und als sie ihn niederlegten, war er schon verblichen
sie beweinten den Verblichenen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bleich · bleichen1 · erbleichen · verbleichen · bleichen2 · Bleiche · Bleichert
bleich Adj. ‘blaß, fahl’, ahd. bleih (8. Jh.), mhd. bleich, asächs. mnd. blēk, mnl. bleec, nl. bleek, aengl. blāc ‘glänzend, hell, blaß’, anord. bleikr (germ. *blaika-) sind verwandt mit dem starken Verb germ. *blīkan, ahd. -blīhhan (in ahd. biblīhhan ‘erstrahlen, erglänzen’, 8. Jh., irblīhhan ‘erstrahlen, funkeln’, um 1000, firblīhhan ‘an Glanz verlieren, glanzlos werden’), mhd. blīchen ‘glänzen, erröten’, asächs. blīkan, mnl. bliken, nl. blijken, afries. blika, aengl. blīcan ‘glänzen, leuchten, scheinen’, nhd. (selten) bleichen1 Vb. erhalten in erbleichen Vb. ‘bleich werden’, verbleichen Vb. ‘bleich werden, sterben’. Für germ. *blaika- Adj. ergibt sich daher als ursprüngliche Bedeutung ‘glänzend’. Außergerm. sind zu vergleichen lit. blaikštýtis ‘sich aufklären, leuchten’, blyškė́ti ‘funkeln, glänzen’, blỹkšti ‘weiß, bleich werden’, russ.-kslaw. blěskъ, russ. b’lesk (блеск) ‘Glanz’, aslaw. bliskati, blьštati ‘funkeln, glänzen’, so daß sich ie. *bhlē̌ig̑-, *blī̌g̑- ‘glänzen’ erschließen läßt, eine über ie. *bhlē̌i-, *bhlī̌- hinausgehende Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’ (s. ↗Blei, ↗Blech, ↗Blick, ↗blitzen). Neben dem starken Verb (s. oben) steht ein schwaches Faktitivum bleichen2 Vb. ‘bleich, weiß machen’, ahd. bleihhen ‘bleich machen’ (9. Jh.), mhd. bleichen ‘bleich machen, werden’. Bleiche f. ‘Blässe, Bleichplatz für Wäsche’, ahd. bleihhī(n) ‘Blässe, fahle Farbe’, mhd. bleiche. Bleichert m. blaßroter Wein, Bleichart (16. Jh.), zusammengesetzt mit der Namenskomponente -hart.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erinnerung Farbe Glanz Ruhm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbleichen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei einigen lösten sich die Beschriftungen, bei anderen waren sie verblichen.
Die Zeit, 12.02.2001, Nr. 07
Im Großen Saal des Hauses mit seinen schier unendlich hoch aufragenden Wänden ist die Farbe verblichen.
Süddeutsche Zeitung, 18.06.1994
Das, was die RAF einmal war, scheint langsam und ungeklärt zu verbleichen.
Der Tagesspiegel, 16.12.2000
Als sie verblichen waren, verschwanden sie, geblieben ist nur der Name.
Die Welt, 02.02.2004
Noch immer ist die Erinnerung an diese Zeit der spanischen Oberhoheit und der spanischen Kirchenherrschaft nicht verblichen.
Abel, Othenio: Amerikafahrt, Jena: Fischer 1926, S. 98
Zitationshilfe
„verbleichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verbleichen>, abgerufen am 15.10.2019.

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