verblenden

GrammatikVerb · verblendete, hat verblendet
Aussprache
Worttrennungver-blen-den (computergeneriert)
Grundformblenden
Wortbildung mit ›verblenden‹ als Erstglied: ↗Verblendung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. verblendet jmdn.etw. nimmt jmdn. durch den äußeren Schein für sich ein und beraubt ihn dadurch der klaren Einsicht, Überlegung
Beispiel:
die Hoffnung auf Gewinn hatte ihn ganz und gar verblendet
oft im Part. Prät.
verblendetgetäuscht, irregeführt
Beispiele:
ein verblendeter junger Mensch
von Glück und Erfolg verblendet, vergaß er alle seine Freunde
2.
Mauerwerk mit wertvollen, schönen Steinen verkleiden
Beispiel:
er hat den Sockel seines Hauses mit Klinkern, Kacheln verblendet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blenden · Blende · blendend · abblenden · verblenden
blenden Vb. ‘blind machen, durch übermäßige Lichtstrahlung das Sehvermögen beeinträchtigen, einen (ungerechtfertigten) positiven Eindruck hervorrufen’. Ahd. blenten (9. Jh.), mhd. mnd. blenden, aengl. blendan ist eine faktitive Bildung (germ. *blandjan) zu dem unter ↗blind (s. d.) behandelten Adjektiv; daneben ohne Ablaut anord. blinda, got. gablindjan. Blende f. zuerst (um 1500) in der Bergmannssprache für sulfidische Minerale mit metallischem Aussehen (vgl. Pechblende), sonst ‘Abschirmvorrichtung’ (18. Jh.). blendend Part.adj. seit der 1. Hälfte des 18. Jhs. verselbständigt in der Bedeutung ‘strahlend, hervorragend’ (blendende Weiße, blendender Roman). abblenden Vb. ‘abdunkeln, abschirmen’ (2. Hälfte 19. Jh.). verblenden Vb. ‘unfähig machen, etw. klar zu sehen, zu erkennen’, mhd. verblenden; vielfach das Part. Prät. verblendet ‘unfähig zu vernünftiger Einsicht’ (vgl. die verblenten narren, Luther).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fassade Haß Ideologie Propaganda

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verblenden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als der Autor dies seinerzeit kommentierte, hielt man ihn für verblendet.
Die Zeit, 17.11.2004, Nr. 47
F. ist es, ein weniger haltbares und unschönes Material zu verblenden.
o. A.: Lexikon der Kunst - F. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 2957
Wer das in den siebziger und achtziger Jahren noch dachte, der musste schon blind oder ideologisch völlig verblendet sein.
Die Welt, 23.08.2003
Wie entsetzlich die marxistische Religion verblendet, sieht man immer wieder.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 24.11.1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16315
Er habe versucht, ihr nach dem Munde zu reden, so verblendet könnten Menschen sein.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 217
Zitationshilfe
„verblenden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verblenden>, abgerufen am 19.10.2019.

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