verbrämen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-brä-men
Wortbildung  mit ›verbrämen‹ als Erstglied: Verbrämung  ·  mit ›verbrämen‹ als Letztglied: pelzverbrämt
eWDG

Bedeutung

etw. am Rand mit etw. verzieren
Beispiele:
ein mit Pelzstreifen verbrämter Mantel
die Putzmacherin verbrämte den Hut mit Schnüren und Bändern
übertragen etw. als negativ Empfundenes durch positives Beiwerk aufwerten und dadurch das Negative abschwächen oder verhüllen, verschleiern
Beispiele:
er versuchte, den langweiligen Bericht mit Humor und Ironie zu verbrämen
pseudowissenschaftlich verbrämte Phrasen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verbrämen Vb. ‘mit einem Rand versehen, den Rand mit Besatz, mit Pelz verzieren, ausschmücken’ (15. Jh.), übertragen ‘verhüllend, verblümt sagen, umschreiben’ (17. Jh.), mnd. vorbrēmen ‘mit einem Rand versehen’, Präfixbildung neben gleichbed. mhd. bremen, mnd. brēmen, abgeleitet von frühnhd. brem ‘Randbesatz, Einfassung, Rand’ (15. Jh., doch wohl älter); vgl. nl. braam (älter breme), mengl. brimme, engl. brim ‘Rand’. Es besteht Verwandtschaft zu dem ersten Kompositionsglied von Brombeere (s. d.), so daß von ie. *bhrem-, *bhrom-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘hervorstehen, Kante, Ecke, Spitze’, auszugehen ist.

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
absetzen · besetzen · einfassen · einsäumen · säumen · ummanteln · umsäumen · verbrämen · verzieren  ●  bandeln  österr. · bordieren  fachspr. · galonieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) gottgleich verehren · anbeten · beweihräuchern · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung beimessen · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung verleihen · emporstilisieren · hochjubeln · hochstilisieren · mit einem Glorienschein umgeben · mit einem Glorienschein versehen · verbrämen · vergöttern · verherrlichen · verklären · überhöhen  ●  idealisieren  Hauptform · in den Himmel heben  fig. · anhimmeln  ugs. · glorifizieren  geh. · huldigen  geh.
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sehr) günstig darstellen · beschönigen · herunterspielen · maskieren · positiv darstellen · romantisieren · schönen · schönfärben · schönreden · verbrämen · verharmlosen · verhüllen · verklären · verschleiern · übertünchen  ●  in ein gutes Licht rücken  fig. · ins rechte Licht rücken  fig. · ins rechte Licht setzen  fig. · weichspülen  fig. · aufputzen  ugs. · bemänteln  geh. · frisieren  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verbrämen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbrämen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verbrämen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber er ist dagegen, Probleme, bei denen es nur um sachgerechte Lösungen geht, ideologisch zu verbrämen. [Die Zeit, 23.05.1969, Nr. 21]
Das ist zwar nicht illegitim, aber unredlich ist es schon, das zu verbrämen. [Der Tagesspiegel, 22.06.2001]
Es waren immer materielle Ziele, allerdings stets edel und ideal verbrämt! [Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]]
Die Lesende musste nicht mehr allegorisch verbrämt werden und apart posieren. [Süddeutsche Zeitung, 11.12.2001]
Er war berühmt für sein seelenvolles Adagiospiel und pflegte die langsamen Sätze überaus reich zu verbrämen. [Schwarz, Boris: Violinmusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 9219]
Zitationshilfe
„verbrämen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verbr%C3%A4men>.

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