verbrühen

GrammatikVerb · reflexiv
Worttrennungver-brü-hen
Wortbildung mit ›verbrühen‹ als Erstglied: ↗Verbrühung
eWDG, 1977

Bedeutung

sich durch heißes, kochendes Wasser verletzen
Beispiel:
er hatte sich mit kochendem Wasser die Finger verbrüht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brühen · verbrühen · abgebrüht · Brühe · brühwarm
brühen Vb. ‘mit kochendem Wasser übergießen’, mhd. brüejen, brüen ‘brühen, sengen, brennen’, mnd. brȫien ‘brühen, kochen, brüten’, mnl. broeyen, nl. broeien ‘sengen, brühen, brüten’ (westgerm. *brōjan). Das sonst im Germ. nicht bezeugte jan-Verb geht mit ↗Brut, ↗Brodem, ↗braten (s. d.) auf ie. *bhrē-, *bhrō- ‘heiß aufwallen, wärmen, brennen’, also wohl auch ‘heiß machen’ zurück; weiterhin sind verwandt ↗brauen, ↗Brot, ↗Brei und ↗brennen (s. d.). verbrühen Vb. ‘durch Einwirkung heißer Flüssigkeit verletzen’, mhd. verbrüejen. abgebrüht Part.adj. ‘gefühllos, unempfindlich’, seit dem 19. Jh. in der Umgangssprache üblich, schließt sich als Part. Prät. an abbrühen ‘mit kochendem Wasser übergießen’ (16. Jh., zu brühen mit separativem und resultativem ab- gebildet) an; die Bedeutung des Part.adj. weist jedoch auf mögliche Vermischung mit dem nd. Verb brüen, brüden ‘necken, plagen, begatten’, das zu mhd. briuten ‘sich vermählen, beiliegen’ (von mhd. brūt ‘Braut, junge Frau’, s. ↗Braut) gehört; vgl. ¹DWB 2, 425 und Weigand/H. (1909) 1, 8. Brühe f. ‘durch Kochen von Fleisch oder anderen Nahrungsmitteln gewonnene Flüssigkeit’, dann auch ‘trübe, unreine Flüssigkeit’, mhd. brüeje (vgl. nl. landschaftlich broei ‘Fleischbrühe’), Verbalsubstantiv zu brühen. brühwarm Adj. ‘noch ganz frisch’ (von Äußerungen, Nachrichten u. ä.), meist als Adverb ‘umgehend, unverzüglich’; seit Ende 17. Jh. in diesem Sinne, daneben (im Unterschied zu ähnlichem brühheiß, 16. Jh.) nur selten in eigentlicher Verwendung ‘sehr warm’.

Typische Verbindungen zu ›verbrühen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Arbeiter Bein Dampf Dusche Finger Haut Kaffee Tochter Wasser verbrennen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbrühen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verbrühen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man hatte sich eben schon daran gewöhnt, sich ständig die Finger zu verbrühen.
Die Zeit, 26.10.2012, Nr. 43
Der fiel kurz vor der EM aus, weil er zu heiß geduscht und sich dabei schwer verbrüht hatte.
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2000
Eine dicke Frau verbrüht ihrer Schwester aus Eifersucht die Beine.
Bild, 25.04.2006
Um diese Tat zu vertuschen, habe er dann das kleine Mädchen mit heißem Wasser verbrüht.
Die Welt, 18.02.2004
Als sie bremste, wurde der Becher gequetscht, die Dame verbrühte sich beide Oberschenkel.
Die Zeit, 27.08.2001, Nr. 35
Zitationshilfe
„verbrühen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verbr%C3%BChen>, abgerufen am 27.01.2020.

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