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verbrauchen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-brau-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungver-brauchen
Wortbildung mit ›verbrauchen‹ als Grundform: ↗Verbrauch  ·  formal verwandt mit: ↗unverbraucht
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
eine bestimmte Menge von etw. für einen bestimmten Zweck verwenden, bis es aufgebraucht ist, nichts mehr übriggeblieben ist
Beispiele:
die Fabriken verbrauchen große Mengen von Energie
wir haben diesen Monat wieder über 1 000 Euro verbraucht
Gas, Strom, Kohlen, Lebensmittel verbrauchen
vieles von dem, was wir verbrauchen, müssen wir importieren
wir haben unsere Vorräte völlig verbraucht
wenn wir die Süßigkeiten alle verbraucht haben, müssen wir uns neue kaufen
sein Wagen verbraucht 10 Liter auf hundert Kilometer
2.
etw. durch Verwendung abnutzen, verschleißen, unbrauchbar machen
Beispiele:
ich verbrauche pro Jahr drei Paar Schuhe
durch ständige Wiederholung werden bildhafte Ausdrücke leicht verbraucht
verbrauchtabgerissen, abgenutzt
Grammatik: häufig im Part. Prät.
Beispiele:
bei der Versteigerung wurden nur verbrauchte Möbel angeboten
verbrauchte (= schlechte, sauerstoffarme) Luft
durch schwere Arbeit, ein anstrengendes, hartes Leben nicht mehr leistungsfähig, abgearbeitet
Beispiele:
er kam sich [Dativ] alt und verbraucht vor
ein hagerer, vergreister, verbrauchter Mann
ihr eingefallenes Gesicht sah müde und verbraucht aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brauchen · Brauch · Brauchtum · brauchbar · Brauchbarkeit · gebrauchen · Gebrauch · mißbrauchen · Mißbrauch · verbrauchen · Verbrauch · Verbraucher
brauchen Vb. ‘nötig haben’, ahd. brūhhan, brūhhen ‘genießen, nutzen, ausüben’ (8. Jh.), mhd. brūchen, asächs. brūkan, mnl. brūken ‘brauchen, genießen’, afries. brūka ‘nötig haben’, aengl. brūcan ‘nützlichen Anteil haben’, engl. to brook ‘gebrauchen’, got. brūkjan ‘genießen, sich erfreuen, gebrauchen’ (germ. *brūk-) zeigen unterschiedliche Flexionsweisen (stark im Aengl., schwach im Got., sonst starke Präsens- und schwache Präteritalformen). Verwandtschaftlich nahe steht wohl lat. fruī ‘genießen, Nutzen ziehen’ und frūx, frūctus (s. ↗Frucht). Das nur aus dem Germ. und Ital. zu erschließende ie. *bhrūg- ‘Frucht, genießen, gebrauchen’ ist vielleicht Gutturalerweiterung des in ↗Brosame (s. d.) und seinen Verwandten mit s-Erweiterung vorliegenden ie. *bhrē̌u-, *bhrū̌- ‘abschaben, abstreifen, zerschlagen, zerbrechen’ (zur Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’). Für ie. *bhrūg- könnte daher eine älteste Bedeutung ‘sich Früchte zum Genuß abbrechen oder abstreifen’ erschlossen werden. Die semantische Entwicklung des dt. Verbs führt von ‘nützlichen Anteil haben, genießen’ über ‘nutzen, gebrauchen’ zu seit dem 17. Jh. üblichem ‘nötig haben’. Brauch m. ‘Gewohnheit, Sitte’, ahd. brūh (10./11. Jh.), mhd. brūch. Brauchtum n. ‘volkstümliche Sitten und Gebräuche’ (20. Jh.). brauchbar Adj. ‘geeignet’, spätmhd. brūchbar; dazu Brauchbarkeit f. (18. Jh.). gebrauchen Vb. ‘benutzen, verwenden’, ahd. gibrūhhan, gibrūhhen (11. Jh.), mhd. gebrūchen; Gebrauch m. ‘Verwendung’, mhd. gebrūch. mißbrauchen Vb. ‘in unstatthafter Weise gebrauchen’, ahd. missabrūhhan (9. Jh.), mhd. missebrūchen (s. ↗miß-); Mißbrauch m. (16. Jh.; vgl. ahd. missibrūhhida, 9. Jh.). verbrauchen Vb. ‘völlig verwenden, abnutzen, verschleißen’, ahd. firbrūhhen (10./11. Jh.), mhd. verbrūchen; Verbrauch m. (18. Jh.); Verbraucher m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbrauchen · ↗aufwenden · ↗auspowern · ↗erschöpfen · ↗verausgaben · verbrauchen
Assoziationen
Synonymgruppe
(Kraftstoff) verbrauchen  ●  ↗fressen  ugs. · ↗saufen  ugs. · ↗schlucken  ugs.
Synonymgruppe
verbrauchen  ●  ↗aufbrauchen  ugs. · zehren von  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Benzin Brennstoff Diesel Drittelmix Durchschnitt Energie Heizöl Kalorie Kerosin Kilometer Kilowattstunde Km Kraftstoff Kubikmeter Liter Ressource Sauerstoff Schnitt Sprit Strom Super Superbenzin Tonne Treibstoff Vorrat Watt durchschnittlich soviel weniger Öl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbrauchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In 25 Jahren wird auch der letzte Tropfen Öl verbraucht sein, dann ist es zu spät, an Alternativen zu denken.
Die Welt, 27.09.2005
Von dieser federleichten Ernte verbrauchten die Deutschen 1997 ganze 3500 Kilo.
Der Tagesspiegel, 21.12.1998
Gottlob hatte er nie viel Worte gemacht, und so hat er sie nicht unnütz verbraucht.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 619
Nun hat er Zeit, aber seine Kräfte sind verbraucht, und das Herz ist müde geworden.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 218
Er soll gegen 30000 Mark in einem Jahre verbraucht haben.
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 24763
Zitationshilfe
„verbrauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verbrauchen>, abgerufen am 13.12.2019.

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