verbrechen
GrammatikVerb · verbricht, verbrach, hat verbrochen (Präs. ungebräuchl., Prät. ungebräuchl.)
Aussprache
Worttrennungver-bre-chen
Ableitung vonbrechen1
Wortbildung mit ›verbrechen‹ als Erstglied: Verbrecher  ·  Ableitung von ›verbrechen‹: Verbrechen
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich etw. Fehlerhaftes, Unrechtes anstellen, tun
Beispiele:
was haben wir denn verbrochen?
er hat wieder ein neues Buch verbrochen (= verfaßt, geschrieben) spöttisch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen ↗Brache, ↗Bruch m. und ↗Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. ↗Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, refl. ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’, vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Assoziationen
Synonymgruppe
anrichten · anstellen  ●  (sich etwas) leisten  ugs. · ausfressen  ugs., Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) entscheidenden Fehler machen  ●  (es) vermasseln  ugs. · (es) versauen  derb · (etwas) verbrechen  ugs. · (sich) in die Scheiße reiten  derb · Mist bauen  ugs. · Mist machen  ugs. · Scheiße bauen  derb
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Juden Menschlichkeit Nazis Verbrechen Wehrmacht du

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbrechen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was habe ich verbrochen, dass ich mal sterben muss, ohne jemals ein schönes Leben gehabt zu haben.
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2002
Was hat August Berger verbrochen, daß er in so eine ausweglose Lage geraten ist?
Die Zeit, 07.04.1989, Nr. 15
Wir fragten uns, was hatten wir verbrochen, um uns eine solche Behandlung gefallen zu lassen?
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8079
Was hatte ich, zum gefesselten Bettnässer verurteilt, denn überhaupt verbrochen?
Burger, Hermann: Die künstliche Mutter, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1986 [1982], S. 131
Was Gestapo-Angehörige tatsächlich verbrochen haben, soll mit keinem Wort entschuldigt werden.
o. A.: Zweihundertzehnter Tag. Freitag, 23. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 31936