verbrecherisch

GrammatikAdjektiv
Worttrennungver-bre-che-risch
WortzerlegungVerbrecher-isch
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
so verwerflich, dass es fast schon ein Verbrechen ist; kriminell
b)
vor Verbrechen nicht zurückschreckend; skrupellos
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen ↗Brache, ↗Bruch m. und ↗Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. ↗Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
illegal · ↗kriminell · ↗mafiös · ↗rechtswidrig · ↗sträflich · ↗ungesetzlich · verbrecherisch
Assoziationen
Synonymgruppe
delinquent · ↗kriminell · ↗straffällig · verbrecherisch  ●  auf der schiefen Bahn  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angriffskrieg Angriffsplan Befehl Charakter Clique Handlung Handlunge Hitler-Regierung Hitler-Regime Hitlerkrieg Komplott Kriegführung Leichtsinn Machenschaft Menschenversuch NS-Regime NS-System Nazi-Regime Naziregime Organisation Regime SED-Regime Treiben Tun Tätigkeit Umtrieb Vernichtungskrieg Verschwörung feig menschenverachtend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbrecherisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Angesichts der verbrecherischen Tat verbietet es sich, ihre persönlichen Entscheidungen medial auszubreiten.
Die Zeit, 21.12.2005, Nr. 52
Kritisiert wird, wenn jemand einen Sinn darin sieht, sich für ein verbrecherisches Regime aufzuopfern.
Der Tagesspiegel, 13.06.2000
Formen, die einmal gegossen wurden, könnten also vielleicht erst durch späteren Mißbrauch verbrecherisch erscheinen, obwohl sie ursprünglich nicht dazu bestimmt waren.
o. A.: Zweihundertelfter Tag. Montag, 26. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 29173
Somit geht es hier darum, eine Organisation als verbrecherisch zu erklären.
o. A.: Siebzigster Tag. Donnerstag, den 28. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4680
Er muß um sein verbrecherisches Leben eine ganze Organisation geschaffen haben, die allein den Zweck hat, es zu beschützen.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 74
Zitationshilfe
„verbrecherisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verbrecherisch>, abgerufen am 15.11.2019.

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