Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verdächtig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ver-däch-tig
Wortzerlegung Verdacht -ig
Wortbildung  mit ›verdächtig‹ als Letztglied: unverdächtig  ·  mit ›verdächtig‹ als Grundform: -verdächtig · Verdächtige
eWDG

Bedeutung

in einem Verdacht stehend, Verdacht hervorrufend
Beispiele:
jmd., etw. ist verdächtig
er war ihnen wegen seiner sonderbaren Antwort verdächtig (erschienen)
diese Person kam uns verdächtig vor, galt als verdächtig
sich verdächtig machen, benehmen, verhalten
verdächtig miteinander flüstern
es war verdächtig, kam uns höchst verdächtig vor, dass er sich zu dieser Angelegenheit nicht äußerte
ein verdächtiges Individuum, Aussehen, Verhalten, Geräusch
eine verdächtige Gestalt schlich in der Dunkelheit vorbei
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Verdacht · verdächtig · verdächtigen
Verdacht m. ‘Vermutung eines schuldhaften Verhaltens, Argwohn’ (16. Jh.), Verbalabstraktum zu verdenken in dessen Bedeutung ‘Übles von jmdm. denken, jmdn. in Verdacht haben, verargen’ (wie Bedacht zu bedenken, s. d.). Vgl. mnd. vordacht f. ‘das Verdenken, Bösesein, schlechte Empfindung, Verdacht, Argwohn’ (14. Jh.); feminines Genus begegnet zuweilen auch im Hd. (Luther). Zur Etymologie s. denken. verdächtig Adj. ‘Verdacht erregend, zweifelhaft’, mhd. verdæhtic ‘überlegt, vorbedacht, Verdacht hegend, argwöhnisch’, dann (17. Jh.) ‘mit Verdacht behaftet’. verdächtigen Vb. ‘jmdn. in Verdacht haben, Verdacht gegen jmdn., etw. hegen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
suspekt · undurchschaubar · undurchsichtig · verdächtig · zweifelhaft · zwielichtig  ●  krumm  ugs., fig. · mit Vorsicht zu genießen  ugs. · nicht ganz astrein  ugs. · nicht ganz lupenrein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
allzu · auffallend · erstaunlich · furchtbar · mehr als · sehr sehr · ungebührlich · ungemein · ungewöhnlich · unglaublich (Adverb) · unverhältnismäßig · zu (Gradadverb) · über die Maßen · über... · überaus · übertrieben  ●  arg  regional · sehr (Gradadverb)  Hauptform · verdächtig  ironisch · ausnehmend  geh. · bis dort hinaus  ugs. · bis zum Gehtnichtmehr  ugs. · schrecklich  ugs. · unvergleichlich  geh. · verdammt  ugs., salopp
Assoziationen
  • (es herrscht) verdächtige Ruhe · ungewöhnlich ruhig · verdächtig ruhig · verdächtig still  ●  (die) Ruhe vor dem Sturm  fig.

Typische Verbindungen zu ›verdächtig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verdächtig‹.

Verwendungsbeispiele für ›verdächtig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nahezu jeder männliche Bewohner in der Straße machte sich irgendwann verdächtig. [Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 41]
Wenn er zufällig käme, würde er das nur verdächtig finden. [Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 5]
Bevor irgendwer nachfragen kann, hat ihn der Professor zum Schweigen gebracht, mit verdächtig ruckartigen Bewegungen. [C't, 2000, Nr. 9]
Den Erzieher im Lehrer zu stärken, das klingt verdächtig altvertraut, nach autoritärem Drill. [Die Zeit, 18.11.1999, Nr. 47]
Die redenden Götter waren so verdächtig wie ein redender Stein. [Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 292]
Zitationshilfe
„verdächtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verd%C3%A4chtig>.

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