verdattert

GrammatikAdjektiv
Worttrennungver-dat-tert
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich durch eine unerwartete Situation überrascht, verwirrt
Beispiele:
er stand verdattert da, stotterte verdattert
als sie dies hörte, war sie ganz verdattert, machte sie ein verdattertes Gesicht
ein verdatterter Junge
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verdattert · tatterig · tattrig · Tatterich
verdattert Part.adj. ‘verwirrt, eingeschüchtert, überrascht, erschrocken’ (18. Jh.), zu verdattern ‘in Verwirrung bringen’. Zu laut- und bewegungsnachahmendem frühnhd. tateren ‘schwatzen, plappern’ (15. Jh.), auch dattern, dadern (16. Jh.), mnd. tāteren ‘stammeln, schnattern’, mnl. ‘stottern’, nl. tateren ‘schwatzen, plaudern’, landschaftlich im Dt. weithin auch ‘zittern’. Vgl. tatterig, tattrig Adj. ‘zittrig und kraftlos in seinen Bewegungen’, Tatterich m. ‘Zittern der Hände und Finger’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
außer Fassung · ↗entgeistert · ↗fassungslos · geschockt · ↗ratlos · schockiert · ↗verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs., fig. · (ganz) von den Socken  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag  ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein  ugs. · die Welt nicht mehr verstehen  ugs. · erstaunten Auges (humor. altertümelnd)  geh. · ↗konsterniert  geh. · verdattert  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen  ugs.
Assoziationen
  • durcheinander · ↗entgeistert · ↗fassungslos · ↗konfus · neben sich stehen · ↗umnachtet · ↗verstört · verwirrt  ●  derangiert  geh., franz. · neben der Rolle sein  ugs. · ↗tüdelig  ugs. · von allen guten Geistern verlassen  ugs.
  • erstaunen · ↗frappieren · für Überraschung sorgen (journal.) · in Erstaunen setzen · ↗verblüffen · ↗verdutzen · ↗verwundern · ↗überraschen  ●  ↗(jemanden) wundern  ugs.
  • (sich) nicht sicher · ↗ratlos · ↗unentschieden · ↗unentschlossen · ↗unschlüssig  ●  (auch) nicht wissen, wie es weitergeht  ugs.
  • (das ist ja) (ein) dolles Ding  ugs. · (ja) ist denn das die Möglichkeit!?  ugs. · Ist nicht wahr!  ugs., salopp, Spruch · Jetzt wird (aber) der Hund in der Pfanne verrückt!  ugs., Spruch, variabel · Mich laust der Affe!  ugs., Spruch · das darf nicht wahr sein!  ugs. · das gibt's doch nicht!  ugs. · das kann doch einfach nicht wahr sein!  ugs. · das kann doch wohl nicht wahr sein!  ugs. · du glaubst es nicht!  ugs. · du kriegst die Motten!  ugs., Spruch · ich fress 'en Besen!  ugs., Spruch · ich glaub ich werd zum Elch  ugs., Spruch · ich glaub, es geht los!  ugs., Spruch · ich glaub, ich steh im Wald!  ugs., Spruch · ich glaub, mich holn'se ab!  ugs. · ich krieg die Motten!  ugs., Spruch · ich werd' verrückt!  ugs. · ich werd' zum Elch!  ugs., Spruch · ja isset denn möglich!?  ugs. · jetzt brat mir (aber) einer einen Storch!  ugs., Spruch · jetzt brat mir einer 'en Storch  ugs., veraltet · man glaubt es nicht!  ugs. · wie (...) ist das denn!?  ugs., jugendsprachlich · wie isset denn möglich?!  ugs.
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein auf · nicht gerechnet haben (mit) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein)  Hauptform · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · aus allen Wolken fallen  ugs., fig. · kalt erwischt werden  ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben  ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben  ugs., fig.
  • die Welt nicht mehr verstehen · fragend · ↗stutzig · ↗verständnislos · verwirrt
  • (jemand) weiß nichts mehr zu sagen · (jemandem hat es) die Sprache verschlagen · (jemandem) fehlen die Worte · (jemandem) verschlägt es die Sprache · jemand sagt nichts mehr (zu) · nichts mehr einfallen (zu) · sprachlos sein · ↗verstummen  ●  (jemandem) bleibt (da) die Spucke weg  ugs., fig.
  • hilflos · ↗verloren · weiß sich nicht zu helfen  ●  ↗aufgeschmissen  ugs.
  • stehenbleiben wie angewurzelt · wie erstarrt sein  ●  zur Salzsäule erstarren  ugs.
  • (erst einmal) nichts zu sagen wissen · (sehr) erstaunt sein · ↗(sich) wundern · ↗angaffen · aus dem Staunen nicht mehr herauskommen · ↗bestaunen · ↗bewundern · kaum glauben wollen (was man sieht) · kaum glauben wollen (was man zu hören bekommt) · mit offenem Mund dastehen · nicht schlecht staunen (Verstärkung) · seinen Augen nicht trauen (wollen) · seinen Ohren nicht trauen (wollen) · ↗staunen · verwundert anstarren  ●  (den) Mund nicht mehr zubekommen  ugs. · (jemanden) anstarren wie ein Wesen vom anderen Stern  ugs., variabel · (jemanden) anstarren wie einen Marsmenschen  ugs. · Bauklötze staunen (Verstärkung)  ugs. · Glotzaugen machen  ugs. · Kulleraugen machen  ugs. · doof gucken  ugs. · große Augen machen  ugs. · gucken wie ein Auto  ugs., veraltend · wer beschreibt mein Erstaunen (als)  geh., literarisch, variabel, veraltend, floskelhaft
  • erstaunt · ↗perplex · ↗platt · ↗sprachlos · verblüfft · verdattert · ↗verdutzt · verwundert  ●  ↗baff  ugs. · bass erstaunt (Verstärkung)  geh., veraltend · geplättet  ugs., fig. · platt wie 'ne Flunder (Verstärkung)  ugs. · platt wie eine Briefmarke  ugs.
  • nicht glauben können, was geschieht · nicht wissen, wie einem geschieht  ●  (jemandem) wankt der Boden unter den Füßen  fig. · (jemandem) vergeht Hören und Sehen  ugs. · nicht (mehr) wissen, ob man Männchen oder Weibchen ist  ugs. · nicht mehr wissen, wo vorne und hinten ist  ugs., übertreibend
  • eine unangenehme Überraschung erleben · unangenehm überrascht sein  ●  (sich) fühlen wie vor den Kopf geschlagen  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen sein  ugs.
Synonymgruppe
erstaunt · ↗perplex · ↗platt · ↗sprachlos · verblüfft · verdattert · ↗verdutzt · verwundert  ●  ↗baff  ugs. · bass erstaunt (Verstärkung)  geh., veraltend · geplättet  ugs., fig. · platt wie 'ne Flunder (Verstärkung)  ugs. · platt wie eine Briefmarke  ugs.
Assoziationen
  • außer Fassung · ↗entgeistert · ↗fassungslos · geschockt · ↗ratlos · schockiert · ↗verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs., fig. · (ganz) von den Socken  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag  ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein  ugs. · die Welt nicht mehr verstehen  ugs. · erstaunten Auges (humor. altertümelnd)  geh. · ↗konsterniert  geh. · verdattert  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen  ugs.
  • (erst einmal) nichts zu sagen wissen · (sehr) erstaunt sein · ↗(sich) wundern · ↗angaffen · aus dem Staunen nicht mehr herauskommen · ↗bestaunen · ↗bewundern · kaum glauben wollen (was man sieht) · kaum glauben wollen (was man zu hören bekommt) · mit offenem Mund dastehen · nicht schlecht staunen (Verstärkung) · seinen Augen nicht trauen (wollen) · seinen Ohren nicht trauen (wollen) · ↗staunen · verwundert anstarren  ●  (den) Mund nicht mehr zubekommen  ugs. · (jemanden) anstarren wie ein Wesen vom anderen Stern  ugs., variabel · (jemanden) anstarren wie einen Marsmenschen  ugs. · Bauklötze staunen (Verstärkung)  ugs. · Glotzaugen machen  ugs. · Kulleraugen machen  ugs. · doof gucken  ugs. · große Augen machen  ugs. · gucken wie ein Auto  ugs., veraltend · wer beschreibt mein Erstaunen (als)  geh., literarisch, variabel, veraltend, floskelhaft
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein auf · nicht gerechnet haben (mit) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein)  Hauptform · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · aus allen Wolken fallen  ugs., fig. · kalt erwischt werden  ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben  ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

dastehen dreinschauen gucken herumstehen schauen ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verdattert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ohne noch ein Wort zu sagen, rennt der verdatterte Mann aus der Bank.
Bild, 18.12.1997
Er enteilt ihnen nach Belieben, und seine Gegner bleiben verdattert zurück.
Süddeutsche Zeitung, 16.02.2002
Einen Moment lang war ich verdattert, dann griff ich zur Handbremse.
Die Zeit, 27.03.1987, Nr. 14
Dieses erste Lachen brachte den verdatterten Prinzen noch völlig aus dem Konzept.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14519
Ich stürzte gegen die Reling, stieß mir den Kopf und blieb einen Augenblick leicht benommen und verdattert liegen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1041
Zitationshilfe
„verdattert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verdattert>, abgerufen am 18.03.2019.

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