Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verdienen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-die-nen
Grundformdienen
Wortbildung  mit ›verdienen‹ als Erstglied: Verdiener  ·  mit ›verdienen‹ als Letztglied: abverdienen · dazuverdienen · hinzuverdienen · mitverdienen · zuverdienen
 ·  mit ›verdienen‹ als Binnenglied: gut verdienend · gutverdienend  ·  mit ›verdienen‹ als Grundform: Verdienst1 · verdient  ·  formal verwandt mit: Geldverdienen · selbst verdient · selbstverdient · unverdient · wohlverdient
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., besonders Geld, für eine Leistung, für eine Tätigkeit erhalten
Beispiele:
(viel, wenig) Geld verdienen
er verdient sein Geld als Arbeiter, Ingenieur
bei dieser Arbeit hat er gut, (nicht) viel verdient
umgangssprachlichbei dieser Arbeit hat er ganz schön verdient
saloppbei dieser Arbeit hat er massig verdient
wie viel verdienst du in der, pro Stunde, Woche, im Monat?
dabei, damit ist etwas, nicht viel zu verdienen
sie verdiente sich [Dativ] ihr Geld, ihren (Lebens)unterhalt mit Stundengeben
sich [Dativ] etw. nebenbei verdienen
in dieser Familie verdienen zwei Personen
umgangssprachlicher hat dabei gutes Geld, ein schönes Stück Geld (= viel Geld) verdient
sich [Dativ] ein Vermögen mit etw. verdienen
sauer, redlich verdientes Geld
bildlich
Beispiel:
saloppsich [Dativ] eine goldene Nase (= sehr viel Geld) mit etw. verdienen
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichsein Brot verdienen (= seinen Lebensunterhalt v.)
umgangssprachlich, saloppseine Brötchen verdienen (= seinen Lebensunterhalt v.)
umgangssprachlichsich [Dativ] die (ersten) Sporen verdienen (= sich bei einer Aufgabe, einem Auftrag bewähren)
2.
einen berechtigten Anspruch auf etw., jmdn. haben, einer Sache, Person wert, würdig sein
Beispiele:
das verdient Anerkennung, Lob, Dank, eine Belohnung, einen Preis
dieses Vorhaben verdient Beachtung, Erwähnung, unser Interesse
er verdient (kein) Vertrauen
diese Tatsache verdient, hervorgehoben zu werden
sie hat dich als Ehemann verdient
er hatte es nicht (um sie) verdient, dass sie sich nun gar nicht mehr um ihn kümmerte
die Sportlerin hat diese hohe Auszeichnung verdient
es war ein verdienter Sieg dieser Fußballmannschaft
seine verdiente (= berechtigte) Strafe bekommen
sich um etw., jmdn. verdient machen (= sich tatkräftig für etw., jmdn. einsetzen)
mehrere verdiente Bürger wurden durch Auszeichnungen geehrt
DDR Verdienter Bergmann der DDR
DDR Verdienter Arzt, Lehrer des Volkes
sein Verhalten verdient (= erfordert) einen Tadel, eine Strafe
er hat es verdient (= es geschieht ihm Recht), dass er wegen seiner Frechheit diese Abfuhr erhalten hat
er hat es nicht besser, nicht anders verdient
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dienen · Diener · dienern · dienlich · Dienst · Dienstmann · verdienen · Verdienst · verdienstlich
dienen Vb. ‘für jmdn. etw. tun, ihm helfen, abhängig sein’, ahd. thionōn (8. Jh.), mhd. dienen, asächs. thionon, mnd. dēnen, mnl. nl. dienen, anord. (aus dem Mnd.?) þjōna, schwed. tjäna (germ. *þewanōn) ist eine mit -n- erweiterte Ableitung von germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’, das in got. þius ‘Knecht’, urnord. þewaʀ ‘Diener, Lehnsmann’, aengl. þēo(w) ‘Diener, Knecht, Unfreier’ bezeugt ist (s. auch Demut). Verbindet man germ. *þewa- mit aind. takti ‘eilt’, lit. tekė́ti ‘laufen, fließen, rinnen’, aslaw. tešti ‘laufen, rennen’, russ. teč’ (течь) ‘fließen’, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *teku̯- ‘laufen, fließen’ möglich. Für das Subst. ergäbe sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘Läufer’ zu ‘Knecht’ und für das abgeleitete Verb eine Ausgangsbedeutung ‘Knecht sein’, die schließlich den Sinn ‘behilflich sein’ und (bei Sachen) ‘nützlich, geeignet sein’ annimmt. Diener m. ‘Aufwärter, Hausangestellter’, auch ‘wer im Auftrage einer Institution, in der Bindung an eine Aufgabe seine Pflicht erfüllt’, ahd. thionāri (11. Jh.), mhd. dienære; danach (Ende 17. Jh.) ‘Verbeugung’ (nach der Art eines Bediensteten, eines Untertans), wozu dienern Vb. ‘sich (mehrmals) verbeugen’ (19. Jh.). dienlich Adj. ‘nützlich, förderlich’ (14. Jh.). Dienst m. ‘Arbeitsverhältnis im Haushalt’, allgemeiner ‘Berufs-, Amtspflicht’; das mit dem ie. Suffix -st- zum Verb gebildete Abstraktum (germ. *þewanōst-) bezeichnet die Tätigkeit des Dienens, ahd. thionōst (8. Jh.), mhd. dienest ‘Ergebenheit, Ausübung religiöser Pflichten, Aufwartung, Erfüllung standesrechtlicher Verpflichtungen innerhalb des Feudalsystems’, asächs. thionost und (erweitert zum fem. n-Stamm) anord. þjōnusta f. Dienstmann m. ‘Besorger von Botengängen’ (19. Jh.), ahd. thionōstman (8. Jh.), mhd. dienestman ‘Knecht, Helfer’, dann auch (in der Übersetzung von mlat. ministerialis) ‘niederer Lehnsmann’. verdienen Vb. ‘durch Arbeit erwerben’ (z. B. Lohn), ‘für seine Bemühungen wert sein’ (z. B. Lob, Tadel), ahd. firthionōn (um 1000), mhd. verdienen. Verdienst m. ‘Erwerb, Lohn, Gewinn’, n. ‘anerkennenswerte (oder auch schuldhafte) Tat’, frühnhd. verdienst, mnd. vordēnst. verdienstlich Adj. ‘anerkennungswürdig’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einbringen · verdienen · wert sein
Synonymgruppe
(einen) finanziellen Vorteil haben (durch) · (etwas) verdienen (an) · Geld verdienen (mit)
Assoziationen
  • (seinen) Schnitt machen (mit) · Geld verdienen (an) · Gewinn erzielen · Gewinn herausschlagen · Gewinn(e) machen · Gewinne einfahren  ●  schwarze Zahlen schreiben  fig.

Typische Verbindungen zu ›verdienen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verdienen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verdienen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er verdient 475 Mark brutto im Monat, 160 kostet das Zimmer. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 117]
Wer sich keine Zeit dafür nehmen will, hat es auch nicht verdient. [Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 238]
Wenn ich einen anderen liebe, muß er es auf irgendeine Art verdienen. [Freud, Sigmund: Das Unbehagen in der Kultur, Wien: Internat. Psychoanalyt. Verl. 1930, S. 70]
Auf solche Weise wird es diesem leicht gemacht, bei vieler Arbeit wenig zu verdienen. [Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 8130]
Die Informationen verbreiten sich heute viel schneller, und es ist viel mehr Geld damit zu verdienen. [Der Spiegel, 27.06.1994]
Zitationshilfe
„verdienen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verdienen>.

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