verdutzt

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ver-dutzt
Grundform verdutzen
Wortbildung  mit ›verdutzt‹ als Grundform: ↗Verdutztheit
eWDG

Bedeutung

verblüfft, überrascht, verwirrt
Beispiele:
er war (ganz, leicht) verdutzt, stand verdutzt da, schaute ihn verdutzt an, blickte ihm verdutzt nach
er klärte seinen verdutzten Freund über den Zusammenhang auf
sie machte ein verdutztes Gesicht, als sie davon erfuhr
eine verdutzte Miene
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verdutzt Part.adj. ‘verwirrt, verblüfft, überrascht’. Das um die Mitte des 18. Jhs. als vertutzt in hd. Lautung erscheinende Wort (zuvor nd. verduttet ‘verwirrt, verlegen’, 17. Jh.) ist Part. Prät. zu mnd. vordutten, md. vortutten ‘verwirren’. Das nd. Verb ist mit mnl. dutten ‘rasen, wüten, toben’, auch ‘verrückt sein’ und (in der Bedeutung abweichend) nl. dutten ‘schlummern, einnicken’, isl. dotta ‘vor Müdigkeit nicken’ zu ie. *dheudh- ‘durcheinanderwirbeln, schütteln, verwirren’ (s. ↗Dotter) zu stellen, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf (s. ↗Duft, ↗Düne, ↗Dunst).

Thesaurus

Synonymgruppe
erstaunt · ↗perplex · ↗platt · ↗sprachlos · verblüfft · ↗verdattert · verdutzt · verwundert  ●  ↗baff  ugs. · bass erstaunt  geh., veraltend, Verstärkung · geplättet  ugs., fig. · platt wie 'ne Flunder  ugs., Verstärkung · platt wie eine Briefmarke  ugs.
Assoziationen
  • außer Fassung · ↗entgeistert · ↗fassungslos · geschockt · ↗ratlos · schockiert · ↗verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs., fig. · ↗(ganz) von den Socken  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag  ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein  ugs. · die Welt nicht mehr verstehen  ugs. · erstaunten Auges  geh., altertümelnd, scherzhaft · ↗konsterniert  geh. · ↗verdattert  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen  ugs.
  • (erst einmal) nichts zu sagen wissen · (sehr) erstaunt sein · ↗(sich) wundern · ↗angaffen · aus dem Staunen nicht mehr herauskommen · ↗bestaunen · ↗bewundern · kaum glauben wollen (was man sieht) · kaum glauben wollen (was man zu hören bekommt) · mit offenem Mund dastehen · seinen Augen nicht trauen (wollen) · seinen Ohren nicht trauen (wollen) · ↗staunen · verwundert anstarren  ●  nicht schlecht staunen  Verstärkung · (den) Mund nicht mehr zubekommen  ugs. · (jemanden) anstarren wie ein Wesen vom anderen Stern  ugs., variabel · (jemanden) anstarren wie einen Marsmenschen  ugs. · Bauklötze staunen  ugs., Verstärkung · Glotzaugen machen  ugs. · Kulleraugen machen  ugs. · doof gucken  ugs. · große Augen machen  ugs. · gucken wie ein Auto  ugs., veraltend · wer beschreibt mein Erstaunen (als)  geh., literarisch, variabel, veraltend, floskelhaft
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein (auf) · nicht gerechnet haben (mit) · nicht vorbereitet (gewesen) sein (auf) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein)  Hauptform · (für jemanden / jemandem) sehr plötzlich kommen  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · aus allen Wolken fallen  ugs., fig. · kalt erwischt werden  ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben  ugs. · ↗nicht auf dem Schirm (gehabt) haben  ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›verdutzt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verdutzt‹.

Verwendungsbeispiele für ›verdutzt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt haben Sie meinen Hund traumatisiert! faucht die Frau den verdutzten Nachbarn an.
Die Zeit, 28.12.2009 (online)
Beutesuchende Löwen schauen dann ziemlich verdutzt auf einen verhornten Ball, an den sie nicht so leicht herankommen können.
Der Tagesspiegel, 24.08.2003
Ich sah sie verdutzt an und war nicht klüger als vorher.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 10782
Ich stand so verdutzt da, daß sie es wohl merken mußte und vorderhand von ihrem Vorhaben abstand.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21574
Die hochwohlgeborenen Herren waren darüber sehr verdutzt und versprachen jede mögliche Unterstützung.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8049
Zitationshilfe
„verdutzt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verdutzt>, abgerufen am 02.03.2021.

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