vereiteln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-ei-teln
Grundformeitel
Wortbildung mit ›vereiteln‹ als Erstglied: ↗Vereitelung · ↗Vereitlung
eWDG, 1977

Bedeutung

die Durchführung, den Erfolg von etw. verhindern, etw. zum Scheitern bringen
Beispiele:
ein Vorhaben, einen Plan, ein Unternehmen, einen Versuch, eine Hoffnung vereiteln
der Anschlag, Komplott wurde in letzter Minute vereitelt
sie konnten nicht vereiteln, dass ...
ein vereiteltes Attentat, Verbrechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eitel · Eitelkeit · vereiteln
eitel Adj. ‘von seinen (vermeintlichen) Vorzügen überzeugt, gefallsüchtig, rein, nichtig, leer’, ahd. ītal (9. Jh.), mhd. ītel, asächs. īdal, mnd. mnl. īdel, nl. ijdel, aengl. īdel. Nur westgerm. (*īdla-); Herkunft ungeklärt, außergerm. Verwandtschaft nicht glaubhaft nachweisbar. Die Ausgangsbedeutung ‘leer’ findet sich ahd. bereits in den Varianten ‘öde, nichtig, vergeblich’. Die mhd. Verwendung ‘bloß, nichts als’ begegnet noch in eitel Gold, eitel Freude (vgl. Eitel Friedrich, eigentlich ‘nur Friedrich’). Aus dem bibelsprachlichen Gebrauch alles ist eitel (vgl. (omnia) est vanitas Vulgata) entwickelt sich die nhd. Hauptbedeutung ‘auf Wirkung bedacht, selbstgefällig’. Eitelkeit f. ‘Selbstgefälligkeit, Gefallsucht, Nichtigkeit’, mhd. ītelkeit ‘Leerheit, Nichtigkeit’. vereiteln Vb. ‘verhindern, zum Scheitern bringen’ (18. Jh.), mhd. verītelen ‘kraftlos werden’, gebildet zu eitel, mhd. ītel ‘leer, nichtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) ein Schnippchen schlagen · ↗(jemandes Plan) durchkreuzen · scheitern lassen · vereiteln (Plan) · ↗verunmöglichen · zu Fall bringen (Gesetzesvorhaben) · ↗zunichte machen · ↗zunichtemachen  ●  (jemandem einen) Strich durch die Rechnung machen  fig. · (jemandem) die Suppe versalzen  fig.
Assoziationen
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor seiner Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · (etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
  • (ein) Hemmnis bilden · ↗(jemandem) entgegentreten · ↗(sich) sperren · ↗abblocken · ↗abhalten · ↗abwehren · ↗behindern · ↗blockieren · ↗hemmen · ↗hindern · nicht mitspielen · ↗obstruieren · ↗stoppen (Pläne, Verfahren, Vorgang) · ↗verhindern · ↗versperren  ●  (den) Weg versperren  fig. · (sich jemandem) in den Weg stellen  fig. · (jemandem) Knüppel zwischen die Beine werfen  ugs., fig. · ↗(sich) querstellen  ugs. · Steine in den Weg legen  ugs., fig. · ↗blocken  ugs. · ↗mauern  ugs. · reingrätschen  ugs., fig.
  • (eine Handlung) stoppen · (einem illegalen / fragwürdigen / finsteren ...) Treiben ein Ende machen · (einer unliebsamen Aktivität) ein Ende bereiten · ↗unterbinden  ●  (einen) Sumpf austrocknen  fig. · (einen) Sumpf trockenlegen  fig. · (einer unerwünschten Aktivität) einen Riegel vorschieben  fig. · (jemandem) das Handwerk legen  fig. · dafür sorgen, dass etwas aufhört  ugs. · ↗inhibieren  fachspr.
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
  • (sich) als Illusion herausstellen · (sich) als unrealistisch erweisen · (sich) nicht erfüllen · (sich) nicht realisieren · (zer)platzen wie eine Seifenblase · nicht Realität werden · nicht in Erfüllung gehen · zunichte gemacht werden (Hoffnung) · ↗zunichte machen · zunichtegemacht werden · ↗zunichtemachen  ●  (sich) zerschlagen (Hoffnungen)  fig. · ↗zerplatzen (Träume)  fig. · (in sich) zusammenfallen wie ein Kartenhaus  ugs.
  • Behinderungsversuch · ↗Störmanöver  ●  ↗Querschuss  fig.
Synonymgruppe
(etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor seiner Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · (etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
  • (einer Sache) zuvorkommen · (sich) absichern gegen · Vorkehrungen treffen (gegen) · Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (gegen) · Vorsorge treffen (gegen)  ●  ↗(einer Sache) vorbeugen  Hauptform · ↗vorbauen  fig.
  • (bereits) an seinem Ursprungsort bekämpfen · ↗(die) Quelle (von etwas) trockenlegen · radikal bekämpfen  ●  (das) Übel bei der Wurzel packen  Redensart, fig. · mit Stumpf und Stiel beseitigen  fig., Redensart
  • (eine Handlung) stoppen · (einem illegalen / fragwürdigen / finsteren ...) Treiben ein Ende machen · (einer unliebsamen Aktivität) ein Ende bereiten · ↗unterbinden  ●  (einen) Sumpf austrocknen  fig. · (einen) Sumpf trockenlegen  fig. · (einer unerwünschten Aktivität) einen Riegel vorschieben  fig. · (jemandem) das Handwerk legen  fig. · dafür sorgen, dass etwas aufhört  ugs. · ↗inhibieren  fachspr.
  • (jemandem) ein Schnippchen schlagen · ↗(jemandes Plan) durchkreuzen · scheitern lassen · vereiteln (Plan) · ↗verunmöglichen · zu Fall bringen (Gesetzesvorhaben) · ↗zunichte machen · ↗zunichtemachen  ●  (jemandem einen) Strich durch die Rechnung machen  fig. · (jemandem) die Suppe versalzen  fig.
  • (sich) als Illusion herausstellen · (sich) als unrealistisch erweisen · (sich) nicht erfüllen · (sich) nicht realisieren · (zer)platzen wie eine Seifenblase · nicht Realität werden · nicht in Erfüllung gehen · zunichte gemacht werden (Hoffnung) · ↗zunichte machen · zunichtegemacht werden · ↗zunichtemachen  ●  (sich) zerschlagen (Hoffnungen)  fig. · ↗zerplatzen (Träume)  fig. · (in sich) zusammenfallen wie ein Kartenhaus  ugs.
  • (jemandem / einer Sache) Einhalt gebieten · ↗einschreiten  ●  (etwas) unternehmen gegen  ugs.
  • abblocken · ↗abwenden · ↗umgehen · ↗unterbinden · vereiteln · ↗verhindern · ↗verhüten · ↗vermeiden  ●  ↗abbiegen  ugs., fig. · ↗umschiffen  ugs.
Synonymgruppe
abblocken · ↗abwenden · ↗umgehen · ↗unterbinden · vereiteln · ↗verhindern · ↗verhüten · ↗vermeiden  ●  ↗abbiegen  ugs., fig. · ↗umschiffen  ugs.
Unterbegriffe
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor seiner Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · (etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
Assoziationen
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor seiner Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · (etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
  • (jemandem etwas) ersparen · ↗(jemanden) verschonen
  • (jemandem / einer Sache) Einhalt gebieten · ↗einschreiten  ●  (etwas) unternehmen gegen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschlag Attentat Ausbruchsversuch Bombenanschlag Durchbruch Durchbruchsversuch Entführung Fluchtversuch Gegenangriff Glanzparade Großchance Komplott Plan Putschversuch Schlussmann Selbstmordanschlag Selbstmordversuch Sicherheitskräfte Sprengstoff-Anschlag Sprengstoffanschlag Terroranschlag Torchance Torhüter Torwart Umfassungsversuch Umsturzversuch Verschwörung Versuch Vorhaben Übernahmeversuch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vereiteln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit aller Macht versuchte er, den Plan seines Enkels zu vereiteln.
Der Tagesspiegel, 05.02.2001
Die sowjetischen Journalisten dagegen versuchten, ein solches Zusammentreffen mit allen Mitteln zu vereiteln.
Die Zeit, 13.09.1951, Nr. 37
Ich dachte nun darüber nach, auf welche Weise es am besten möglich sei, das Verbrechen zu vereiteln.
Friedländer, Hugo: Das Dynamit-Attentat bei der Enthüllungsfeier des Niederwald-Denkmals. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6316
Er neigt sich dem Liede der Lust und vereitelt sie wie den Tod.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 69
Ihnen stand die kleine sogenannte französische Gruppe gegenüber, gewillt, solche Pläne um jeden Preis zu vereiteln.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21861
Zitationshilfe
„vereiteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vereiteln>, abgerufen am 17.11.2019.

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