verengen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-en-gen
Wortbildung mit ›verengen‹ als Erstglied: ↗Verengung
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. enger machen
Beispiele:
die Durchfahrt war durch Bauarbeiten verengt
sich verengen
enger werden
Beispiele:
an dieser Stelle verengt sich das Tal, der Weg
die Pupillen erweitern sich, verengen sich
verengte Blutgefäße
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eng · Enge · engen · beengen · verengen · einengen · Engpaß
eng Adj. ‘wenig Raum lassend, begrenzt’ und ‘dicht beieinander, gedrängt’, ahd. engi (8. Jh.), mhd. enge, asächs. engi, mnd. enge, mnl. enghe, nl. eng, aengl. enge, anord. ǫngr, øngr, got. aggwus, daneben die umlautlosen Adverbformen ahd. ango (9. Jh.), mhd. ange (s. ↗bange). Das gemeingerm. Adjektiv (ein alter u-Stamm, germ. *angu-) und das davon abgeleitete Abstraktum ↗Angst (s. d.) führen zusammen mit aind. aṁhúḥ ‘eng’ (in aṁhubhḗdī), lat. angiportus (aus *anguportus) ‘enges Gäßchen’ sowie der Erweiterung aslaw. ǫzъkъ, russ. úzkij (узкий) ‘eng, schmal’ auf ie. *ang̑hu-, eine Adjektivbildung zur Wurzel ie. *ang̑h- ‘eng, einengen, schnüren’ (mit früher Übertragung in den seelischen Bereich, vgl. aind. áṁhaḥ ‘Angst, Bedrängnis’, lat. angor ‘Beklemmung, Angst’), an die wohl auch ↗Angina (s. d.) anzuschließen ist. Dazu Enge f. ‘Begrenztheit, Beschränkung, Gedrängheit’, ahd. engī(n) (8. Jh.), mhd. mnd. enge, aengl. engu (vgl. die Zusammensetzungen Meerenge, 17. Jh., und Landenge, 18. Jh. für älteres Erdenenge, Stieler 1691) und das heute ungebräuchliche engen Vb. ‘eng machen’, ahd. engen ‘bedrängen, quälen’ (8. Jh.), mhd. mnd. engen ‘eng machen, beengen, in die Enge treiben’ (vgl. anord. øngja ‘drängen, zwingen, klemmen’, got. gaaggwjan ‘bedrängen’, aengl. geenged ‘bedrängt, besorgt’), das durch die Präfixbildungen beengen Vb. ‘einschränken, behindern’, verengen Vb. ‘enger machen’, reflexiv ‘enger werden’ und einengen Vb. ‘enger machen, einschränken’ (alle 17. Jh.) abgelöst wird. Engpaß m. ‘verengter Durchlaß, schmaler Gebirgspaß’ (Anfang 19. Jh.), übertragen ‘Notlage’ (2. Hälfte 19. Jh., danach ‘wirtschaftliche Schwierigkeiten, Versorgungsmangel’ (20. Jh.); vgl. russ. úzkoe mésto (узкое место).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablagerunge Ader Arterie Atemweg Blickfeld Blickwinkel Blutgefäß Bronchie Einmündung Fahrbahn Fahrspur Fahrstreife Fahrstreifen Gefäß Gesichtsfeld Handlungsspielraum Herzkranzgefäß Horizont Nikotin Pupille Schlitz Schlucht Sehschlitz Spielraum Tunnelblick Wirtschaftspartei Zinsspanne verbreitern weiten zusehends

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verengen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann bringt es nichts, wenn ich auch noch dorthin renne, dann würde ich den Raum nur verengen.
Die Zeit, 27.06.2012, Nr. 26
Er warnte aber davor, die Diskussion auf diese Frage zu verengen.
Süddeutsche Zeitung, 06.08.2003
Dabei verengt sich das Verständnis der Norm, die dadurch erfüllt werden soll.
Maurer, W.: Reformation. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 524
Verdumpft, verengt, verpennt, blockiert, so geht das seit zehn Jahren.
Tucholsky, Kurt: Immer raus mit der Mutter . . . ! In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1924], S. 24642
Sie verengen sich zwar nicht überall, doch in bestimmten Bezirken einmal mehr, einmal weniger stark.
Fresenius, Hanna: Sauna, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1987 [1974], S. 45
Zitationshilfe
„verengen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verengen>, abgerufen am 09.12.2019.

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