verführen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-füh-ren (computergeneriert)
Grundformführen
Wortbildung mit ›verführen‹ als Erstglied: ↗Verführer · ↗Verführung · ↗verführbar
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn. verführenso auf jmdn. einwirken, dass er etw. ursprünglich von ihm nicht Beabsichtigtes tut, jmdn. zu etw. verlocken, verleiten
a)
Beispiele:
das günstige Angebot verführte sie dazu, die Ware zu kaufen
jmdn. zum Trinken, Spielen verführen
umgangssprachlich, scherzhaft darf ich Sie zu einer Tasse Kaffee, einem Stück Torte mit Schlagsahne verführen? (= Sie dazu einladen?)
b)
jmdn. zum Geschlechtsverkehr verleiten
Beispiel:
ein Mädchen verführen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

führen · Führer · Führung · aufführen · Aufführung · ausführen · Ausführung · ausführlich · verführen · Verführer · verführerisch
führen Vb. ‘leiten, geleiten, lenken, steuern’, ahd. fuoren ‘tragen, fahren, herbeibringen’ (8. Jh.), mhd. vüeren ‘in Bewegung setzen, treiben, fortschaffen, leiten, bringen, ausführen, besitzen’, asächs. fōrian, mnd. vȫren, mnl. nl. voeren, aengl. fēran, anord. fœra, schwed. föra sind Kausativa zu dem unter ↗fahren (s. d.) behandelten Verb und bedeuten eigentlich ‘veranlassen, daß sich etw. bewegt’. Führer m. ‘Lenker, Leiter’, mhd. vüerer; vgl. ahd. fuorāri ‘Lastträger’ (8. Jh.). Führung f. ‘Lenkung, Leitung’ (15. Jh.). aufführen Vb. ‘errichten, nennen, spielen, darstellen’, mhd. ūfvüeren; eigentlich ‘in die Höhe führen’ (ein Bauwerk), dann (17. Jh.) ‘feierlich vorführen’ (in einem festlichen Zuge); daher auch ‘auf der Bühne auftreten lassen’ und allgemein ‘ein Stück, eine Oper spielen, darstellen’ (18. Jh.); sich aufführen ‘in einer bestimmten Weise auftreten, sich benehmen’ (17. Jh.). Aufführung f. ‘Betragen, Theatervorführung’ (18. Jh.). ausführen Vb. ‘exportieren, fertigstellen’, ahd. ūʒfuoren ‘vertreiben, hervorheben, heraustragen’ (10. Jh.), mhd. ūʒvüeren ‘mit sich führen, entführen, fertigstellen’. Ausführung f. ‘Herstellung, Darlegung’ (15. Jh.). ausführlich Adj. ‘umfassend, vollständig’ (15. Jh.). verführen Vb. ‘verlocken, verleiten’, auch (seit 18. Jh.) ‘sittlich fehlleiten’; älter ‘an einen anderen bzw. falschen Ort bringen’, vgl. ahd. firfuoren ‘hinübertragen, fortgehen, übergehen’ (9. Jh.), mhd. vervüeren ‘vollführen, weg-, entführen, ächten, irreführen’. Verführer m. ‘wer vom rechten Wege abführt’ (um 1500). verführerisch Adj. ‘vom rechten Wege ablenkend’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
locken · verführen · ↗verleiten · ↗versuchen
Assoziationen
Synonymgruppe
berücken · ↗betören · ↗bezaubern · ↗bezirzen · ↗hypnotisieren · in den/seinen Bann schlagen · in den/seinen Bann ziehen · ↗umgarnen · verführen · ↗verzaubern  ●  ↗einlullen  ugs. · ↗einwickeln  ugs. · um den (kleinen) Finger wickeln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Annahme Betrachter Bleiben Böse Dienstmädchen Drogenkonsum Fehlschluß Geldausgeben Kauf Kaufen Konsum Leichtsinn Lesen Leser Minderjähriger Mißbrauch Rauchen Sünde Tanzen Teufel Trinken Trugschluß Träumen Verweilen Weib betrügen dazu geradezu verführen verleiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verführen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sonst lasse man sich verführen, zu viel Geld dafür auszugeben.
Die Zeit, 16.02.2009, Nr. 07
Was ist das für eine Frau, die es geschafft hat, den ewigen Verführer zu verführen, dass er für immer bei ihr bleiben will?
Bild, 06.09.2003
Das Buch verführt natürlich dazu, sich gerade mit dieser Frage zu befassen.
Der Tagesspiegel, 12.05.1996
Begabte Schauspieler verführen ähnlich mit einem zu dummen oder zu gescheiten Stück.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 156
Man hat mich mehrmals und noch in letzter Zeit zum Sprung verführen wollen.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 479
Zitationshilfe
„verführen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verführen>, abgerufen am 25.04.2019.

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