Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verfinstern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-fins-tern
Wortbildung  mit ›verfinstern‹ als Erstglied: Verfinsterung  ·  mit ›verfinstern‹ als Letztglied: Mondverfinsterung · Sonnenverfinsterung

Bedeutungsübersicht+

  1. etw. finster, dunkel machen
    1. ⟨sich verfinstern⟩ finster werden
    2. [übertragen] düster, unfreundlich werden
eWDG

Bedeutung

etw. finster, dunkel machen
Beispiel:
schwarze Wolken verfinstern den Himmel
sich verfinsternfinster werden
Beispiele:
der Himmel, die Sonne verfinstert sich
der Mond wird für eine Stunde verfinstert sein
übertragen düster, unfreundlich werden
Beispiele:
sein Gesicht verfinsterte sich
eine verfinsterte Miene
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finster · finstern · verfinstern · Finsternis
finster Adj. ‘dunkel, düster’, ahd. finstar (8. Jh.), mhd. vinster (vgl. ahd. finstar, 9. Jh., asächs. finistar n. und ahd. finst(a)rī(n), 8. Jh., asächs. finistri f. ‘Finsternis’) stehen neben gleichbed. ahd. thinstar (8. Jh.), mhd. dinster. Vorauszusetzen ist eine Stammform germ. *þimsra-, die einen Übergangslaut t aufnimmt und deren anlautender Dental durch Dissimilation vor einem dem Wurzelvokal folgenden n (aus älterem m) in den Labial f übergeht, so daß Verwandtschaft mit mnl. deemster ‘finster, dunkel’, asächs. thim ‘dunkel’, ahd. themar ‘Finsternis, Dämmerung’ besteht, sich ein Anschluß an die unter Dämmerung (s. d.) genannte Wurzel ie. *tem(ə)- ‘dunkel’ und eine genaue Parallele zum substantivierten Femininum aind. támisrā (ie. *teməsrā) ‘dunkle Nacht’ ergibt (s. auch diesig). – finstern Vb. ‘finster werden, finster machen’, ahd. finst(a)ren ‘(die Augen) verdunkeln’ (um 1000; vgl. bifinst(a)ren ‘verdunkeln, verfinstern, bedecken’, 9. Jh.), finst(a)rēn ‘dunkel werden, überdeckt sein’ (8. Jh.; vgl. gifinst(a)rēn ‘dunkel werden’, um 800), mhd. vinstern ‘finster machen’; heute fast nur verfinstern Vb. ‘finster machen’, mhd. vervinstern, reflexiv ‘finster werden’ (18. Jh.). Finsternis f. ‘Dunkelheit’, ahd. finstarnessi, -nissi n. (9. Jh.), mhd. vinsternisse f. n.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schatten werfen · verdunkeln · verdüstern · verfinstern

Typische Verbindungen zu ›verfinstern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verfinstern‹.

Verwendungsbeispiele für ›verfinstern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mond verfinsterte sich, und ich sah zuerst nur Nase. [Bild, 30.09.2003]
Immer weiter verfinsterte sich sein Herz, und niemand merkte es. [Bild, 30.03.2002]
Die Instrumente akkompagnieren in gesangvollen Linien, alles ist schön im volkstümlichen Ton, aber dieser Ton kann sich jederzeit verfinstern und in Grauen umschlagen. [Die Zeit, 04.02.2008, Nr. 05]
Während sie sprach, hatte sich sein Gesicht immer mehr verfinstert. [Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15413]
Als sie damals als junges Mädchen in die Hoteliersfamilie einheiratete, hatten die Zeiten sich verfinstert. [Die Zeit, 23.09.2013, Nr. 38]
Zitationshilfe
„verfinstern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verfinstern>.

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