Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verflechten

Grammatik Verb · verflicht, verflocht, hat verflochten
Aussprache 
Worttrennung ver-flech-ten
Wortbildung  mit ›verflechten‹ als Erstglied: Verflechtung  ·  mit ›verflechten‹ als Grundform: Verflochtenheit

Bedeutungsübersicht+

  1. ⟨etw. mit etw. verflechten⟩ etw. mit etw. durch Flechten eng verbinden
    1. [übertragen] ...
    2. ⟨sich verflechten⟩
eWDG

Bedeutung

etw. mit etw. verflechtenetw. mit etw. durch Flechten eng verbinden
Beispiel:
ein Band mit einem andern Band, Zweige miteinander verflechten
übertragen
Beispiele:
die Zweige der Volkswirtschaft miteinander verflechten
wechselseitig miteinander verflochten sein
sich verflechten
Beispiel:
die gesellschaftlichen Beziehungen verflechten sich immer mehr
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flechten · Flechte · Geflecht · verflechten · Verflechtung · entflechten · Entflechtung
flechten Vb. ‘winden, ineinander verschlingen’, ahd. flehtan (9. Jh.), mhd. vlehten, asächs. flehtan, mnd. mnl. nl. vlechten, anord. fletta sind wie lat. plectere, aslaw. plesti, russ. plestí (плести) ‘flechten’ (ursprünglich wohl präsentische?) t-Erweiterungen und führen mit griech. plékein (πλέκειν) ‘flechten’ auf ie. *plek- ‘flechten, zusammenwickeln’ (wozu Flachs, s. d., und mit sk-Suffix germ. *flahskō bzw. *flahskōn, nhd. Flasche, s. d.). Verwandtes aind. prásnaḥ ‘Turban, Kopfbinde’ weist dagegen auf ie. *plek̑-. Beide Formen der Gutturalerweiterung sind wahrscheinlich Weiterbildungen der unter falten (s. d.) behandelten Wurzel ie. *pel-. – Flechte f. ‘Zopf, Hautausschlag’, mhd. vlehte ‘Hautausschlag, Flechtwerk, Zopf’; vgl. got. flahta ‘Flechtwerk’; dann auch (an Flechtwerk erinnernde) ‘niedere Pflanze’ (18. Jh., doch bereits bei Bock 1539 Flechtenskraut). Geflecht n. ‘Flechtwerk’, ahd. gifleht (9. Jh.); vgl. auch ahd. giflehtida (9. Jh.). verflechten Vb. ‘ineinanderschlingen, fest verbinden’ (17. Jh.), im 20. Jh. besonders zu wirtschaftlichen Großunternehmen; Verflechtung f. ‘Zusammenhang, Verbindung’ (um 1800), auch in bezug auf Wirtschaftsunternehmen (20. Jh.); Gegensatz entflechten Vb. ‘auflösen, trennen’ (20. Jh.), Entflechtung f.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) verflechten · (sich) verhaken · ineinander greifen
Synonymgruppe
verflechten · verweben (mit, zu)

Typische Verbindungen zu ›verflechten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verflechten‹.

Verwendungsbeispiele für ›verflechten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einer zusammenwachsenden Welt werden aus geographisch entfernten Partnern miteinander verflochtene Nachbarn. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1997]]
Nie zuvor auch hat sich diese Kraft derart global verflochten entfaltet. [Die Zeit, 08.04.1988, Nr. 15]
Sehr langsam verflechten sich die verschiedenen Gebiete der drei Länder zu nationalen Einheiten. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation – Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 11]
Das vielschichtig verflochtene Netz der Handlung dient nur zur Illustration dieser Zeit. [Die Zeit, 30.09.1983, Nr. 40]
Je uneiniger sich in dieser wirtschaftlich so eng verflochtenen Welt die Politiker in den einzelnen Ländern sind, um so größer ist dieses Risiko. [Die Zeit, 27.08.1971, Nr. 35]
Zitationshilfe
„verflechten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verflechten>.

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