vergönnen

GrammatikVerb · vergönnte, hat vergönnt
Aussprache
Worttrennungver-gön-nen
Wortzerlegungver-gönnen
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
jmd. vergönnt etw., jmdm. etw.als Gunst, als etw. Besonderes zuteil werden lassen; gewähren
Beispiele:
Trotz seiner 33-jährigen Konzernzugehörigkeit vergönnten die Aufseher dem Ex-Chef keine Abfindung. [Die Welt, 25.05.2013]
Die gesamte Aufmerksamkeit der Familie wird diesem Kind zuteil, das zudem vom wirtschaftlichen Aufschwung profitiert, weil ihm seine Eltern das vergönnen wollen, was sie einst nicht haben konnten. [Der Standard, 13.01.2013]
Die Betreiber der Atomkraftwerke haben die Hoffnung nicht aufgegeben, eine Große Koalition könne ihren umstrittenen Meilern ein längeres Leben vergönnen. [Die Zeit, 11.01.2010, Nr. 43]
Es fällt schwer, auch nur einen einzigen Tag der Sorglosigkeit zu finden, den der Staat Israel meinem Vater vergönnte, aber wie viele seiner Bürger ist auch mein Vater einfach glücklich über die bloße Existenz dieses Staates. [Welt am Sonntag, 04.05.2008, Nr. 70]
Wer vom Wesen des Reims etwas ahnt, spürt in dieser Ansicht die Wahrheit. Brodsky steht darin der Auffassung Schopenhauers nah, der meinte, daß Metrum und Reim dem Poeten es so zu reden vergönnen, wie es sonst niemand dürfe. [Der Tagesspiegel, 09.10.2002]
2.
gehoben
a)
jmd. vergönnt jmdm. etw.
Synonym zu gönnen (Lesart 1)
Beispiele:
Ich vergönne es ihr von Herzen, dass sie das jetzt geschafft hat. [Der Standard, 13.03.2014]
»Dass zwei Steirer vorne sind, ist voll cool. Ich vergönne es der Conny wirklich«, sagte Tippler, die bei der Landung nach dem letzten Sprung nur mit Mühe einen Sturz vermeiden könnte. [Der Standard, 12.03.2016]
Auf den Kommerz kommt es an. Es ist nicht ideal. Aber wenn arme Leute auf diese Weise ein paar Kreuzer dazuverdienen, in Gottes Namen, die vergönne ich ihnen schon. [Süddeutsche Zeitung, 13.05.2006]
Er lebte bei den Verwandten, wie es hieß, gewiß als ein wohlhabender und lebensfroher Rentner, bereit, auch seinem dankbaren Neffen einen Anteil an den Genüssen des eigenen Daseins zu vergönnen. [Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 65999]
Kollokation:
mit Akkusativobjekt: jmdm. einen Erfolg, einen Sieg vergönnen
b)
jmd. vergönnt sich, jmdm. etw.
Synonym zu gönnen (Lesart 2)
Beispiele:
Wegen Ersterem richtet der Verlag sein Marketing an einer weiblichen Leserschaft ab 15 aus. Burschen kann indes nur empfohlen werden, sich dieses adrenalinreiche, zupackende Leseabenteuer ebenfalls zu vergönnen. [Der Standard, 13.08.2015]
Früher, als sie noch jünger war, war die Großmutter eine bigotte Person. »Ich brauche nichts, nein danke, esst ihr nur«, sagte sie, wenn sei bei der Familie zu Gast war – und schaute mit gierigem Blick auf die halb geleerten Schüsseln über die herzumachen sie sich erst vergönnte, wenn das Essen abgetragen werden sollte und sie sich mit einem »bevor es wegkommt« ihre Gier gestattete. [Berliner Zeitung, 10.11.2005]
Dem letzten [Bundesliga-]Spieltag, der in den vergangenen Jahren dem Publikum oftmals ein großartiges Finale vergönnte, wohnte diesmal kein Zauber inne. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2004]
Er war in Ansehung seiner Kinder der strengste Mensch, den man jemals gekannt hat. Er verlangte von ihnen den unermüdetsten Fleiß, ohne ihnen dabei die geringste Erholung zu vergönnen. [Die Zeit, 02.08.2001, Nr. 32]
Die viele Arbeit in der Frauenschaft, die Kleidersammlungen, die Betreuung der Lazarettzüge am Bahnhof fast täglich und auch in der Nacht vergönnten ihr kein Familienleben. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.1993]
Der Brandenburgische Landtag hat den Gesetzentwurf bereits im Mai ratifiziert, während sich das Berliner Parlament Ende Mai noch einmal eine dreiwöchige Denkpause vergönnte. [Berliner Zeitung, 17.06.1993]
3.
jmd. vergönnt jmdm. etw.Quelle: DWDS, 2017
Synonym zu missgönnen
Beispiele:
Für ihn steht die Bezahlung der Banker im Zentrum [seiner Kritik]. Nicht, weil der Chef der Unternehmensberatung […] einem Wertpapierhändler sein Gehalt vergönnen würde, sondern weil er in den Bonussystemen viele falsche Anreize sieht. [Die Welt, 03.08.2010]
Und da entspricht es einer gewissen Spielart des schweizerischen Puritanismus, jenen, die zu einem Genuss kommen, den man selber nicht hat, diesen zu vergönnen. [Neue Zürcher Zeitung, 26.07.1993]
[…] wer schliesslich mag es den Medien vergönnen, dass sie sich während Tagen genüsslich an diesem kleinen, wenngleich aussergewöhnlichen Spektakel verlustiert haben? [Neue Zürcher Zeitung, 29.04.2016]
Noch vor nicht allzu langer Zeit war den DDR-Bürgern der Weg in den Westen versperrt; seit die Grenzen offen sind, übertrifft die Reiseaktivität der Ostler bei weitem die der alten Bundesdeutschen. Wer wollte es ihnen vergönnen? [die tageszeitung, 16.03.1991]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erfolg Freude Glück Held Karriere Paar Ruhe Sieg Sterblicher Triumph Vorgänger es

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vergönnen‹.

Zitationshilfe
„vergönnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vergönnen>, abgerufen am 17.10.2019.

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